Punkt dank himmelblauem Kampf an der Ostsee
Der Chemnitzer FC baut seine Serie auf vier ungeschlagene Spiele aus und nimmt einen Punkt vom Liga-Primus aus Greifswald mit. Nach einer ausgeglichenen und chancenreichen ersten Hälfte belohnen sich die Himmelblauen in einer zweiten Halbzeit, die der GFC bestimmte, mit einem Punkt und dem vierten zu Null in Folge für den großen Einsatz.
Die Partie begann im Regen und Sturm von Greifswald auf einem nassen und tiefen Rasen. Trotz der widrigen Bedingungen brauchten beide Teams nicht lang, um ins Spiel zu finden. Für die Hausherren eröffnete Can Coskun, der einen zu kurz geklärten Eckball im Strafraum annahm und sofort in Richtung CFC-Tor abschloss. Allerdings fehlte ein guter halber Meter bei diesem Schuss (2.). Die Gästeantwort ließ aber nicht lang auf sich warten: Stephan Mensah schickte Dejan Bozic in einer Kontersituation mit einem sehenswerten Steilpass an die linke Ecke des Greifswalder Strafraums. Bozics Abschluss flog ein gutes Stück an Jakub Jakubovs Kasten vorbei (4.). Es war direkt Feuer in der Partie und beide Teams legten vor allem über Standards nach. Deadlow kam aus sieben Metern frei zum Kopfball, setzte diesen aber einen halben Meter zu hoch und zu weit rechts (11.). Auf der anderen Seite kam Lihsek aus ähnlicher Position wie Coskun reichlich zehn Minuten zuvor zum Abschluss, ebenfalls nach zu kurz geklärter Ecke. Der Abschluss wäre besser gewesen, doch ein Greifswalder Verteidiger warf sich in den Schuss (14.). Den Wechsel der Torchancen behielten die Mannschaften vorerst bei. Also war wieder Greifswald an der Reihe. Diesmal ließ Elias Kratzer auf links Robert Zickert stehen, zog ins Zentrum und schlenzte den Ball aufs lange Eck. Hier konnte sich David Wunsch das erste Mal auszeichnen und grifft stark über, um den Ball zur Ecke zu klären (22.).
Nach bekanntem Rhythmus war wieder der CFC an der Reihe und so kam es auch. Mensah verdribbelte sich auf rechts und legte auf Robert Berger ab, der nicht lang fackelte und den Ball vors Tor schlug. Bozic kam am langen Pfosten angerauscht und köpfte knapp am Tor vorbei (30.). Nur Sekunden später setzte sich wieder Berger auf rechts durch und legte auf die Sechzehnerkante zu Leon Ampadu, dessen Abschluss geblockt wurde (31.). Daraufhin wollten die Gastgeber zeigen, dass sie auch Doppelchancen können. Der CFC bekam den Ball nach einer Ecke abermals nicht geklärt und nach einigen Greifswalder Schussversuchen ergab sich Platz für Coskun auf links für eine Flanke, die Daedlow aus nächster Nähe am Tor vorbei drückte (35.). Der bis dahin komplett unsichtbare GFC-Top-Torjäger und -Kapitän Soufiane Benyamina nahm sich seinen ersten Abschluss, verfehlte aber das Tor knapp aus der Drehung von der Strafraumkante (36.). Es sollte die letzte auffällige Aktion des Stürmers in der Partie bleiben. Greifswald startete allerdings die erste Druckphase des Spiels und legte über Coskun nach, der wieder auf links in den Strafraum brach und den Ball an den zweiten Pfosten hob. Damit fand er Kocer, der volley aufs kurze Eck abschloss. Wunsch bekam in bester Manuel-Neuer-Manier seinen Arm nach oben gerissen und verhinderte den Einschlag (41.). Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte wieder der CFC. Leon Damer wurde von Berger in den Strafraum geschickt und schlug den Ball straff auf den kurzen Pfosten. Pascal Schmedemann konnte den Ball nicht klären und Bozic schloss aus spitzem Winkel über seine Schulte per Volley ab. Sein Abschluss flog am langen Pfosten vorbei (45.). Direkt danach war Schluss in einer abwechslungsreichen und spannenden ersten Halbzeit mit genug Gefahr für sechs Tore. Trotzdem wanderten beide Teams ohne Treffer in die Kabine.
Auch der Auftakt in den zweiten Durchgang gehörte den Hausherren. Farr ging auf rechts parallel zum Strafraum an vier Gegenspielern vorbei und hatte die Übersicht Kocer im Strafraum zu bedienen. Der stand völlig frei und schoss Wunsch zentral an. Der Nachschuss flog weit über den Chemnitzer Kasten in den Greifswalder Himmel (50.). Weil der CFC hinten dichtmachte, Greifswald offensiv wenig einfiel und den Himmelblauen die Körner für Konter fehlten, nahmen die Torraumszenen in Halbzeit zwei rapide ab. Beide Teams wechselten mehrfach, um Schwung in die Partie zu bringen, doch Greifswald schaffte es nicht in die Tiefe zu spielen, weil die Chemnitzer Fünferkette wie ein Bollwerk stand.
Dann meldeten sich die Hausherren gleich wieder doppelt an. Erst über den eingewechselten Cabrera, der nach Dribbling aus vierzehn Metern abschloss und geblockt wurde (72.). Dann trat Coskun einen Freistoß aus zwanzig Metern zentraler Position an die Latte (74.). Wunsch wäre machtlos gewesen. Mit dem neu gewonnen Selbstvertrauen brachen die Greifswalder immer wieder auf den Flügeln durch. Die Flanken flogen allerdings meist über den himmelblauen Strafraum oder wurden geklärt. Eine letzte Chance in der fünfminütigen Nachspielzeit hatten die Greifswalder aber noch: Eine Halbfeldflanke auf den langen Pfosten segelte ohne Kontakt durch den Strafraum. Wunsch konnte den Ball erst ganz spät sehen und reagierte überragend. Mit einer Hand lenkte er das Leder an die Latte und hielt den Punkt für die Chemnitzer fest (90.+2).
Danach war Schluss. Der CFC entführt einen Punkt aus Greifswald und das nicht ganz unverdient. Eine starke erste Hälfte und eine defensiv stabile zweite Halbzeit sichern den Punkt für die Himmelblauen. Überragender Mann der Partie war Keeper David Wunsch, der mehrfach stark rettete. Damit ziehen die Chemnitzer punktgleich mit Rot-Weiß Erfurt und stehen vorerst auf Platz sieben, auch wenn die aktuelle Regionalligatabelle eher eine geringe Aussagekraft hat aufgrund dessen, dass einige Teams bereits zwanzig Spiele gespielt haben, während andere noch bei 16 stehen. Am kommenden Wochenende ist Energie Cottbus zu Gast im Stadion - an der Gellerstraße und auch die wird der CFC ärgern wollen.
Greifswalder FC: Jakubov - Coskun, Schmedemann, Eglseder, Farr - Daedlow (88. Eshele), Sanin (61. Eichinger), Kratzer (61. Cabrera) - Kocer (61. Manske), Benyamina, Wulff
Chemnitzer FC: Wunsch - Erlbeck, Müller, Zickert - Lihsek, Ampadu, Müller, Berger - Mensah (78. Keller), Bozic (90. Stagge), Damer (78. Walther)
Zuschauer 1.634



