Starke Reaktion in Leutzsch: CFC schlägt Chemie trotz Unterzahl mit 3:1
Der Chemnitzer FC hat die richtige Antwort auf die erste Saisonniederlage gegeben. Vier Tage nach dem bitteren 0:1 gegen den SV Babelsberg 03 gewannen die Himmelblauen vor 4.999 Zuschauern mit 3:1 bei der BSG Chemie Leipzig. Im Alfred-Kunze-Sportpark brachte Roman Eppendorfer den CFC mit einem Traumtor auf Kurs, Tom Baumgart legte nach der Pause nach. Auch eine rund 20-minütige Unterzahl und der späte Anschlusstreffer brachten die Chemnitzer nicht mehr vom Weg ab. Amadeus Zamora sorgte in der Nachspielzeit mit seinem ersten Profi-Tor für die Entscheidung.
Personell stellte Cheftrainer Benjamin Duda dabei im Vergleich zum Spiel am Mittwoch in der Stadtformation nicht um. Einzig Aaron Mensah rückte für den mit Oberschenkelproblemen pausierenden Maurizio Grimaldi in den Kader.
Bei dem gemeinsamen Zeichen für die Aufstiegsreform ruhte der Ball zunächst erneut für eine Protestminute. Anschließend entwickelte sich bei regnerischen Bedingungen in Leutzsch schnell eine intensive Regionalliga-Partie.
Beide Mannschaften suchen den Weg nach vorn
Den ersten Chemnitzer Abschluss verzeichnete Fesser aus der zweiten Reihe, sein wuchtiger Versuch wurde allerdings geblockt (5.). Auf der Gegenseite jubelten die Gastgeber bereits nach einer Freistoß-Flanke, doch Kühns Kopfballtreffer zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht (8.).
Nur zwei Minuten später wurde der CFC erstmals richtig gefährlich. Eppendorfer kam aus zehn Metern zum Abschluss, wurde aber in höchster Not geblockt (10.). Chemie antwortete mit einer langen Hereingabe von links, die Sanogo am langen Pfosten frei vor Richter knapp verpasste (12.).
CFC übernimmt zunehmend die Kontrolle
Nach Ballgewinnen schalteten die Himmelblauen nun immer wieder schnell um. Baumgart schickte Berlinski auf die Reise, dessen abgefälschte Flanke wieder beim Mittelfeldspieler landete. Baumgarts Abschluss aus 15 Metern wurde jedoch geblockt (13.). Auch die folgende Ecke sorgte für Gefahr, nachdem Slamar den Ball am langen Pfosten noch einmal scharf gemacht hatte schossen sich die Gastgeber die Kugel fast ins eigene Gehäuse (14.).
Die bis dahin größte Möglichkeit folgte nach einer starken spielerischen Lösung gegen das Leipziger Pressing. Über Löhmannsröben, Slamar und Baumgart befreite sich der CFC, ehe Alberico den startenden Berlinski perfekt in den Strafraum schickte. Der Angreifer ging an Bergmann vorbei und legte aus spitzem Winkel quer. Wendt klärte unmittelbar vor dem einschussbereiten Fesser knapp am Pfosten vorbei (18.).
Eppendorfer trifft traumhaft zur Führung
Dann belohnten sich die Himmelblauen: Nach einer Hereingabe von links legte Stockinger an der Strafraumkante für Eppendorfer ab. Der Rechtsverteidiger zog direkt ab, sein leicht abgefälschter Schuss schlug unhaltbar im Winkel ein (28.).
Chemie suchte die schnelle Antwort. Kratzer brach auf der linken Seite in den Strafraum durch, wurde aber noch gestoppt. Nach der anschließenden Ecke kam der Klärungsversuch erneut zum Schützen Reincke, der von der linken Strafraumkante rund einen Meter über das lange Eck zielte (31.).
Kurz vor der Pause hatte Chemie Glück, dass Sanogo nach einem weiteren harten Einsteigen gegen Tchouangue nicht seine zweite Gelbe Karte sah (40.). Der Flügelspieler räumte dem Chemnitzer bereits Mitte der ersten Halbzeit ordentlich ab.
So ging es mit einer verdienten 1:0-Führung in die Kabinen. Der CFC hatte mehr Spielanteile und die besseren Möglichkeiten, gleichzeitig blieben die Gastgeber konstant gefährlich.
Baumgart legt nach
Chemie kam zunächst schwungvoll aus der Kabine. Sanogo bekam auf der rechten Seite viel Platz und brachte den Ball flach in die Mitte, wo Richter sicher zugriff (47.).
Die erste gute Chemnitzer Möglichkeit nach dem Seitenwechsel folgte über Stockinger, der Fesser in die Tiefe schickte. Dessen scharfe Hereingabe verpasste Berlinski am ersten Pfosten nur knapp (51.). Auf der Gegenseite tauchte Silic nach schnellem Kurzpassspiel frei im Strafraum auf, schoss aus fünf Metern aber zu zentral auf Richter (52.).
Dann schlug der CFC erneut zu. Slamar bediente Stockinger auf halblinks im Strafraum. Dessen abgefälschter Abschluss entwickelte sich zur Bogenlampe, die Bergmann nur abprallen lassen konnte. Baumgart stand goldrichtig und setzte den Ball ins lange Eck – 2:0 für die Himmelblauen (55.).
Platzverweis bringt neue Dynamik
Kurz vor dem zweiten Treffer musste Duda bereits verletzungsbedingt reagieren. Löhmannsröben, der zuvor in einem Zweikampf mit Kühn zusammengeprallt war, fasste sich mehrfach an die Hüfte und wurde durch Gröger ersetzt (54.).
Die Himmelblauen blieben zunächst am Drücker. Stockinger machte mit Ball viele Meter und steckte am Strafraum auf Alberico durch. Der ging an Bergmann vorbei, konnte aus spitzem Winkel aber nicht mehr gefährlich abschließen (64.).
Nach 68 Minuten brachte Duda mit Marx und Vogt für Berlinski und Stockinger zwei frische Kräfte (68.). Nur zwei Minuten später änderten sich die Vorzeichen allerdings grundlegend. Der zuvor eingewechselte Gröger stoppte den frei durchgebrochenen Kühn als letzter Mann und sah die Rote Karte (70.).
Himmelblaue werfen sich in jeden Ball
In Unterzahl geriet der CFC nun zunehmend unter Druck. Kratzer drang auf der linken Seite in den Strafraum ein, setzte sich bis zu Richter durch und chippte den Ball ins Zentrum. Dort gelang es zwei Leipziger Angreifern jedoch nicht, das Leder an drei Chemnitzern vorbei im Tor unterzubringen (73.).
Chemie drängte immer stärker auf den Anschluss. Gleichzeitig warfen sich die Himmelblauen in jeden Ball und verteidigten die Führung mit großem Einsatz. Duda brachte mit Zamora und Pistol für Fesser und Tchouangue zwei frische Kräfte, die für Entlastung sorgen sollten (84.).
Dann gelang den Gastgebern doch der Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von rechts wollte Slamar im Zentrum klären, überwand dabei aber unglücklich den eigenen Torhüter am kurzen Eck. Es stand nur noch 2:1 (86.).
Zamora macht mit erstem Profi-Tor alles klar
In der Schlussphase warf Chemie noch einmal alles nach vorn. Richter fing eine lange Leipziger Flanke sicher ab und wurde dabei von Sanogo getroffen. Der CFC konnte sich in dieser Phase nur noch gelegentlich aus dem Druck der Gastgeber befreien (90.+3).
Eine dieser Situationen nutzten die Himmelblauen zur endgültigen Entscheidung. Vogt behielt bei einem Konter die Übersicht und schickte Zamora frei auf Bergmann zu. Der Youngster blieb cool, setzte den Ball unten links an den Pfosten und von dort ins Tor. Es war das entscheidende 3:1 und gleichzeitig Zamoras erstes Profi-Tor (90.+4).
Kurz darauf war Schluss.
Starke Reaktion nach dem ersten Rückschlag
Nach der ersten Saisonniederlage gegen Babelsberg zeigte der Chemnitzer FC bei einem schwierigen Auswärtsspiel eine klare Leistungssteigerung. Über weite Strecken kontrollierten die Himmelblauen die Partie, erspielten sich die besseren Möglichkeiten und gingen durch Eppendorfer und Baumgart verdient mit 2:0 in Führung.
Nach dem Platzverweis gegen Gröger musste der CFC rund 20 Minuten in Unterzahl bestehen. Chemie erhöhte den Druck und kam spät zum Anschluss, doch die Himmelblauen verteidigten leidenschaftlich und setzten durch Zamoras Treffer. Nach dem ersten Rückschlag der Saison ist der CFC damit direkt wieder zurück in der Erfolgsspur.
BSG Chemie Leipzig — Chemnitzer FC 1:3 (0:1)
BSG: Bergmann - Wendt, Enke (43. Aliji), Hoops, Lokilo (43. Jakobi) - Reincke, Sanin, Silic (69. Profis) - Kratzer, Kühn, Sanogo
CFC: Richter - Tchouangue (84. Pistol), Slamar, Löhmannsröben (54. Gröger), Eppendorfer - Stockinger (68. Vogt), Geipl, Baumgart - Alberico, Berlinski(68. Marx), Fesser (84. Zamora)
Tore: 0:1 Eppendorfer (28.), 0:2 Baumgart (55.), 1:2 Slamar ET (86.), 1:3 Zamora (90. +4)
Zuschauer: 4.999
Besondere Vorkommnisse: Rot Gröger (70.)



