Stabilisierter BAK zu Gast in Chemnitz
Am Sonntagnachmittag um 13 Uhr empfangen die Himmelblauen den Berliner Athletik Klub im Stadion – An der Gellertstraße. Die Berliner stabilisierten sich zuletzt seit der erneuten Rückkehr von Volkan Uluc auf die Trainerbank der Hauptstädter. Für den CFC wird es darum gehen den Vorsprung auf die Abstiegsränge beizubehalten.
Gegner: Unruhige Zeiten in der Hauptstadt
Für den Berliner Athletik Klub ist es eine unbefriedigende Spielzeit. Der einstige Aufstiegsaspirant steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz nur einen Punkt vor Schlusslicht Hansa II und bereits sechs Punkte hinter Tabellennachbar Eilenburg (16. Platz). Im Sommer war viel Bewegung auf und neben dem Platz beim BAK aufgrund finanzieller Probleme. Neben dem Trainer Volkan Uluc verließen zwanzig Spieler den Verein und übrig blieb die eigene A-Jugend, ergänzt durch neues Personal, das spät im Transferfenster zur Mannschaft stieß.
Dabei ist der Berliner AK trotz aller Unruhen mittlerweile eine feste Größe der Regionalliga Nordost. Seit nunmehr zwölf Jahren spielen die Berliner in Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Zwei Mal schrammten sie knapp am Aufstieg vorbei und schlossen die jeweilige Spielzeit auf Rang 2 ab. Das erste Mal 2015/16 unter dem aktuellen HSV-Coach Steffen Baumgart. Danach im Duell um den Aufstieg mit den Himmelblauen in der Saison 2018/19.
Im Sommer übernahm dann Jeffrey Seitz an der Seitenlinie die Führung, der nach elf Punkten aus 17 Spielen bereits Anfang Februar wieder entlassen wurde. Sein Nachfolger ist ein altbekanntes Gesicht im Club: Volkan Uluc kehrte zum insgesamt vierten Mal zum BAK zurück (2002/03, 2004/05, 2023, 2024). Er verbrachte inzwischen drei Monate bis zur Entlassung Mitte Dezember beim belgischen Viertligisten UR La Louviére. Der Trainerwechsel fruchtete, denn in den ersten drei Spielen konnten die Hauptstädter zwei Mal gewinnen (so oft wie in allen 17 Spielen zuvor). Zuletzt holten die Berliner dann wieder nur einen Punkt aus vier Spielen. Sie kassierten aber in keinem Spiel mehr als zwei Tore seit Ulucs Rückkehr.
Taktik: Über Kampf und Disziplin zum Klassenerhalt
Uluc setzt seit seiner Rückkehr auf die Grundtugenden im Abstiegskampf. Das bedeutet defensiv stabil stehen und offensive Entlastung über physischen Kampf. Es bedeutet aber auch eine Abkehr von der unter Seitz angestrebten spielerischen Lösung. Die Besinnung auf Grundtugenden ist essenziell für die Berliner, denn mit 45 Gegentoren (3. schlechtester Wert RLNO) und einem xGA (erwartete Gegentore) von 1,72 pro Spiel (2. schlechtester Wert der RLNO) sehen die Defensivmetriken alles andere als berauschend aus. Das konnte auch nicht durch eine brillierende Offensive aufgefangen werden (xG = 1,12; 2. schlechtester Wert der RLNO).
Uluc lässt sein Team in einem 4-4-2 gegen den Ball aufstellen. Dabei versuchen die Berliner das Spielfeld eng zu machen und kompakt zu stehen. Gegen Mannschaften, die ihr Spiel mit drei Spielern aufbauen schiebt sich häufig einer der beiden zentralen Mittelfeldspieler etwas nach vorn direkt hinter die eigenen Stürmer, um so eine Raute zu bilden und im Pressingfall schneller einen der gegnerischen Innenverteidiger unter Druck zu setzten. Lässt der Gegner den Ball auf einen der Außenverteidiger wandern, verschiebt der BAK mit. In diesem Fall schiebt sich der ballnahe äußere Mittelfeldspieler auf den ballführenden Spieler des Gegners und der ballferne äußere Mittelfeldspieler rückt auf Höhe der eigenen Defensivreihe, um eine Fünferkette zu bilden und so die Kompaktheit der Defensive zu gewährleisten, aber gleichzeitig die Breite zu erhalten, um einen schnellen Seitenwechsel zu verhindern. Dabei fehlt jedoch in einigen Situationen die Disziplin der Flügelspieler, die einen gewissen Offensivdrang haben und es ergeben sich bespielbare Räume in deren Rücken.
Mit Ball soll es schnell, hoch und weit gehen und das möglichst auf den Kopf von Stoßstürmer Pilger. Der soll die Bälle dann auf die durchstartenden Flügelspieler verlängern oder festmachen. Auch hier geht es darum, die Defensivordnung zu halten und für den Gegenangriff in Formation zu stehen. Neben Standards gehören Einwürfe zu den Stärken des BAK. Zumindest ergeben sich aus diesen häufigen Torchancen. Auch hier verhalten sich die Berliner ähnlich. Der Einwurf soll Pilgers Kopf erreichen, der mit ein, zwei schnellen Schritten in Richtung des Balles den Gegenspieler abwimmelt und sofort über die gegnerische Abwehr verlängert. Alle zehn Feldspieler des Athletik-Klub befinden sich dabei auf engem Raum, um Verwirrung beim Gegner zu stiften und im Falle des Ballverlustes möglichst viele Spieler, um den ballführenden Akteur des Gegners zu positionieren für die Rückeroberung.
Dadurch kassierten die Hauptstädter seit Ulucs Übernahme nur 1,33 Tore pro Spiel anstatt der 2,18 noch unter Vorgänger Seitz. Das Spiel unter dem „neuen alten“ Coach ist nichts Spektakuläres aber eben das, was ein Team mindestens zeigen muss, um nicht im nächsten Jahr in der Oberliga antreten zu müssen.
Voraussichtliche Aufstellung Berliner Athletik Klub 07: Zwick – Bibija, Avellino, Wurr, Yamada – Ivankovic, Hajjaj - Osawe, Schindler, Gunduz - Pilger (4-2-3-1)
Die letzten 5 Partien
Regionalliga Nordost | 16. Spieltag | 1. FC Lokomotive Leipzig – Berliner AK 07 0:0 (0:0)
Regionalliga Nordost | 24. Spieltag | Berliner AK 07 – BSG Chemie Leipzig 0:1 (0:0)
Regionalliga Nordost | 17. Spieltag | Berliner AK 07 - BFC Dynamo 0:2 (0:0)
Regionalliga Nordost | 23. Spieltag | FC Energie Cottbus – Berliner AK 07 2:1 (1:1)
Regionalliga Nordost | 12. Spieltag | Berliner AK 07 – F.C. Hansa Rostock II 2:1 (1:0)
Personal: Die Ausfälle häufen sich, Damer kehrt zurück
Die Nachricht kam bereits in der vergangenen Woche an: Niclas Erlbeck wird mit einer Innenbandruptur länger ausfallen. Dazu wird Stanley Birke nach einer Trainingsverletzung am Knie nicht zur Verfügung stehen. Der Einsatz von Felix Müller ist fraglich. Er musste nach einem Trainingsunfall genäht werden. Außerdem wird Robert Zickert das Heimspiel gegen den BAK aufgrund seiner fünften Gelben Karte verpassen. Dafür wird Leon Damer nach ausgestandener Gelbsperre in den Kader zurückkehren.
Bilanz: Klare Angelegenheit für Himmelblau
Lang ist die Historie des Duelle des CFC gegen den BAK nicht, dafür spricht sie eine deutliche Sprache. Erstmals trafen die Clubs in der Saison 2018/19 aufeinander. In der Saison konnten beide Teams ihre Heimspiele gewinnen. Seitdem ist der CFC ungeschlagen in diesem Duell. Mit sechs Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage liegt der Chemnitzer FC klar vor den Hauptstädtern im direkten Vergleich.
Auch das einzig relevante tabellarische Duell konnte der CFC für sich entscheiden. In der Saison 2018/19 duellierten sich die Clubs um den Aufstieg. Am Ende stand der Chemnitzer FC jedoch mit sieben Punkten Vorsprung deutlich vor den Berlinern an der Tabellenspitze.
Schiedsrichter: Marko Wartmann aus Großvargula
Für den 43-Jährigen ist es bereits die 114. Regionalligapartie. Dabei verteilte er durchschnittlich knapp unter vier Gelben Karten pro Spiel und griff sich insgesamt vierzehn Mal in die Hintertasche. In dieser Saison war er bisher in fünf Spielen der Regionalliga Nordost im Einsatz. Die Himmelblauen pfiff er zuletzt am 9. Spieltag der Vorsaison beim 2:0-Heimerfolge gegen den FSV Luckenwalde. Unterstützt wird er am Sonntagnachmittag von den Assistenten Tarik El-Hallag (26) und Reinhard Meusel (40) an der Seitenlinie.
Tickets: Ticket-Aktion im Fanshop und an den Tageskassen
Auch zu diesem Heimspiel wird es wieder eine Ticket-Aktion geben. Ausschließlich im CFC-Fanshop und an den Tageskassen wird es ein Ticket-Paket (4 Tickets kaufen und das günstigste ist umsonst) geben. Die Tageskassen und Stadiontore öffnen ab 11.30 Uhr.
Bei dem Spiel handelt es sich um ein Spiel der Kategorie B (siehe Ticketpreise). Der Tageskassenzuschlag beläuft sich auf 2,00 €. Wir empfehlen allen Besuchern den Kauf der Tickets im Vorverkauf sowie über unseren Online-Ticketshop.
Übertragung: Im Stadion und im CFC-Liveticker
Der MDR überträgt das Spiel gegen den Berliner AK 07 weder im TV noch im Livestream. Dafür könnt ihr die Himmelblauen live im Stadion – An der Gellertstraße unterstützen. Außerdem ist das himmelblaue Medienteam für euch unterwegs und berichtet live vom Geschehen im Stadion – An der Gellertstraße. Ihr könnt die Partie auch im Liveticker auf unserer Website oder auf Twitter verfolgen.



