Später Vogt-Ausgleich: CFC belohnt dominante Vorstellung gegen Jena mit einem Punkt
Der Chemnitzer FC bleibt auch nach dem Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena ungeschlagen. Vor 8.419 Zuschauern im eins-Stadion – An der Gellertstraße mussten die Himmelblauen erstmals in dieser Saison einem Rückstand hinterherlaufen, drängten den Gegner über weite Strecken tief in die eigene Hälfte und belohnten sich schließlich ganz spät. David Vogt erzielte in der Nachspielzeit den hochverdienten Treffer zum 1:1-Endstand.
Vor dem Spiel lohnte sich ein genauer Blick auf die Startelf. Cheftrainer Benjamin Duda wechselte drei Mal in der Startelf und brachte Ron Berlinski, David Vogt und Maximilian Fesser von Beginn an für Jonas Marx, Tobias Stockinger und Maurizio Grimaldi.
Wie gewohnt begann auch diese Partie mit der Protestaktion für die Aufstiegsreform. Der Ball ruhte zunächst für zwei Minuten, ehe das Spiel tatsächlich Fahrt aufnahm.
Früher Rückschlag – CFC antwortet sofort
Die erste gute Möglichkeit gehörte den Himmelblauen. Fesser brachte den Ball von rechts ins Zentrum, wo Alberico frei zum Volleyabschluss kam, das Leder aber über den Kasten setzte (4.).
Im direkten Gegenzug schlug Jena zu. Munser wurde auf der rechten Seite in die Tiefe geschickt und schoss den Ball aus kurzer Distanz über Richter hinweg ins lange Eck zur frühen Gästeführung (5.).
Der CFC versuchte sofort zu antworten. Tchouangue brachte eine erste Flanke in den Strafraum, auch die folgende Ecke blieb jedoch ohne Ertrag (7.). Kurz darauf musste Geipl bei einem Jenaer Konter in höchster Not eingreifen und Löder mit einer starken Grätsche stoppen (8.).
Alberico verpasst den Ausgleich
Trotz des frühen Rückstands blieben die Himmelblauen gut im Spiel und kontrollierten zunehmend Ball und Räume. Alberico bekam nach einem starken Solo von Vogt die große Chance zum Ausgleich, wurde von Boog bedrängt und scheiterte mit seinem Abschluss am stark reagierenden Liesegang (11.).
Jena verteidigte insgesamt kompakt und zeigte, warum die Defensive der Thüringer in den ersten Saisonspielen nur vier Gegentreffer zugelassen hatte. Der CFC arbeitete dennoch weiter am Ausgleich. Berlinski kam nach einer Flanke von Löhmannsröben per Kopf zum Abschluss, konnte dem Ball aber nicht genügend Druck mitgeben (18.).
Protest setzt weiteres Zeichen
Nach 25 Minuten wurde die Partie erneut unterbrochen. Beide Fanszenen setzten gemeinsam ein weiteres Zeichen für die Regionalliga-Reform, warfen Flummies auf den Rasen und begleiteten die Aktion mit lautstarkem Protest. Von den übrigen Rängen gab es Applaus für die gemeinsame Botschaft (25./27.).
Danach entwickelte sich die Partie wieder zu einem intensiven Regionalliga-Duell. Die Stimmung auf der Fischerwiese war hervorragend, beide Fanlager trieben ihre Mannschaften lautstark an (31.).
Chemnitz drückt vor der Pause
Mit zunehmender Spielzeit kamen die Himmelblauen zu immer klareren Möglichkeiten. Alberico wurde nach einer Hereingabe von links sieben Meter vor dem Tor geblockt (39.).
Kurz darauf steckte Löhmannsröben auf Fesser durch, der vermeintlich zum 1:1 traf. Die Fahne des Assistenten ging jedoch hoch – Abseits (43.). Auch Alberico kam in der Nachspielzeit noch einmal frei zum Abschluss, setzte den Ball aber knapp am kurzen Eck vorbei (45.+1).
Die größte Szene vor der Pause spielte sich anschließend auf der anderen Seite ab. Munser hatte die Chance auf das 0:2, doch Slamar rettete auf der Linie. In der anschließenden Situation griff der bereits verwarnte Eshele mit der Hand zum Ball und sah Gelb-Rot (45.+3).
So ging es trotz eines klaren Chemnitzer Chancenplus mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen. Ab nun aber in Überzahl.
CFC schnürt Jena ein
Die Gäste reagierten auf den Platzverweis und stellten nach Wiederanpfiff auf ein 4-4-1 um. Der CFC erhöhte den Druck dagegen sofort.
Alberico kam nach einer flachen Hereingabe von Eppendorfer im Strafraum zum Abschluss, wurde aber geblockt (49.). Wenig später legte Fesser eine Flanke per Brust für Berlinski ab. Der Stürmer schloss aus kurzer Distanz ab, doch Liesegang hielt stark (54.).
Die Chemnitzer drückten Jena nun tief in die eigene Hälfte. Baumgart brachte den Ball von links in den Strafraum, Vogt köpfte den Aufsetzer aus fünf Metern knapp über das lange Eck (57.).
Chancen im Minutentakt
Cheftrainer Benjamin Duda reagierte nach einer Stunde mit einem Dreifachwechsel und brachte Grimaldi, Pistol und Stockinger für Alberico, Eppendorfer und Geipl (61.).
Die Partie spielte sich anschließend fast ausschließlich rund um den Jenaer Strafraum ab. Der CFC erarbeitete sich Ecke um Ecke, während den Gästen kaum noch Entlastung gelang .
Die Partie musste nach einer groß angelegten Pyroaktion auf der Südkurve zwischenzeitlich erneut unterbrochen werden. Die komplette Tribüne erstrahlte in Rot, ehe der Nebel langsam abzog und die Partie nach rund sieben Minuten fortgesetzt werden konnte (67.–74.).
Jena verteidigt mit allem
Auch danach änderte sich am Spielbild wenig. Eine Vogt-Flanke rauschte durch den Strafraum, Alberico fehlte nur ein Schritt zur Vollendung (73.). Berlinski köpfte nach einer weiteren Hereingabe frei knapp am Tor vorbei (78.).
Die Gäste warfen sich nun in nahezu jeden Ball. Pistol wurde bei einem Abschluss geblockt (80.), wenig später brachte Grimaldi nach einem Foul an der linken Strafraumkante den nächsten Standard in die Gefahrenzone, doch Jena klärte erneut (83.).
Duda brachte mit Gröger weitere Kopfballpräsenz ins Spiel (86.). Marx kam kurz darauf im Strafraum zum Abschluss, doch Reddemann blockte auch diesen Versuch (87.).
Wilde Schlussphase – Vogt erlöst die Fischerwiese
Dann wurde es dramatisch. Zunächst zappelte der Ball erneut im Jenaer Tor, doch wieder ging die Fahne hoch. Diesmal traf Marx aus kurzer Distanz (89.). Fast im Gegenzug hatte Werner die Entscheidung auf dem Fuß, traf im Eins-gegen-Eins mit Richter aber nur die Latte (89.).
Neun Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Kurz darauf sah Reddemann nach einem Foul an Marx unmittelbar vor dem Strafraum Gelb-Rot (90.+3). Slamar setzte den folgenden Freistoß knapp am langen Eck vorbei (90.+4).
Doch der CFC gab nicht auf. Berlinski brachte den Ball flach von rechts vor das Tor, wo David Vogt zur Stelle war und zum hochverdienten 1:1 einschob (90.+7). Die Fischerwiese explodierte.
Und beinahe wäre sogar noch der komplette Turnaround gelungen. Grimaldi zog in der zehnten Minute der Nachspielzeit auf das kurze Eck ab, doch Liesegang parierte stark mit dem Fuß (90.+10).
Nach elf Minuten Nachspielzeit war Schluss.
Dominanz spät belohnt
Der Chemnitzer FC musste erstmals in dieser Saison einem Rückstand hinterherlaufen und bestand auch diese Prüfung. Nach dem frühen Gegentor übernahmen die Himmelblauen zunehmend die Kontrolle und dominierten die Partie insbesondere nach dem Platzverweis gegen Eshele über weite Strecken.
Lange schien es, als sollte sich der enorme Aufwand nicht auszahlen. Jena verteidigte leidenschaftlich, Liesegang hielt mehrfach stark und der CFC ließ zahlreiche Möglichkeiten liegen. In der Nachspielzeit fiel dann doch der verdiente Ausgleich durch Vogt.
Damit bleibt der CFC auch im siebten Ligaspiel ungeschlagen und nimmt nach einer dominanten Vorstellung zumindest einen Punkt mit.
Chemnitzer FC — FC Carl Zeiss Jena 1:1 (0:1)
CFC: Richter — Tchouangue (86. Gröger), Slamar, Löhmannsröben, Eppendorfer (61. Pistol) — Vogt, Geipl (61. Stockinger), Baumgart — Alberico (61. Grimaldi), Berlinski, Fesser (72. Marx)
FCC: Liesegang — Butzen, Talabidi (61. Teuber), Reddemann, Boog, Burmeister — Munser (46. Wollschläger), Fritz, Ajvazi (61. Werner) — Löder (46. Lankford), Eshele
Tore: 0:1 Munser (5.), 1:1 Vogt (90. +7)
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot Eshele (45. +3), Gelb-Rot Reddemann (90. +3)



