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30.05.2025 - 15.03 Uhr | News

Saisonrückblick 2024/25 – Himmelblau kämpft, glänzt und verpasst den Meistertitel denkbar knapp

Was für eine Saison. Was für eine Achterbahnfahrt. Was für ein Team.

Die Frauen des Chemnitzer FC haben in der Spielzeit 2024/25 eine beeindruckende Entwicklung genommen, große Highlights geliefert, bittere Rückschläge weggesteckt – und am Ende den Einzug in die Aufstiegsspiele zur Regionalliga um Haaresbreite verpasst. Punktgleich mit Eintracht Leipzig-Süd, aber mit dem schlechteren Torverhältnis, bleibt am Ende nur Platz 2 – zum vierten und hoffentlich letzten Mal in Folge. Eine Platzierung, die zwar schmerzt aber auch stolz macht.

Ein holpriger Start und frühe Narben

Der Auftakt war alles andere als ideal. Zwei Niederlagen in den ersten beiden Ligaspielen – 0:1 gegen Stötteritz und 1:3 gegen Leipzig-Süd – warfen das Team früh zurück. Besonders die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten und späteren Meister Leipzig-Süd tat weh. Und gegen Stötteritz schien das Trauma vom Vorjahr nachzuhallen, als man dort die Meisterschaft am letzten Spieltag verspielte. Ein Last-Minute-2:3 nach 2:0 Führung.

Ein Pokalerfolg als Wendepunkt

Dann kam das Pokalspiel gegen Johannstadt. Ein 20:0-Sieg, der Balsam für die geschundene CFC-Seele war. Und nur eine Woche später setzte das Team mit einem 2:1-Heimsieg gegen Chemie Leipzig ein echtes Ausrufezeichen – der erste Sieg überhaupt gegen Chemie, gegen den Vorjahresmeister. Charakter, Leidenschaft, Spielfreude: Die Mannschaft war wieder da.

Goldene Wochen und ein Pokalkracher

Es folgten weitere Höhepunkte: Souveräne Siege gegen Thum-Herold (5:0) und Fortuna Dresden II (7:0), das sensationelle Viertelfinale im Pokal gegen Regionalligist Fortuna Dresden (2:1) – und ein intensives Trainingslager Anfang November zur Vorbereitung auf das große Pokalspiel gegen RB Leipzig II.

Vor einer starken Kulisse und mit viel Rückenwind ging man gegen den Regionalliga-Aufstiegskandidaten sogar in Führung, verlor am Ende aber bitter mit 2:3. Der Applaus war trotzdem laut – für eine Mannschaft, die Herz und Spielintelligenz gezeigt hatte. Später holte RB Leipzig II den Pokal – was die knappe Niederlage umso bitterer machte.

Halbzeitfazit: Auf Kurs – mit Luft nach oben

Ohne weitere Niederlage ging es in die Winterpause – mit einem 5:0 gegen Heidenau, bei dem die erste Halbzeit wohl die beste der Saison war. Der Fokus lag nun voll auf der Rückrunde. Keine Hallenturniere, volle Konzentration auf den Platz. Die Vorbereitung mit Tests gegen Erfurt, Hertha BSC und die RB Leipzig U17 war intensiv und fokussiert.

Rückrunde: Wiedergutmachung, Highlights, Hoffnung

Der Rückrundenstart begann mit einem Statement: 2:0 gegen Stötteritz – das Trauma war besiegt. Dann der deutliche und verdiente 4:0-Triumph gegen die direkte Konkurrenz Leipzig-Süd – wohl das Highlight der Saison.

Genau in dieser guten, stabilen Phase folgte der nächste Tiefpunkt: Eine 1:2-Heimniederlage gegen SpVgg Leipzig. Der Vorsprung war weg, das Momentum kippte. Intern wurde aufgearbeitet, geredet, geklärt. Und die Mannschaft kam zurück. Sieg um Sieg folgte: 2:0 gegen Chemie, 12:0 gegen Zwickau, 8:0 gegen Heidenau. Was schön und deutlich klingt reichte nicht: Die Chancenverwertung blieb das große Manko. In gleich mehreren Spielen hätte der CFC höher gewinnen können – ja, müssen. Am Ende fehlten genau diese Tore im Kampf um Platz 1.

Das Derby gegen Aue: Spektakel, Stimmung, Stolz

Am letzten Spieltag der Saison kam es dann zum großen Showdown. Bei Regen, vor vielen mitfiebernden Fans, lag man zur Halbzeit gegen den ewigen Rivalen aus dem Erzgebirge mit 1:3 hinten. Parallel spielte Leipzig-Süd zu Hause gegen Heidenau, ein Team aus dem Tabellenmittelfeld einen direkten Draht für ein Ergebnis aus Leipzig gab es nicht.

Im zweiten Durchgang drehten die Chemnitzerinnen auf, kamen zurück und erzielten in der Nachspielzeit doch noch den 4:3-Siegtreffer. Der Jubel war groß und die Hoffnung zurück. Ein würdiger Abschluss – doch die Nachricht kurz nach Abpfiff war ein Schock: Leipzig-Süd hatte parallel 13:0 gewonnen. Der Meistertitel und damit die Chance auf den Aufstieg waren dahin wieder kein Titel für diese hart arbeitende Mannschaft.

"Wir haben uns zusammengerauft"

Cheftrainer Swen Wolf zieht ein Fazit zu dieser Spielzeit: "Diese Mannschaft hat sich im Laufe der Saison nicht nur sportlich, sondern auch mental enorm weiterentwickelt. Nach dem schwierigen Start mit zwei Niederlagen hätten viele den Kopf hängen lassen – aber wir haben uns zusammengerauft, die richtigen Schlüsse gezogen und sind als Team stärker zurückgekommen. Die Spiele gegen Chemie Leipzig oder Leipzig-Süd waren echte Meilensteine, die gezeigt haben, wie viel Qualität, Wille und Herz in dieser Truppe stecken."

Und Wolf weiter: "Natürlich tut es weh, wenn du am letzten Spieltag punktgleich mit dem Meister bist und es am Ende an ein paar Toren scheitert. Aber was die Mädels über die Saison hinweg geleistet haben, wie sie auf Rückschläge reagiert und welche Reife sie entwickelt haben – das macht mich einfach stolz. Wir haben Spiele gewonnen, die wir in der Vergangenheit verloren hätten. Wir haben als Mannschaft funktioniert, auch in schweren Phasen. Und wir wissen, dass wir ganz oben mitspielen können. Das ist unser Fundament. Und ich bin sicher: Unser Weg ist noch nicht zu Ende."

Gewachsen. Gefordert. Gefestigt.

Die Saison 2024/25 wird als eine der emotionalsten in die Mannschaftsgeschichte eingehen. Mit 95:13 Toren, 57 Punkten und einer brutal starken Rückrunde haben die CFC-Frauen gezeigt, dass sie bereit sind für den nächsten Schritt. Auch wenn es in diesem Jahr nicht zum Aufstieg gereicht hat: Der Weg stimmt. Und das Ziel bleibt.