SIEBEN-TORE-WAHNSINN IN NEUKÖLLN: CFC GEWINNT 4:3 BEI TASMANIA BERLIN
Der Chemnitzer FC nimmt drei Punkte aus Berlin mit. Im Werner-Seelenbinder-Sportpark in Berlin-Neukölln setzten sich die Himmelblauen in einer völlig verrückten Begegnung mit 4:3 (2:1) beim SV Tasmania Berlin durch. Der CFC lag zwischenzeitlich mit zwei Toren vorn, ließ die starken Gastgeber aber zweimal zurück in die Partie kommen und musste bis tief in die Nachspielzeit um den Auswärtssieg zittern. Überschattet wurde die Begegnung zudem von der Schulterverletzung von Dennis Slamar.
Drei Änderungen und erstmals mit Doppelspitze
Cheftrainer Benjamin Duda nahm im Vergleich zur Vorwoche drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Jan Löhmannsröben kehrte nach abgesessener Sperre zurück, außerdem rotierten Tobias Stockinger und Jonas Marx in die Anfangsformation. Justin Gröger, Tom Baumgart und David Bogt nahmen zunächst auf der Bank platz. Erstmals in einem Pflichtspiel begannen die Himmelblauen dabei mit einer Doppelspitze.
Von Beginn an war zu sehen, dass der CFC in Berlin offensiv auftreten wollte. Bereits nach wenigen Augenblicken holten die Chemnitzer die erste Ecke heraus, wenig später legte Ron Berlinski einen langen Ball für Andreas Geipl ab, dessen Abschluss aus rund 20 Metern jedoch geblockt wurde.
Richter verhindert den Rückstand, dann schlägt der CFC doppelt zu
Die erste richtig gefährliche Möglichkeit gehörte allerdings den Gastgebern. Grigoriadis bekam auf der linken Seite etwas Raum und zielte auf das lange Eck, doch David Richter reagierte stark und parierte mit dem Fuß (15.).
Zwei Minuten später schlugen die Himmelblauen auf der anderen Seite zu. Nach einer zunächst geklärten Ecke bekam Johannes Pistol den Ball von Domenico Alberico im Rückraum. Der Flügelspieler zog an seinem Gegenspieler vorbei und traf aus rund 20 Metern halbhoch ins rechte Eck zum 0:1 (17.).
Der CFC setzte direkt nach. Nur zwei Minuten später kombinierte sich Slamar nach einem Doppelpass mit Pistol in den Strafraum und bediente Stockinger. Der legte für Jonas Marx ab, der sich die Chance nicht entgehen ließ und den Ball mit viel Ruhe ins lange Eck schlenzte (19.).
Auch danach blieben die Chemnitzer am Drücker. Immer wieder suchte der CFC über Flanken den Weg in den Strafraum. Marx fehlten nach einer Hereingabe von Ken Tchouangue nur wenige Zentimeter, wenig später fand eine Hereingabe von Pistol erneut den Mittelstürmer, der den Ball allerdings zuvor leicht mit der Hand mitgenommen hatte.
Bitterer Ausfall von Slamar – Tasmania verkürzt
Tasmania zeigte allerdings, warum die Aufgabe in Neukölln alles andere als einfach war. Die Berliner blieben mutig, suchten konsequent den Weg nach vorn und kamen nach etwas mehr als einer halben Stunde wieder besser in die Partie. Baca versuchte es aus der Distanz, setzte seinen Schlenzer aber deutlich über das Tor.
Dann folgte die bitterste Szene des Nachmittags aus Chemnitzer Sicht. Dennis Slamar blieb nach einem Zweikampf am Boden liegen und hielt sich die Schulter. Der Innenverteidiger musste behandelt werden und konnte anschließend nicht weitermachen. Gute Besserung, Dennis!
Besonders bitter: Während der CFC aufgrund der Behandlung kurzzeitig in Unterzahl agierte, schlugen die Gastgeber zu. Eine flache Hereingabe konnten die Himmelblauen nicht entscheidend klären, Erich Berko stand am richtigen Ort und verkürzte aus kurzer Distanz auf 1:2 (41.).
Bis zur Pause blieb die Begegnung eng. Berlinski setzte sich kurz vor dem Seitenwechsel noch einmal stark gegen Baca durch, wurde im letzten Moment jedoch von Labbouz gestoppt. So ging es mit einer verdienten, aber knappen Chemnitzer Führung in die Kabinen.
Geipl trifft – Tasmania kommt trotzdem zurück
Der zweite Durchgang begann für den CFC perfekt. Bereits in der 50. Minute rückte Andreas Geipl aus dem Rückraum nach, kam zum Abschluss und stellte den alten Abstand wieder mit dem 1:3 her.
Doch wer glaubte, die Partie sei damit entschieden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Nur vier Minuten später kam Eppendorfer im Strafraum zu spät und verursachte einen Elfmeter. Berko trat an, scheiterte zunächst an Richter, doch Jamilu Collins war beim Abpraller aber zur Stelle und verkürzte auf 2:3 (52.).
Tasmania hatte nun Blut geleckt. Die Gastgeber erhöhten den Druck und belohnten sich in der 57. Minute. Magalhaes legte den Ball im Strafraum mit der Brust quer, Rintaro Yajima nahm ihn direkt und jagte das Leder sehenswert ins lange Eck zum 3:3.
Binnen neun Minuten war der Zwei-Tore-Vorsprung der Chemnitzer damit dahin. Duda reagierte und wechselte in der 61. Minute gleich dreifach. Maximilian Fesser, David Vogt und Tom Baumgart kamen für Johannes Pistol, Jonas Marx und Tobias Stockinger.
Berlinski bringt Chemnitz erneut in Führung
Die Partie blieb völlig offen. Beide Mannschaften suchten weiter den Weg nach vorn, von defensiver Kontrolle war in dieser Phase kaum etwas zu sehen. Nach 68 Minuten nahm Berlinski auf der rechten Seite Tempo auf und legte für Vogt zurück, der aus rund 22 Metern eigentlich freie Schussbahn gehabt hätte, sich aber noch einmal für den Querpass entschied. Tasmania konnte klären.
Eine Minute später machte es Berlinski selbst. Der Angreifer wurde nach hoher Balleroberung von Baumgart perfekt in die Tiefe geschickt, umkurvte Tasmania-Keeper Mika und schob den Ball anschließend ins leere Tor zur dritten Führung in diesem Spiel (69.).
Die Begegnung blieb danach hitzig. Collins räumte Geipl direkt vor der Chemnitzer Bank hart von hinten ab und sah Gelb. Kurz darauf trat Magalhaes Eppendorfer abseits des Balls auf den Knöchel und kam ebenfalls mit einer Verwarnung davon. Baca sah nach hohem Fuß gegen Fesser die nächste Gelbe Karte.
Tasmania dezimiert sich – CFC verpasst die Entscheidung
In der 81. Minute schwächten sich die Gastgeber schließlich selbst. Pedro Vitor Magalhaes trat Geipl unmittelbar vor der Tasmania-Bank auf den Fuß und sah dafür Gelb-Rot. Kurz darauf musste auch der Trainer der Berliner den Innenraum verlassen, nachdem er den Schiedsrichter lautstark angegangen war.
Der CFC war nun in Überzahl und hatte die Möglichkeit, die Begegnung endgültig zu entscheiden. Nach einem Kopfball von Berlinski blockte ein Berliner Verteidiger aus kurzer Distanz mit der Hand, der Pfiff blieb jedoch aus. Alberico setzte anschließend einen abgefälschten Schlenzer über das lange Eck.
Doch Tasmania gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen. Die Gastgeber warfen in der Schlussphase alles nach vorn, während die Chemnitzer die sich bietenden Räume nicht konsequent genug zur Entscheidung nutzten.
Aluminium, Richter und viel Glück in der Nachspielzeit
In der Nachspielzeit wurde es noch einmal richtig dramatisch. Richter musste zunächst mit dem Fuß kurz vor Berko klären. Baca brachte einen Kopfball auf das Tor, den Richter sicher festhielt. In der fünften Minute der Nachspielzeit folgte dann die größte Doppelchance: Zunächst parierte Richter einen flachen Abschluss, anschließend setzte Barry zum Fallrückzieher an und traf den Querbalken. Viel Glück für die Himmelblauen.
In der 97. Minute gerieten Berlinski und Collins noch einmal aneinander. Berlinski sah Gelb, Collins nach seiner zweiten Verwarnung Gelb-Rot. Damit beendete Tasmania die Partie nur noch mit neun Spielern.
Wenig später war nach insgesamt acht Minuten Nachspielzeit endlich Schluss.
Drei Punkte nach völlig verrücktem Nachmittag
Der Chemnitzer FC gewinnt eine wilde Begegnung beim SV Tasmania Berlin mit 4:3 und nimmt drei weitere Punkte mit nach Sachsen. Nach 15 Spielen stehen die Himmelblauen damit bei 33 Punkten und bleiben auf dem zweiten Tabellenplatz hinter Rot-Weiß Erfurt.
Dabei zeigten die Chemnitzer, dass sie auch mehrere Rückschläge an einem Nachmittag nicht aus dem Tritt bringen.
Besonders bitter war die Verletzung von Dennis Slamar, der sich im ersten Durchgang an der Schulter verletzte und ausgewechselt werden musste.
Am Ende zählen für die Himmelblauen dennoch die drei Punkte. Etwas glücklich, aber mit viel Kampf und Nervenstärke bringt der CFC den Auswärtssieg über die Zeit und tritt mit drei Punkten im Gepäck die Heimreise nach Chemnitz an.
SV Tasmania Berlin — Chemnitzer FC 3:4 (1:2
TAS: Mika - Labbouz, Collins, Baca, Bekdemir - Numic (78. Barry), Yajima, Janes, Grigoriadis (66. Wagner) - Berko, Magalhaes
CFC: Richter - Tchouangue, Slamar (41. Hempel), Löhmannsröben, Eppendorfer - Alberico(90. Zamora), Geipl, Stockinger (61. Baumgart), Pistol (61. Fesser) - Marx (61. Vogt), Berlinski
Tore: 0:1 Pistol (17.), 0:2 Marx (19.), 1:2 Berko (41.), 1:3 Geipl (50.), 2:3 Collins (52.), 3:3 Yajima (57.), 3:4 Berlinski (69.)



