Pokalsensation in Chemnitz – CFC bezwingt Mainz 05 im Elfmeterschießen
Ein Tag so wunderschön wie heute - besser könnte man die Geschehnisse im Stadion an der Gellertstraße nicht beschreiben. In einer phantastischen Begegnung setzt sich der Chemnitzer FC gegen den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 mit 10:9 nach Elfmeterschießen durch. Im Stadion an der Gellertstraße erlebten 10.287 Zuschauer dabei ein Spiel in dem die Initiative und damit auch der Spielstand ständig wechselten und beide Mannschaften ein wahres Offensivfeuerwerk abbrannten.
Vom Anstoßpunkt weg zeigten sowohl der Dritt- als auch der Bundesligist eine couragierte und einsatzbetonte Leistung und begeisterten die Besucher im weiten Stadionrund. Kaum ein Mainzer Spieler, der sich bei der Ballannahme einmal nicht mehr als einem Gegenspieler gegenübersah. Der CFC übte früh gutes Pressing aus, doppelte den Gegner und ließ die gefährlichen Spitzen Okazaki und Djuricic kaum zur Entfaltung kommen. Dennoch gingen die Rheinhessen nach gut 25 Minuten durch den quirligen und beinahe omnipräsenten Niki Zimling in Führung. Eine Rückgabe von der Grundlinie versenkte der Mittelfeldspieler per überlegten Schlenzer ins linke Eck. Von Verunsicherung beim CFC danach keine Spur, im Gegenteil! Kevin Conrad hätte bereits kurz darauf den Ausgleich besorgen können (36.), scheiterte allerdings an der vielbeinigen Abwehr des Bundesligisten.
Gleich nach der Pause dann der nächste Aufreger! Marco Kehl-Gómez scheiterte aus spitzem Winkel. Das 0:2 durch Shinji Okazaki (49.) wirkte da wie eine kalte Dusche, die den CFC aber so richtig erwachen ließ. Binnen drei Minuten egalisierte Anton Fink die Führung und sorgte für neue Hoffnung im Lager der Himmelblauen und pure Freude in der bis auf den letzten Platz gefüllten Südtribüne. Erst vollendete er per 25-Meter-Schlenzer, dann zog er aus spitzem Winkel ab und überwand Mainz-Keeper Karius erneut. Die Himmelblauen waren nun sprichwörtlich obenauf, ein weiteres Tor wollte dennoch nicht gelingen. Dafür fiel dies dann erneut auf der Gegenseite, als Ja-Cheol Koo per Sonntagsschuss aus 25 Metern erfolgreich war. Der Torreigen war damit erst so richtig eröffnet, denn auch die Heine Schützlinge hatten an diesem Abend noch einiges vor. Maßgeblich am himmelblauen Offensivfeuerwerk beteiligt waren dabei die frisch eingewechselten Ronny Garbuschewski und Marcel Hofrath. Garbuschewski flankte auf Anton Fink, der gekonnt per Hacke auf Hofrath ablegte und dessen Ausgleichstreffer aus spitzem Winkel ermöglichte. Die Verlängerung war damit drei Minuten vor Schluss gerade noch gesichert worden und der Fußballkrimi konnte richtig an Fahrt aufnehmen.
Man schrieb die 103. Spielminute, als Ronny Garbuschewski auf rechts bis zur Grundlinie durchging und Markus Ziereis am Fünfmeterraum fand. Der ebenfalls im zweiten Durchgang in die Partie gekommene Neuzugang traf per Kopf zur erstmaligen CFC-Führung, die allerdings nur sechs Minuten Bestand hatte. Nach Freistoß aus halblinker Position hatte Niko Bungert im Strafraum zu viel Platz und konnte sich bei seinem Kopfball die Ecke frei aussuchen und Mainz zurück ins Spiel bringen. Doch damit der Dramatik noch nicht genug. Die Uhr zeigte 119 gespielte Minuten an und wieder jubelten die Himmelblauen, als Marco Kehl-Gómez nach Garbuschewski-Pass am Fünfmeterraum goldrichtig stand. Sein Tor war ein absolutes Sinnbild für die Chemnitzer Leistung an diesem Abend. Kehl-Gómez war eigentlich schon am Ball vorbeigerutscht, rappelte sich jedoch blitzschnell auf und ließ den Club zum fünften Mal jubeln. Schluss ist aber immer erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das dachte sich auch der Mainzer Johannes Geis, der quasi mit dem Schlusspfiff sein Herz in beide Hände nahm und Philipp Pentke aus 55 Metern überwand.
Ein Fußballfest für jeden neutralen Betrachter war es ohnehin schon, eines für alle Anhänger in Himmelblau sollte es ebenfalls werden. In einem denkwürdigen Elfmeterschießen avancierte Philipp Pentke mit einem gehaltenen Elfmeter gegen Gonzalo Jara zum Held des Abends. Den Elfmeter des chilenischen WM-Fahrers, der kurioserweise auch in Brasilien vom Punkt scheiterte, hielt er mit einer phantastischen Parade und ermöglichte Anton Fink die Chance, mit dem fünften und letzten Elfmeter für die Entscheidung zu sorgen. Und diese Gelegenheit ließ sich Fink, in der Liga immerhin schon zweimal aus gleicher Position erfolgreich, nicht nehmen und sorgte für endgültige himmelblaue Glückseligkeit.
Jetzt kann sich ganz Chemnitz auf die Auslosung der zweiten Runde und das nächste Pokalspektakel freuen!
<link cfc teams spielplan _blank>Spielticker Chemnitzer FC - 1. FSV Mainz 05 10:9 n.E. (3:3/0:1)



