Punkteteilung in hitzigem Traditionsduell trotz frühem Dämpfer
Das Traditionsduell zwischen dem Chemnitzer FC und dem 1. FC Lokomotive Leipzig im Bruno-Plache-Stadion endet mit einem leistungsgerechten 1:1. Somit schließen die Himmelblauen die Leipziger Woche mit zwei Remis ab.
Bei frühlingshaft anmutenden 13 °C im sonnigen Leipzig starteten beide Teams zurückhaltend in die Partie, der CFC übernahm allerdings die Zügel im Verlaufe der Anfangsphase. Leider gab es noch vor der ersten Toraktionen einen herben Dämpfer für die Tiffert-Elf, denn Niclas Erlbeck musste den Platz verletzungsbedingt früh verlassen. In einem Zweikampf mit Osman Atilgan stürzten beide und der Lok-Stürmer fiel unglücklich auf Erlbecks Knie. Der Routinier verließ das Spielfeld hinkend und gestützt. Für ihn kam Jan Koch in die Partie (12.). Kurz darauf gab es auch das erste sportliche Highlight: Nach einem langen Zickert-Ball verschätze sich Maximilian Schütt und Stanley Keller tauchte plötzlich frei vor Lok-Schlussmann Niclas Müller auf. Sein Abschluss stellte allerdings kein Problem für den Keeper dar (14.). Kurz darauf brachte Nils Lihsek das Leder per Freistoß gefährlich vor den blau-gelben Kasten, wo Tobias Müller nur knapp die Führung verpasste (19.). Im Gegenzug und mit dem ersten Torschuss stellte allerdings Lok aus dem Nichts auf 1:0. Eine Atilgan-Hereingabe legte Djamal Ziane auf Zak Paolo Piplica zurück und der nagelte das Spielgerät aus knapp zwanzig Metern straff, flach und sehenswert ins untere linke Eck (24.).
Himmelblau zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt. Dejan Bozic trat einen Freistoß aus 25 Metern auf das Tornetz (26.). Die Loksche kam allerdings besser in die Partie. Die nächste Gelegenheit bot sich für Luca Sirch, der sich einen Volley von Höhe des Elfmeterpunkts nach Ziane-Vorarbeit nahm. Wunsch klärte zur Ecke (31.). Auf der Gegenseite gab es auch immer wieder wütende Angriffe. Tobias Müller spielte zunächst Manuel Reutter, der nach langer Verletzungspause sein Startelf-Comeback feiert, auf rechts frei. Dessen flache Hereingabe verpasste Dejan Bozic fünf Meter vor dem Tor nur knapp (36.). Im Konter lief Ryan Adigo dann mit Tempo über rechts und fand im Zentrum den einfliegenden Atilgan, der per Kopf das 2:0 verpasste (38.). Als dann die meisten bereits mit dem Pausenpfiff rechneten, nahm sich wieder Reutter Platz auf rechts und brachte eine halbhohe Flanke ins Zentrum. Die nahm Wolter direkt ab und traf traumhaft zum verdienten Ausgleich (45. +1). Mit diesem Unentschieden ging es auch in die Kabinen.
Zurück im zweiten Durchgang meldeten zunächst die Hausherren Ansprüche in der Partie an. Nach himmelblauem Ballverlust spielten es Sirch und Atilgan schnell. Sirch war im Strafraum auf halblinks bereits in Abschlussposition, als Müller in letzter Sekunde klären konnte (47.). Direkt darauf nahm Atilgan im Strafraum gleich vier Spieler aus. Seinen Abschluss konnte Koch blocken (49.). Lok ließ nicht locker. Nach einem Einwurf blockte Ziane Roman Eppendorfer schlau aus dem Weg und drehte sich um ihn herum. Der Abschluss flog einen knappen Meter über Wunschs Kasten (60.). Pünktlich zu Beginn der Schlussphase meldeten sich die Chemnitzer zurück, wohl auch weil bei Lok langsam die Kräfte schwanden. Lihsek vergab aus spitzem Winkel frei vor Müller nach Pingpong im Lok-Strafraum (69.).
Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich die über weite Strecken faire Partie immer mehr zu einem hitzigen Nervenkrimi. Viele kleinere Fouls führten immer wieder zu Spielunterbrechungen und auch Gelben Karten. Himmelblau gelangte an viele ruhende Bälle, daraus entstand allerdings kaum Gefahr. Die beste Gelegenheit hatte Bozic auf dem Kopf, der einen Freistoß aus der eigenen Hälfte auf dem Tornetz platzierte (78.). In einer abermals hitzigen Situation am CFC-Strafraum beschwerte sich Lok-Stürmer Atilgan über ein mögliches Handspiel von Reutter. Das tat er zu intensiv und so flog Atilgan, nachdem er bereits Gelb aus einem Foul gegen Tobias Müller sah und eindringlich vom Schiedsrichter nach einem Foul an Reutter gewarnt wurde, vom Platz (86.). Aufgrund der vielen kleinen Fouls kam es bis zum Schlusspfiff kaum noch zu einem Spielfluss und der CFC konnte die Überzahl nicht mehr für sich nutzen.
Am Ende steht ein Punkt gegen den direkten Tabellennachbarn, mit dem man wohl gut leben kann. Beide Teams rieben sich aneinander auf und ließen sich im Verlauf der Partie von der hitzigen Stimmung im Stadion anstecken. Am kommenden Wochenende geht es dann wieder zu Hause im Stadion - An der Gellertstraße gegen den Berliner AK um die nächsten Punkte um den sicheren Mittelfeldplatz zu festigen.
1. FC Lokomotive Leipzig: Müller - Zimmer, Schütt, Löhmannsröben, Held - Wilton, Piplica (90. Weigel) - Atilgan, Sirch, Adigo (73. Dombrowa) - Ziane(C)
Chemnitzer FC: Wunsch - Lihsek, Erlbeck (12. Koch), Eppendorfer, Zickert, Reutter – Keller (79. Mensah), Müller(C), Ampadu, Wolter – Bozic
Tore: 1:0 Piplica (24.), 1:1 Wolter (45. +1)
Zuschauer: 4.365



