Zurück zur Übersicht

24.05.2020 - 11.36 Uhr | 1. Mannschaft

Stellungnahme zum Antrag des SFV an den DFB-Bundestag

Der Vorstand und die Geschäftsführung des Chemnitzer FC haben am Wochenende mit großer Verwunderung den gemeinsamen Antrag des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) und des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) an den außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai 2020 zur Kenntnis genommen. Aus diesem Grund veröffentlicht der Chemnitzer FC folgendes Statement:

„Wir haben die Informationen über einen Antrag des Sächsischen Fußballverbandes mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen, da wir dem Präsidenten des SFV, Hermann Winkler, vor wenigen Tagen ausdrücklich darauf hingewiesen hatten, dass der Chemnitzer FC solch einen Antrag nicht unterstützen wird. Daraufhin bestätigte uns der Präsident des SFV am 12. Mai schriftlich, den Antrag nicht einzureichen. 

Über die erneuten Aktivitäten dahingehend sind wir weder in Kenntnis gesetzt worden, noch unterstützen wir den Antrag inhaltlich, vielmehr lehnen wir ihn ab. Unsere Position haben wir gemeinsam mit acht weiteren Drittligisten in einem Schreiben vom 19. Mai gegenüber dem DFB dargelegt. Eine Entscheidung für einen selbstgewählten Abbruch dieser Saison hätte starke Auswirkungen auf die kommenden Spielzeiten. So einfach es klingt: Es ist für einen Fußballclub existenziell wichtig, Fußball zu spielen. 

Profisport unterliegt anderen Anforderungen als der Breitensport. Unsere Arbeitnehmer haben zum einen das Recht auf Berufsausübung, dem wir als Arbeitgeber nachzukommen haben. Zum anderen haben Profifußballer auch die Pflicht, ihren Vertrag zu erfüllen, sofern die Bedingungen es zulassen. Diese sind bei uns in Chemnitz mit Tatkraft und viel Engagement gemäß das Hygienekonzepts des DFB geschaffen worden. Das Konzept der „Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ ist aufwändig, aber umsetzbar. Diesbezüglich gebührt auch der Stadt Chemnitz und dem Freistaat Sachsen unser ausdrücklicher Dank. 

Mit einem selbst herbeigeführten Ende sind wir nicht in der Lage, überlebenswichtige Neuinvestoren und Sponsoren zu akquirieren, auch würden die Erlöse aus der Zentralvermarktung damit in Frage gestellt. Unseren Mitarbeitern und Partnern müssen wir die Perspektive geben können, dass es in der 3. Liga weitergeht. 

Umso erfreulicher finden wir es, dass im Laufe dieser Woche vom DFB endlich eine Entscheidung getroffen wurde, auf deren Grundlage wir alle wieder arbeiten und zudem eine sportliche Entscheidung in der 3. Liga herbeiführen können. Wir haben alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Unsere Mannschaft freut auf den Startschuss.

Verbindliche Aufgabe und Zweck des Sächsischen Fußball-Verbandes ist laut eigener Satzung die Förderung und die Verbreitung des Sports, insbesondere des Fußballsportes – nicht die Verhinderung. Ein Verband, der sich für die Fortführung seines eigenen Pokal-Wettbewerbes stark macht, kann keinen glaubhaften Antrag zur vorzeitigen Beendigung eines anderen Wettbewerbs einreichen. 

Als übergeordneter Verband muss der Sächsische Fußball-Verband künftig wieder die Interessen aller sächsischen Vereine berücksichtigen. Die Gremien des Chemnitzer FC wünschen sich von seinem zuständigen Landesverband für die Zukunft wieder mehr Verlässlichkeit und Transparenz gegenüber all seinen zu vertretenden Vereinen.“

Der Vorstand des Chemnitzer FC e.V.
Die Geschäftsführung der Chemnitzer FC Fußball GmbH