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22.04.2019 - 11.16 Uhr | Top-News

„Tomatensoße geht immer.“

Pelle Hoppe ist nach seinen zwei sehenswerten Toren in aller Munde. Steffen Wunderlich sprach im Vorfeld des Heimspiels gegen Hertha BSC II am Chemnitzer Schlossteich mit dem 19-Jährigen.

Pelle, ich dachte mir, wir treffen uns mal am Wasser. Fühlt sich das für dich als Nordlicht etwas heimisch an?
Ja, das ist eine gewohnte Umgebung für mich. Ich bin in Oldenburg aufgewachsen. Bremen ist ein Teil von mir. Ich war knapp acht Jahre bei Werder und habe dem Verein sehr viel zu verdanken. Ich habe eine große Zeit meines Lebens dort verbracht. Aber ich bin sehr froh, hier in Chemnitz zu sein. Ich fühle mich sehr wohl.

Was hast du im Werder-Leistungszentrum gelernt?
Man bekommt viele Tugenden mit. Ich habe sehr früh gemerkt, wie schnell es im Fußball hoch und wieder runter gehen kann. Deshalb ist es mir wichtig, immer demütig und dankbar zu bleiben.

Hat dir Kristian Taag den Start in Chemnitz vereinfacht?
Ja, ich habe mit ihm drei Jahre in der U17 und U19 von Werder zusammengespielt. Unsere Spielstile könnten unterschiedlicher nicht sein, aber trotzdem verstehen wir uns auf und neben dem Platz sehr gut. Dass Kristian auch hier ist, hat es mir viel leichter gemacht in Chemnitz anzukommen. Er war sehr wichtig für mich.

Wohnt ihr zusammen?
Das nicht. Aber ich wohne direkt bei Deji Beyreuther gegenüber. Ich kannte ihn vorher nicht, aber wir haben uns sehr schnell angefreundet. Es ist praktisch, dass er direkt in der Nähe wohnt. Da sind die Wege kurz. Wenn er mal beim Kochen Hilfe braucht, kann ich schnell rüberkommen und löschen. (lacht)

Kannst du denn kochen?
Ich wohne seit dreieinhalb Jahren allein. Ich würde mich nicht als Profi-Koch bezeichnen, aber ein bisschen was kann ich. Nudeln und Reis bekomme ich ganz gut hin. Tomatensoße geht immer.

Wie hast du deine ersten Monate beim CFC erlebt?
Es ging alles ziemlich schnell. Vielleicht auch etwas zu schnell für mich. Chemnitz war für mich eine ganz neue Stadt. Ich hatte zu Beginn viele andere Sachen im Kopf, gerade mit der Wohnungssuche. Deshalb konnte ich mich anfangs nicht immer voll auf die Einheiten konzentrieren. Das hat man, denke ich, auch in meinen Leistungen gesehen. Ich bin allerdings drangeblieben und jetzt umso glücklicher, dass es dann in den Kurzeinsätzen so gut geklappt hat.

Wie sehr helfen dir dabei auch die erfahrenen Sturmkollegen?
Ich kann auf jeden Fall von Daniel und Dejan viel lernen. Frahner hilft mir sehr viel in den Trainingseinheiten. Er hat mich auch schon ein paar Mal zur Seite genommen. Anfangs, als ich noch kein Auto hatte, bin ich mit ihm zum Training gefahren. Ich kann mir einiges von ihm abgucken. Es ist der normale Weg, dass ich mich als junger Spieler hinter den beiden anstellen und beweisen muss, nichtsdestotrotz will ich mich natürlich durchsetzen. Ich bin glücklich über jede Einsatzminute, die ich bekomme und gebe alles dafür, dass es mehr werden. Die Trainer und Verantwortlichen können es sehr gut einschätzen, wann ich soweit bin auch von Anfang an zu spielen.

Als Spieler haben wir alle deine Qualitäten gesehen. Als Mensch weiß man noch nicht so viel über dich. Was bist du für ein Typ?
Ich würde sagen, dass ich grundsätzlich eher der verrückte Typ bin. So ist jedenfalls die Rückmeldung von den Leuten, mit denen ich häufiger zu tun habe. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mir für keinen Spruch zu schade und immer ehrlich bin.

Welche Musik hörst du gerne?
Vor allem Rap – egal ob deutschen oder amerikanischen. Seitdem ich in Chemnitz bin, höre ich auch ein bisschen Schlager. In unserer medizinischen Abteilung läuft häufiger mal solche Musik. Das kannte ich vorher so nicht. Wenn man Montagfrüh zum Training kommt und den Schlager hört, ist man gleich gut eingestimmt. (lacht)

Wie ist es dir eigentlich am liebsten? Jan, Pelle oder Jan-Pelle?
Ich wurde in meinem Leben bisher nie wirklich Jan genannt. Grundsätzlich heiße ich Pelle.

Wieso eigentlich? Der Name ist ja auch für Norddeutschland eher ungewöhnlich.
Meine Mama macht sehr gerne Urlaub in Schweden und hat viel Astrid Lindgren gelesen. Daher kam dann wohl die Idee für Pelle.