Später Kraftakt nach zweifachem Rückstand – CFC dreht Partie gegen Meuselwitz
Nach dem bitteren Pokal-Aus unter der Woche kehrte der Chemnitzer FC am 31. Spieltag in den Liga-Alltag zurück. Vor 4.300 Zuschauern im eins-Stadion – An der Gellertstraße wollten die Himmelblauen gegen den abstiegsbedrohten ZFC Meuselwitz eine Reaktion zeigen. In einer über weite Strecken zähen Partie tat sich der CFC jedoch lange schwer, drehte das Spiel aber in der Schlussphase noch und gewann mit 3:2.
Die Chemnitzer gingen mit drei Veränderungen in die Partie: Georg Hempel, Julius Bochmann und Jonas Marx rückten für Domenico Alberico, Felix Müller und Maurizio Grimaldi in die Startformation.
Fischer auf Hansch bringt frühe Gäste-Führung
Meuselwitz präsentierte sich in der Fremde von Beginn an in aggressiver und guter Verfassung. Die Gäste liefen die CFC-Defensive energisch an und setzten durch ihr schnelles Umschaltspiel die ersten Offensiv-Akzente der Partie.
Der Einsatz der Thüringer wurde früh belohnt: Nach einem Zusammenspiel zweier ehemaliger CFC-Profis brachte Luis Fischer den Ball in den Strafraum, wo Florian Hansch unter Bedrängnis ins lange Eck zum 0:1 einköpfte (7.).
CFC fehlt Durchschlagskraft
Der Treffer gab den Gästen zusätzliches Oberwasser, während der CFC tief verunsichert agierte. Zwar bemühten sich die Himmelblauen um Spielpräsenz, doch im letzten Drittel fehlte es an Präzision und Ideen. Zu häufig gingen Bälle zu leicht verloren, zwingende Torchancen blieben lange aus.
Meuselwitz blieb seiner Linie treu, suchte nach Ballgewinnen sofort den Weg in die Spitze und wurde vor allem über Flanken sowie zweite Bälle immer wieder gefährlich.
Marx trifft kurz vor der Pause
Die Hausherren stemmten sich gegen den Abwärtsstrudel und suchten mit Kampf und Krampf den Weg zurück ins Spiel. Auch wenn vieles Stückwerk blieb, zahlte sich der Aufwand kurz vor der Pause aus: Nach einer halbhohen Flanke war es Jonas Marx, der den Ball zum 1:1-Ausgleich am kurzen Pfosten im Tor der Thüringer unterbrachte (43.) – zugleich der Halbzeitstand.
Erneuter Rückschlag – Hansch schnürt den Doppelpack an alter Wirkungsstätte
Auch nach dem Seitenwechsel tat sich der CFC zunächst schwer, klare Torchancen zu kreieren. Die Partie ähnelte in weiten Phasen dem ersten Durchgang: viel Ballbesitz für Chemnitz, aber zu wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel. Meuselwitz hingegen blieb effizient und nutzte seine Möglichkeiten.
In der 53. Minute gingen die Gäste erneut in Führung. Nach einer Flanke von der rechten Seite brachte Fischer den Ball scharf vor das Tor, wo Kapitän Eckhardt zur Stelle war und zum 1:2 einschob.
Stockinger trifft, doch das Tor zählt nicht
Die Himmelblauen erhöhten in der Folge den Druck, fanden jedoch lange keine klaren Lösungen. Mehrere Abschlüsse aus der Distanz sowie Standardsituationen blieben ohne Erfolg. Stockinger traf zum vermeintlichen 2:2 nach einer sehenswerten Kombination, doch weil der Unparteiische in der Entstehung den Ball berührte, zählte das Tor nicht. Erst in der Schlussphase sollte sich der Aufwand auszahlen.
Bozic und drehen die Partie
In der 85. Minute gelang schließlich der Ausgleich: Nach einer Flanke von Pistol setzte sich der eingewechselte Felix Müller per Kopf durch und legte für Bozic auf, der aus kurzer Distanz zum 2:2 traf. Der CFC blieb nun am Drücker und suchte die Entscheidung.
Diese fiel tief in der Nachspielzeit: Ein Abschluss von Stockinger wurde zunächst geblockt, der Ball senkte sich als Bogenlampe in Richtung Tor, wo Felix Müller am schnellsten reagierte und das Spielgerät über die Linie drückte (90.+3).
Kurz darauf war Schluss – der Chemnitzer FC dreht die Partie spät und sichert sich einen hart erarbeiteten Heimsieg.
Moral belohnt sich spät
Der CFC tat sich über weite Strecken der Partie schwer und fand lange keine spielerischen Lösungen gegen kompakte Gäste. Am Ende wurde die Mannschaft jedoch für ihren Einsatz belohnt und gewann das Spiel mit einem späten Kraftakt und großer Moral.
Für den CFC geht es dann am kommenden Sonntag um 14 Uhr weiter bei der VSG Altglienicke im Stadion in Fürstenwalde. Meuselwitz empfängt zeitgleich die BSG Chemie Leipzig zum Abstiegskracher.
Chemnitzer FC – ZFC Meuselwitz 3:2 (1:1)
CFC: Adamczyk 1 – Walther 4 (68. Damer 13), Bochmann 5 (83. F. Müller 26), Gebuhr 3, Pistol 18 – Baumgart 26, Eppendorfer 25, Hempel 9 (68. Mensah 24) – Stockinger 7, Bozic 33 (C), Marx 19 (58. Alberico 11)
ZFC: Sedlak 36 – Pfeil 13, Schmökel 33 (81. Wurr 17), Kaymaz 10, Nitschke 16, Rehder 3 (89. Jeck 38) – Fischer 23 (89. Baldé 21), Stiller 5, Eckardt 30 (C), Hansch 22 – Pilger 29
Tore: 0:1 Hansch (7.), 1:1 Marx (43.), 2:1 Eckhardt (53.), 2:2 Bozic (86.), 3:2 F. Müller (90. +3)
Zuschauer: 4.300



