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12.10.2024 - 20.40 Uhr | 1. Mannschaft

Pokalsensation an der Gellertstraße: CFC bezwingt Dynamo Dresden nach 120 Minuten

In der dritten Runde des Sachsenpokals kam es nach über acht Jahren wieder zu einem Pflichtspielduell gegen die SG Dynamo Dresden auf der Fischerwiese: Der Chemnitzer FC empfing vor 10.429 begeisterten Fans den Aufstiegsfavoriten aus der 3. Liga. Die Atmosphäre im Stadion war schon vor dem Anpfiff mitreißend. Die CFC-Fans waren von Anfang an stimmungsvoll dabei, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Es war das bisher bestbesuchte Spiel der Saison.

Cheftrainer Benjamin Duda setzte auf die Startelf, die eine Woche zuvor mit einem 2:0-Auswärtssieg in Luckenwalde überzeugt hatte. Abgesehen von den langzeitverletzten Leistungsträgern Dejan Bozic, Tobias Müller und Tom Baumgart konnte er aus dem Vollen schöpfen.

Spannung von Beginn an: Dynamo trifft – CFC antwortet mit Kampfgeist

Als Zweitliga-Schiedsrichter Alexander Sather aus Grimma die Partie um 14.05 Uhr anpfiff, lag eine besondere Spannung in der Luft. Dynamo Dresden startete wie erwartet mit viel Ballbesitz und versuchte, das Spiel früh zu kontrollieren. Doch der CFC war von Beginn an wachsam und lauerte auf Fehler der Gäste. Dynamo zeigte in der Anfangsphase wenig Zug zum Tor und erlaubte sich tief in der eigenen Hälfte einige leichtsinnige Ballverluste, die den Himmelblauen immer wieder gefährliche Umschaltsituationen eröffneten.

Bereits in der 7. Minute gab es die erste Möglichkeit für den CFC: Nach einer Flanke von rechts war es Artur Mergel, der den Ball mit der Fußspitze aufs Tor der Dresdner spitzelte. Nur eine Minute später sorgte eine scharfe Hereingabe erneut für Gefahr, doch der akrobatische Abschluss von Nils Lihsek ging knapp am langen Pfosten vorbei. Da lag ein früher Treffer für den CFC in der Luft.

Adamczyk glänzt im CFC-Tor

In der 10. Minute war es dann Daniel Adamczyk, der sein Tor mit einer sensationellen Parade auf der Linie verteidigte. Ein Dresdner Abschluss aus kurzer Distanz zwang den 22-Jährigen zu einer Glanzparade, bei der er den Ball gerade noch am Pfosten vorbeilenkte – eine Szene, die den Himmelblauen zusätzlichen Auftrieb geben konnte.

Nach den ersten 20 Minuten hatte der CFC zwar weiter Mühe, das Kombinationsspiel der Gäste zu unterbinden, doch die Duda-Elf präsentierte sich enorm kämpferisch und machte viele Meter, um gegen den Favoriten zu bestehen. In der 21. Minute schlug Dynamo dann eiskalt zu: Eine Flanke von der linken Seite landete per Kopfablage bei Aljas Casar, der den Ball mit einem satten Schuss unter die Latte hämmerte – 0:1 aus Sicht des CFC. Daniel Adamzcyk im CFC-Tor war machtlos beim Gegentreffer.

Wer nun dachte, dass die Chemnitzer auseinanderbrechen würden, irrte sich. Mit beeindruckender Moral und einer gehörigen Portion Mut im Spiel nach vorne hielten die Himmelblauen dagegen, während Dynamo nach dem Führungstreffer in den Verwaltungsmodus schaltete.

Verdienter Ausgleich durch Erlbeck

Die Chemnitzer nutzten die passive Spielweise der Gäste und wurden für ihr Engagement belohnt. Nach einer Ecke blieb der Ball im Dresdner Strafraum liegen, und Niclas Erlbeck reagierte blitzschnell. Er warf sich in den Ball, erwischte ihn nicht voll, aber das Rund rollte über die Arme von Dynamo-Torwart Mesenhöler ins Netz – der verdiente Ausgleichstreffer zum 1:1. Die Fischerwiese tobte, und der Viertligist hatte den Pokalfight endgültig angenommen.

Mit dem Ausgleich im Rücken spielten die Himmelblauen immer mutiger. Der Respekt vor dem Favoriten schwand zusehends, und Dresden hatte sichtlich Schwierigkeiten, wieder ins Tempo zu kommen.

Mit 1:1 ging es in die Halbzeitpause, was dem Verlauf der Partie vollkommen gerecht wurde. Dynamo begann etwas druckvoller, doch der CFC kämpfte sich ins Spiel und belohnte sich mit dem Ausgleich. 

Mit Leidenschaft in die Verlängerung

Weiter ging es zunächst ohne Wechsel auf beiden Seiten. Dynamo-Torschütze Casar musste jedoch bereits in der ersten Hälfte nach einem Zusammenprall mit einem Mitspieler und stark blutender Nase verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Die zweite Hälfte versprach, ein ebenso packender Pokalfight zu werden.

Dynamo kam wieder mit etwas mehr Schwung ins Spiel, aber dieser verpuffte genauso schnell wieder. Die Bilder glichen sich, wie zu Beginn des Spiels. Auch im zweiten Durchgang war der CFC zu jederzeit auf Augenhöhe, auch wenn die Zuschauer bis zur 60. Spielminute auf weitere gefährliche Torraumszenen verzichten mussten.

Dann versuchte es der Ex-Dynamo im CFC-Dress mit einem ganz frechen Versuch: Nach einem hohen Ballgewinn erkannte Seo, dass Mesenhöler weit vor seinem Kasten stand und es wurde richtig gefährlich, da der Ball nur knapp das Gehäuse verpasste (62.).

Ein Klassenunterschied war schon lange nicht mehr zu sehen. Die Duda-Elf hatte als krasser Außenseiter das Spiel mit ganz viel Herz und Leidenschaft gegen Dynamo Dresden erzwungen, was sie haben wollten: Ein packendes Duell auf Augenhöhe.

In der 69. Spielminute gingen die Gäste vermeintlich wieder in Führung. Dynamo-Stürmer Christoph Daferner köpfte den Ball ins Tor, doch die Fahne des Assistenten stand bereits frühzeitig. Im direkten Gegenzug kam Mergel vor dem Dresdener Tor zum Abschluss und wurde aus fünf Metern geblockt.

In der Schlussphase häuften sich wieder die Fehler der Gäste im Aufbauspiel. Nach einer dieser Nachlässigkeiten wurde der Ball schnörkellos in den Lauf von Seo gespitzelt. Mesenhöler kam weit aus seinem Kasten und konnte den Ball nicht wirklich klären. Im zweiten Versuch war ein Dynamo-Verteidiger zur Stelle, bevor Roman Eppendorfer aus vierzig Metern freie Bahn aufs Tor hatte (82.).

Eigentor erlöst den CFC – Fischer macht den Deckel drauf

Da beide Teams in der regulären Spielzeit nicht mehr zu weiteren Abschlüssen kamen, ging es damit in die Verlängerung. In dieser starteten die Chemnitzer furios und nahmen trotz schwerer Beine gegen ausgeruhter wirkende Dynamos direkt das Heft des Handelns in die eigene Hand. Die CFC-Fans trieben die eigene Mannschaft bis zur Leistungsgrenze und darüber hinaus. Hier war ganz viel Herz in Himmelblau dabei.

Der eingewechselte Dardan Karimani scheiterte noch an einem Dresdner Bein. Kurze Zeit später fiel ihm der Ball nach einer Ecke vor die Füße und im Gewühl brachten Karimani, Eppendorfer und Müller den Ball gemeinsam in Richtung des Dresdner Kastens. Am Ende war es ein Eigentor durch Dresdens Mittelstürmer Daferner – das war jedoch allen Himmelblauen im Stadion vollkommen egal (103.). Das Chemnitzer Stadion bebte, die CFC-Anhänger waren außer Rand und Band und das schlug sich auch auf die Leistung auf dem Rasen nieder.

Aus der Pause der Verlängerung kamen die Gäste noch einmal mit einem kleinen Aufschwung. Stefan Kutschke bekam einen Ball im Strafraum, zog aus fünf Metern und ganz spitzem Winkel ab. Robert Zickert grätschte in den Ball und klärte. Sein anschließender Jubelausbruch am Boden liegend ließ keine Zweifel darüber aufkommen, welches Team diesen Sieg an diesem 12. Oktober 2024 mehr wollte (107.).

Anschließend belagerten die Chemnitzer den Strafraum der SGD. Die ganz großen Torraumszenen fehlten zwar, doch der CFC übte konstant weiter hohen Druck auf Dynamo aus und wollte die Entscheidung erzwingen. Diese brachte schlussendlich der eingewechselte Luis Fischer, der nach einer Verlängerung von Ephraim Eshele sich den Ball im Dresdner Strafraum schnappte und das Leder stramm ins untere rechte Eck jagte (114.). 

Damit war die Partie entschieden – und die Chemnitzer Pokalsensation perfekt. Ein Fußballnachmittag, der in jeder Hinsicht eine großartige Werbung für den Chemnitzer FC war. Die Himmelblauen ziehen nach einer herausragenden Mannschaftsleistung gegen Dynamo Dresden hochverdient in das Achtelfinale des Sachsenpokals ein und bleiben wettbewerbsübergreifend im fünften Spiel ohne Niederlage. Benjamin Duda feierte zudem seinen ersten Heimsieg als Cheftrainer des CFC und den zweiten Sieg in Folge mit seiner Mannschaft.

Kommende Woche steht dann das nächste wichtige Heimspiel gegen den VFC Plauen in der Liga an. Dynamo Dresden kehrt ebenfalls in den Ligaalltag zurück und empfängt Rot-Weiß Essen im Rudolf-Harbig-Stadion.

Chemnitzer FC – SG Dynamo Dresden 3:1 (1:1)

CFC: Adamczyk - Walther (108. Eshele), Erlbeck (95. Schiebold), Lihsek (63. Karimani), Mergel (88. Fischer) - Damer, Seo, Reutter - Rücker (63. Eppendorfer), Zickert(C), Müller

SGD: Mesenhöler - Meier, Kammerknecht(C), Heise, Casar (40. Bünning) - Meißner (68. Kutschke), Menzel (76. Berger), Marx (68. Lemmer), Boeder - Sterner (98. Lehman), Daferner

Tore: 0:1 Casar (21.), 1:1 Erlbeck (31.), 2:1 Daferner (ET; 103.), 3:1 Fischer (114.)

Zuschauer: 10.429