Topspiel-Wochen gehen weiter: Cottbus zu Gast
Endlich wieder Flutlicht! Am Freitagabend empfängt der Chemnitzer FC den FC Energie Cottbus im Stadion – An der Gellertstraße. Der Tabellenzweite aus der Lausitz bringt die beste Offensive der Liga mit. Anpfiff ist um 18 Uhr.
Gegner: Das Powerhouse der Liga
Nach dem Topspiel gegen Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt (0:1) wartet am Freitagabend die nächste richtungsweisende Partie auf den CFC. Der erste Erfurt-Verfolger FC Energie Cottbus kommt nach Sachsen. Vor dem Spieltag liegen die Lausitzer vier Punkte vor den Himmelblauen und können diesen Vorsprung mit einem Sieg auf sieben ausbauen. Dem CFC droht dadurch, den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Im Hinspiel setzte es für die Jungs von Cheftrainer Christian Tiffert eine klare 1:3-Niederlage. Nun gilt es, die Saison-Bilanz im Rückspiel auszugleichen.
Die meisten Tore (47), die meisten Torvorlagen (42) und die meisten an den Mann gebrachten Flanken (140) gibt's derzeit der Lausitz zu bestaunen. Energie kommt mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen und einer Tordifferenz von 10:2 nach Chemnitz. Besonders emotional war der Last-Minute-Sieg gegen den giftig auftretenden Berliner AK am vergangenen Wochenende. In diesem Spiel feierte auch Neuzugang Timmy Thiele (188 Drittliga-Spiele) seine Torpremiere in rot-weiß.
Im 4-3-3-System liefen die Lausitzer in dieser Saison am häufigsten auf. In den 1970ern feierte Ajax Amsterdam in dieser Formation große Erfolge, heute versucht es Energie. Das klare System bietet den Cottbussern durch die zahlreichen Dreiecke stets nahe Anspielstationen. Herzstück des 4-3-3 ist das spielstarke Mittelfelddreieck Hofmann-Kujovic-Oesterhelweg. Damit haben die Cottbusser im Zentrum eine zahlenmäßige Überzahl und können so das Spiel in Ballbesitz besser kontrollieren. Dadurch kommen auch 520 Pässe pro Partie zustande, die absoluter Topwert in der Regionalliga Nordost sind.
Größtes Manko der Lausitzer ist ihre eigenen Auswärtsbilanz. Im heimischen Stadion der Freundschaft sind sie überdurchschnittlich stark (zehn Siege, eine Niederlage). Auf fremdem Rasen blieben die Lausitzer aber schon acht mal ohne Sieg und haben im Jahr 2023 auswärts noch gar keinen Sieg feiern können.
Personell haben die Cottbusser aktuell mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Niklas Geisler (muskuläre Probleme), Tim Heike (Außenmeniskusriss), Axel Borgmann (Krankheit), Paul Milde (Achillessehnenreizung), Joshua Putze (Kreuzbandriss), Malcolm Badu (muskuläre Probleme) und Tobias Hasse (Knieprobleme) sind für das Auswärtsspiel in Chemnitz fraglich. Timmy Thiele hat nach seiner längeren Abstinenz vom Profifußball ebenfalls noch Fitnessprobleme.
Voraussichtliche Aufstellung FC Energie Cottbus: Bethke – Badu, Eisenhuth, Slamar, Hasse – Kujovic, Hofmann, Oesterhelweg – Wähling, Thiele, Abu-Alfa
Stimmen: "Cottbus hat eine sehr komplette Mannschaft"
Auf der Pressekonferenz vor der Partie sowie bei LausitzTV sammelte ClubTV die wichtigsten Stimmen.
Christian Tiffert (Cheftrainer des Chemnitzer FC): "In einem Topspiel entscheiden Kleinigkeiten. Dazu sind die Defensiven beider Mannschaften zu gut, da gibt es nicht eine Fülle von Torchancen. Es geht um Effizienz. Und man darf sich vor allen Dingen keine Fehler entscheiden. Cottbus spielt sehr variabel, ist sehr komplett. Sie haben einen gut besetzten Kader und können auf Ausfälle sehr gut reagieren. Hinzu kommen die Eingespieltheit, eine stabile Abwehr, ein gutes Umschaltspiel und gute Spieler, die auf engem Raum Dinge lösen können."
Claus-Dieter Wollitz (Cheftrainer des FC Energie Cottbus): "Wenn wir gewisse Sachen erfüllen, sind wir erfolgreich. Am Freitag geht’s drum, den Schwung der letzten beiden Spiele mitzunehmen. Wir brauchen über 90 Minuten eine sehr fokussierte und disziplinierte Leistung."
Personal: Zickert kehrt zurück, Walther muss noch warten
Nach seiner Gelb-Sperre kehrt Innenverteidiger Robert Zickert zurück in den Spieltagskader. Niclas Walther hingegen muss nach seinem Platzverweis im Spiel gegen den VfB Germania Halberstadt noch eine Partie aussetzen. Zu den langzeitverletzten Max Roscher (Reha nach Fuß-OP) und Dominik Pelivan (Muskelfaserriss) ist unter der Woche kein weiterer Ausfall hinzugekommen.
Bilanz: Klarer Vorteil für himmelblau
Trotz der großen Historie beider Teams, sind CFC und FCE erst 26-mal aufeinandergetroffen (elf Siege für die Himmelblauen, neun Remis, sechs Niederlagen). Im 20. Jahrhundert gab es das Duell der beiden Ost-Teams nur selten, da Cottbus die überwiegende Zeit in der zweitklassigen 1. DDR-Liga verbrachte. In den 14 Duellen zu DDR-Zeiten konnte Energie nur eine Partie gegen den FC Karl-Marx-Stadt gewinnen. Zu Dritt- und Zweitliga-Zeiten ebenfalls. In der Regionalliga liegen die Lausitzer mit drei Siegen aus fünf Partien vorn.
Schiedsrichter: Philipp Vierock aus Berlin
Zum dritten Mal in dieser Saison wird der 31-Jährige am Freitagabend eine Partie des Chemnitzer FC leiten. In den CFC-Partien gegen Rot-Weiß Erfurt (0:3) und den ZFC Meuselwitz (4:0) verteilte er insgesamt sechs Gelbe Karten. Vierock pfeift in dieser Saison nebenbei noch Partien in der NOFV-Oberliga Nord und in der Berlin-Liga. Unterstützt wird er am Freitagabend von seinen Assistenten Kai Kaltwaßer und David Dahlhaus. Beide kommen aus Berlin und leiteten in dieser Saison ausschließlich Partien auf Oberliga-Ebene.
Anekdote: Marc Endres und Fabian Stenzel in der Südkurve
Beim 4:0-Heimsieg gegen Energie Cottbus am 32. Spieltag der Saison 2015/16 schlichen sich die CFC-Leistungsträger Marc Endres und Fabian Stenzel in die Südkurve, um das Spiel von dort aus gemeinsam mit den Fans zu verfolgen. Endres fehlte Trainer Sven Köhler damals aufgrund einer Gelb-Sperre und gab vor der Partie noch ein Interview bei ClubTV. Was durfte dabei nicht fehlen? Das Bier in der Hand und der CFC-Schal um den Hals.
Verkehrslage: ÖPNV am Spieltag "erheblich eingeschränkt"
Alle CFC-Fans, die am Freitagabend den städtischen Öffentlichen Personennahverkehr der Chemnitzer Verkehrs AG (CVAG) nutzen wollen, müssen sich auf "erhebliche Einschränkungen und Ausfälle im Linienverkehr" einstellen. Das kündigte die CVAG am Dienstag an. Grund dafür ist ein ganztägiger Streik der Gewerkschaft ver.di am Freitag. Folgende Linien sollen bedient werden: 23, 26, 39, 42, 43, 46, 49, 56, 63, 69, 79, 89, S91, 96 sowie alle Nachtlinien. Teilweise bedient werden können die Linien: 41, 53 und 73. Weitere Informationen dazu gibt es hier.
Zudem rät die Polizei, bei der Anreise zum Stadion mit PKW das Stadtzentrum Chemnitz zu meiden. Grund dafür ist der globale Klimastreik, der unter anderem in Chemnitz um 16 Uhr am Roten Turm startet und dann durch die Chemnitzer Innenstadt zieht.
Tickets: CFC-Fanshop, online oder an den Tageskassen
Eintrittskarten für das Freitagabendspiel gegen den FC Energie Cottbus gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, zu den bekannten Öffnungszeiten im CFC-Fanshop, im Online-Ticketshop des Chemnitzer FC oder an den Tageskassen an der Heinrich-Schütz-Straße. Das Stadion öffnet sich um 16.30 Uhr.
Übertragung: Pay-per-View-Livestream, Gellertwelle oder Liveticker
Die Partie zwischen dem Chemnitzer FC und dem FC Energie Cottbus könnt Ihr natürlich auch unterwegs oder von Zuhause aus verfolgen. Der Streamingdienst Onefootball bietet einen Livestream für 3,49 Euro an. Wem der Pay-per-View-Livestream zu viel ist, bleibt über die Kanäle des CFC auf dem Laufenden. Unser himmelblaues Medienteam ist vor Ort und stellt einen Liveticker der Partie auf der Website sowie auf Twitter bereit. Außerdem übertragen die Jungs der "Gellertwelle" im Fan-Radio das Spiel für Euch live.



