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14.02.2026 - 19.00 Uhr | Top-News

Spektakel auf und neben dem Platz: Chemnitz liefert zum Jubiläum und schlägt den Tabellenführer Lok Leipzig mit 3:0!

Zum großen Jubiläums-Heimspiel „60 Jahre FC Karl-Marx-Stadt & Chemnitzer FC“ empfingen die Himmelblauen am Sonntag den 1. FC Lokomotive Leipzig. Mit dem amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer der Regionalliga Nordost gastierte somit kein Geringerer als der Ligaprimus auf der Fischerwiese.

Alle hatten sich für diesen besonderen Tag ein echtes Fußballfest gewünscht – und Chemnitz hat geliefert: 10.249(!) Zuschauer im eins-Stadion – An der Gellertstraße sorgten für einen würdigen Rahmen dieses Ost-Klassikers. Die Schützlinge von Cheftrainer Benjamin Duda präsentierten sich in herausragender Verfassung und setzten sich dank der besten Saisonleistung hochverdient mit 3:0 (0:0) gegen die Leipziger durch.

Gänsehaut schon vor dem Anpfiff

Bereits vor dem Anstoß herrschte eine besondere Atmosphäre, als die gewählten Vereinslegenden der „60-Jahre-Elf“ offiziell auf dem Stadionrasen geehrt wurden. Vorstandsvorsitzender Helmut Brunhuber, Aufsichtsratsvorsitzender Norman Löster, Ehrenratsvorsitzender Mario Lengtat, Geschäftsführer Tommy Haeder sowie die Vertreter der CFC-Fanpage, Pierre Schönfeld und Michael Mally, überreichten Urkunden, Schals und die eigens entworfenen Jubiläumstrikots.

Jürgen Bähringer, Frank Sorge, Joachim Müller, Ulf Mehlhorn, Rico Steinmann, Steffen Heidrich, Anton Fink, Daniel Frahn, Torsten Bittermann, Chris Löwe und Robert Zickert nahmen die Auszeichnung persönlich entgegen – ein emotionaler Moment, der sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte auf dem Rasen vereinte.

Michael Ballack konnte aus beruflichen Gründen nicht nach Chemnitz reisen. Der größte Name der Chemnitzer Fußballgeschichte ließ es sich jedoch nicht nehmen, per Videobotschaft über die Stadionleinwand zu danken und mit großer Wertschätzung auf den Verein zu blicken, bei dem seine beeindruckende Karriere ihren Anfang nahm.

Die Trainerlegenden Hans Meyer und Christoph Franke mussten ihren geplanten Besuch kurzfristig aus persönlichen Gründen absagen, ließen den Verantwortlichen jedoch im Vorfeld ihren Dank für die Auszeichnung ausrichten.

Sondertrikots, Choreo und ein besonderer Einlauf

Cheftrainer Benjamin Duda hatte bereits im Vorfeld die besondere Energie innerhalb seiner Mannschaft hervorgehoben. Aufgrund der fünften Gelben Karte von Felix Müller sowie des verletzungsbedingten Ausfalls von Johannes Pistol musste er seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg zum Jahresauftakt in Magdeburg auf zwei Positionen umstellen. Zudem nahm Jonas Marx zunächst auf der Auswechselbank Platz. Julius Bochmann, Tom Baumgart und Dejan Bozic rückten dafür neu in die Anfangsformation.

Kapitän Tobias Müller führte die Mannschaft in individuell angefertigten Sondertrikots von Ausrüster JAKO aufs Feld. Die Gastgeber liefen ganz in Weiß mit himmelblauen Applikationen und zahlreichen Details zur sechzigjährigen Vereinsgeschichte auf – ein starkes visuelles Statement zum Jubiläum.

Der Einlauf beider Teams geriet schließlich zu einem echten Spektakel: Die aktive Fanszene der Himmelblauen hatte monatelang an einer aufwendig gestalteten Geburtstags-Choreografie gearbeitet und präsentierte diese in genau diesem Moment. Ein eindrucksvoller Start ins Spiel, der dem Anlass in jeder Hinsicht gerecht wurde.

Attraktive erste Halbzeit ohne Tore

Nach der emotionalen Einstimmung beider Teams in einen Kreis begann die Partie mit viel Intensität auf dem für die Jahreszeit dank der Rasenheizung perfekt zu bespielenden Platz. Auch eine kurze Unterbrechung aufgrund von Pyrotechnik aus dem Gästeblock tat dem Spielfluss keinen nachhaltigen Abbruch.

Der 1. FC Lokomotive Leipzig hatte im ersten Durchgang über weite Strecken etwas mehr Ballbesitz, doch der Chemnitzer FC agierte aufmerksam, verschob kompakt und setzte immer wieder mit viel Wucht Nadelstiche nach vorn. Vor allem über die Flügel sorgten die Gastgeber für Tempo und Gefahr – Alberico leitete mehrere gefährliche Aktionen ein, unter anderem mit einem Solo gegen Dombrowa und einer Hereingabe auf Tobias Müller.

CFC setzt offensive Ausrufezeichen

Die beste Phase der Himmelblauen folgte nach rund einer Viertelstunde: Walthers Flanke wurde auf der Linie geklärt, wenig später setzte Baumgart einen Eckball gefährlich an den ersten Pfosten – ein Lok-Spieler rettete in höchste Not. Der CFC war dem Führungstreffer mehrfach nahe.

Doch auch die Gäste blieben ihrerseits gefährlich. Nach einem Ballverlust tauchte Kang frei vor Adamczyk auf, doch der CFC-Keeper parierte stark mit dem Fuß. Kurz darauf grätschte Bochmann überragend gegen Maier – zwei entscheidende Defensivaktionen in einer ansonsten von beiden Teams offen geführten Partie.

So ging es nach drei Minuten Nachspielzeit mit einem torlosen, aber hochattraktiven 0:0 in die Pause. Die Zuschauer erlebten bis dahin ein intensives Regionalliga-Spiel auf hohem Niveau, in dem beide Mannschaften konzentriert agierten und keinen entscheidenden Fehler zulassen wollten.

Dickes Ausrufezeichen hinter die beste Saisonleistung

Der Chemnitzer FC kam mit viel Energie aus der Kabine und setzte den Tabellenführer sofort unter Druck. Bozic verpasste mit einem Schlenzer nur knapp das lange Eck, wenig später musste Naumann gegen Stockinger stark parieren. Die Himmelblauen zeigten direkt, dass sie hier mehr wollten als nur mitzuspielen.

Lok versuchte zu antworten – Ziane zog aus 25 Metern ab, doch sein Abschluss strich knapp am Pfosten vorbei. Die Partie blieb intensiv und zweikampfbetont, was sich auch in Gelben Karten für Abderrahmane und Eppendorfer widerspiegelte.

Kapitän mit Traumtor zur Führung

In der 62. Minute folgte dann der verdiente Lohn für eine engagierte Vorstellung: Kapitän Tobias Müller nahm sich aus rund 20 Metern ein Herz und traf mit einem wuchtigen Abschluss zur umjubelten 1:0-Führung. Das eins-Stadion – An der Gellertstraße stand Kopf – die Fischerwiese explodierte.

Bozic erhöht vom Punkt

Der CFC blieb dran und legte nur wenige Minuten später nach. Nach einem Foul an Alberico im Fünfmeterraum entschied der aufmerksame Schiedsrichter Lukas Pilz auf Elfmeter. Dejan Bozic behielt vor der Südtribüne die Nerven, verlud Naumann und schob souverän zum 2:0 ein. Die Himmelblauen stellten innerhalb weniger Minuten die Weichen auf Heimsieg.

Der Chemnitzer FC ließ auch nach dem 2:0 nicht locker und hielt den Druck hoch. Lok reagierte mit mehreren Wechseln, doch die Himmelblauen hatten das Heft des Handels längst fest in der Hand und ließen es nicht mehr los. Eine kuriose Freistoßszene sorgte beinahe für das dritte Tor, als Stockinger aus rund 20 Metern nur knapp am kurzen Pfosten vorbeizielte. Das Spiel kippte nun endgültig in Richtung CFC – der Tabellenführer wirkte zunehmend verunsichert.

Mergel trifft mit dem ersten Ballkontakt

In der 77. Minute folgte dann die endgültige Entscheidung – und was für eine: Artur Mergel traf mit seinem ersten Ballkontakt nach Einwechslung. Nachdem Naumann außerhalb des Strafraums den Ball verlor, schaltete Mergel am schnellsten und traf aus 25 Metern ins leere Tor zum 3:0. Flashbacks an das Halle-Spiel wurden wach – erneut zeigte der CFC, dass er in dieser Saison gegen Spitzenmannschaften liefern kann.

In der Folge waren die Chemnitzer näher am 4:0 als Lok am Anschluss. Der eingewechselte Jonas Marx (89.) schloss aus der Drehung zu zentral ab. Kurz darauf köpfte Bozic am kurzen Pfosten aus wenigen Metern vorbei (90. +1).

In der Nachspielzeit feierte dann Eigengewächs Georg Hempel noch sein Debut in der Regionalliga. Erst im Trainingslager unterzeichnete er seinen ersten Profi-Vertrag – nun kam er vor mehr als 10.000 Zuschauern für Tobias Müller ins Spiel.

CFC glänzt am großen Tag

Damit schlägt der Chemnitzer FC den 1. FC Lokomotive Leipzig mit 3:0 und zeigt die beste Saisonleistung an dem Tag, an dem alle Augen auf die Fischerwiese gerichtet waren. Es war ein starkes Spiel und ein verdienter Sieg. So macht man Werbung für den Chemnitzer Fußball!  

In exakt sieben Tagen geht es für den CFC dann beim BFC Preussen in Berlin wieder um Punkte. Am Sonntag, dem 22. Februar gastieren die Himmelblauen ab 14.00 Uhr in der Hauptstadt. Lok Leipzig empfängt zeitgleich den FC Eilenburg.

Chemnitzer FC – 1. FC Lokomotive Leipzig 3:0 (0:0)

CFC: Adamczyk 1 – Walther 4, Bochmann 5, Gebuhr 3, Baumgart 29 – T. Müller  38 (90. Hempel 9), Eppendorfer 25 (76. Mergel 10), Stockinger 7 (84. Damer 13) – Alberico 11 (90. Biven 8), Bozic 33 (84. Marx 19), Grimaldi 23

LOK: Naumann 1 – Grözinger 27 (80. Rühlemann 24), von Piechowski 28, Wilton 5, Dombrowa 34 (76. Zimmer 15) – Adetula 11, Abderrahmane 8, Maier 21 (76. Verkamp 7), Öztürk 30 (80. Kabashi 6) – Ziane 13, Kang 29 (68. Maderer 9)

Tore: 1:0 Müller (62.), 2:0 Bozic (67.), 3:0 Mergel (78.)

Zuschauer: 10.249