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16.12.2020 - 12.09 Uhr | 1. Mannschaft

Plötzlich im Profikader - Interview mit den Nachwuchstalenten Simon Roscher, David Wunsch und Stanley Keller

Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Chemnitzer FC: Heimat zahlreicher junger Fußballer mit dem Traum in ihrer Karriere den Sprung zum Profi zu schaffen. Erst in diesem Jahr wurde das NLZ vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) in die zweithöchste Lizenzierungsstufe eingestuft. Die Früchte der guten Arbeit zeigen sich – die Nachwuchstalente Simon Roscher, Stanley Keller und David Wunsch wurden mit Förderverträgen ausgestattet und trainieren seitdem mit der Profimannschaft des CFC. Wir haben mit den drei Kickern über ihre ersten Monate als Teil des Profikaders gesprochen. 

Stanley und Simon, ihr seid im Sommer in den Herrenbereich aufgerückt. David schon seit Anfang 2020. Wie fällt euer Zwischenfazit aus? Seid ihr zufrieden mit euch und euren Leistungen – oder wo gibt es eventuell Steigerungspotenzial? 
Stanley Keller: Es war bisher eine sehr lehrreiche Zeit. Man bekommt vieles von den erfahrenen Spielern mit auf den Weg gegeben. Ich persönlich bin zufrieden mit mir und meiner Entwicklung. Allerdings muss ich mich in Sachen Physis und Schnelligkeit verbessern. Daran arbeite ich im Training. 

David Wunsch: Ich habe jetzt sogar bald „Einjähriges“ bei den Profis. Das Training im Herrenbereich ist deutlich anstrengender als in der Jugend. Aber ich merke, wie ich Fortschritte in meinem Spiel mache. 

Und bei dir, Langer?
Simon Roscher: Ich hätte im Sommer überhaupt nicht damit gerechnet die Chance in der „Ersten“ zu bekommen. Darüber war ich sehr froh und auch dankbar. Fußballerisch kann ich schon mit den anderen mithalten – jetzt gilt es aber körperlich noch etwas nachzulegen. 

Was sind die größten Unterschiede zwischen der U19 Bundesliga und dem Herrenbereich, in unserem Fall der Regionalliga Nordost? 
Stanley Keller: Definitiv die Physis und Geschwindigkeit im Spiel. Im Herrenbereich geht es deutlich robuster in den Zweikämpfen zu als in der Junioren-Bundesliga. Zudem muss man Situationen schneller erkennen. Das sind alles Dinge, die man mit der Zeit immer mehr verinnerlicht. 

Welche Vorteile bringt euch das Training mit der Profimannschaft? 
Simon Roscher: Das Training macht sich in der Entwicklung sehr positiv bemerkbar. Mein Spiel hat seitdem an „Härte“ gewonnen. Es ist hilfreich Spieler wie Niklas Hoheneder, Tobi Müller und speziell auf meiner Position Andis Shala an seiner Seite zu haben. Ich hole mir häufig Tipps ab oder frage, was ich verbessern könnte. 

David Wunsch: Mein Training ist natürlich individueller. Ich habe mit Marcel Höttecke einen sehr guten Torwarttrainer und mit Kuba und Isa zwei Torhüter, von denen ich mir sehr viel abschauen kann. 

Ihr wechselt an den Spieltagen zwischen Profimannschaft und U19. Merkt ihr in den Spielen der U19, dass ihr bei den Herren trainiert? 
Stanley Keller: Man merkt, dass man in den U19-Spielen gedanklich schneller und körperlich stabiler ist. Trotzdem fällt die Umstellung nicht immer leicht. 

Simon Roscher: Da schließe ich mich an. Es ist nicht so einfach zwischen den Systemen der Profimannschaft und der U19 zu wechseln. Trotzdem merke ich auf dem Platz deutliche Vorteile gegenüber meinen Gegenspielern. 

David Wunsch: In bestimmten Szenen kann man vieles Gelerntes umsetzen. Ich habe beispielsweise, mit der Hilfe von Marcel Höttecke, mein Stellungsspiel bei gegnerischen Flanken verbessern können. 

Immer wieder stoßen Spieler beim CFC aus dem Juniorenbereich zur ersten Mannschaft. In der jüngeren Vergangenheit sind vor allem Erik Tallig oder Tim Campulka gute Beispiele, die sich als feste Größen im Kader etabliert hatten/haben. Nimmt man sich diese Jungs irgendwo als „Vorbilder“? 
David Wunsch: Auch wenn die beiden nicht auf meiner Position spielen zeigt es trotzdem, dass man in Chemnitz jederzeit den Sprung in die 1. Mannschaft schaffen kann, wenn man sich nur genug anstrengt. 

Stanley Keller: Ede und Campe haben uns gezeigt, dass es ganz schnell gehen kann, wenn man auf dem Platz seine Leistung bringt. Für mich sind die zwei in gewisser Weise Vorbilder. Es sollte das Ziel von jedem Jugendspieler sein, dahin zu kommen, wo die beiden aktuell sind.  

Inwiefern wurde oder wird euch in der Mannschaft geholfen, um sich an den Sprung zu gewöhnen? 
Simon Roscher: Anfangs wurde man natürlich von allen Seiten, egal ob Mannschaft oder Trainer unterstützt. Mittlerweile gehört man fest zur Mannschaft dazu. Ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft und verbringe gern Zeit mit den Jungs. 

David Wunsch: Man bekommt vom Trainerteam sehr viel Vertrauen geschenkt. Aber man wird nicht anders behandelt – man wird gelobt oder kritisiert wie andere Spieler auch. Dadurch fühlt man sich gleich als Teil der großen Einheit. 

Stanley Keller: Außerdem haben wir von Beginn an viele Tipps von den erfahrenen Spielern bekommen, egal ob auf oder neben dem Platz. 

Was sind eure selbst gesteckten Ziele für das neue Jahr 2021?
Stanley Keller: Ich denke ich spreche für uns drei, wenn ich sage, dass wir mit der U19 den Klassenerhalt in der Junioren-Bundesliga schaffen wollen. Ich persönlich will meine eigene Entwicklung weiter vorantreiben und eventuell auf meine ersten Einsatzminuten in der Regionalliga der Herren kommen. 

Simon Roscher: Ich würde mich schon freuen, wenn wir überhaupt einmal wieder Fußballspiele bestreiten können. Bis dahin möchte ich an Masse zulegen, um im Zweikampf stabiler zu werden. Außerdem steht im Sommer mein Abitur an, was ich so erfolgreich wie möglich beenden möchte. 

David Wunsch: Ich schließe mich Stanley und Simon an. Den Klassenerhalt schaffen, körperlich weiter an mir arbeiten und somit den Druck auf die beiden ersten Torhüter mehr zu erhöhen.