Trainer-Trickkiste: Babelsberg unter Ronny Ermel – Zwischen Umbruch und Ballbesitzfußball
In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir erneut einen genauen Blick auf den nächsten Gegner des Chemnitzer FC: den SV Babelsberg 03. Das Medienteam des CFC hat den kommenden Kontrahenten ausführlich analysiert, um euch optimal auf das anstehende Auswärtsspiel vorzubereiten. Anpfiff ist am Dienstag um 19 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion.
Mit dem Wechsel auf der Trainerbank steht der SV Babelsberg 03 vor einer Phase der Neuausrichtung. Ronny Ermel, zuvor langjähriger Co-Trainer unter Markus Zschiesche, hat Anfang März die Verantwortung übernommen und soll die Brandenburger stabilisieren. Seine erste Partie als Chefcoach endete mit einer 0:2-Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt, doch schon hier waren klare taktische Strukturen erkennbar. Ermel setzt auf eine Mischung aus kontrolliertem Ballbesitz und intensivem Pressing. Wir schauen uns an, was er seiner Mannschaft mit auf den Weg gibt.
Flexibles Defensivsystem bleibt die Basis
Babelsberg bleibt sich in der defensiven Grundordnung treu und verteidigt gegen den Ball weiterhin in einer 5-2-3 beziehungsweise einer 4-3-3-Formation. Besonders Leon Bürger spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Defensivakteur schwebt zwischen den Ketten und nimmt eine flexible Rolle zwischen der Sechs und der Innenverteidigung ein. Vor allem gegen den Ball rückt er in die Fünferkette ein und mit Ball soll er eine Überzahl im spielerisch starken Mittelfeld erzeugen.
Der Verlust von Jannes Vollert trifft Babelsberg empfindlich
Ein erheblicher Einschnitt für Babelsberg ist der Abgang von Jannes Vollert, der den Verein im Januar zu Phoenix Lübeck in die Regionalliga Nord verlassen hat. Der Innenverteidiger war eine Schlüsselkomponente im Babelsberger Spielaufbau, zeichnete sich durch eine hohe Passsicherheit aus und minimierte Ballverluste im Aufbau. In der Hinrunde gehörte er ligaweit zu den sichersten Ballverteilern aus der hinteren Reihe und brachte Struktur ins Spiel. Mit seiner Passgenauigkeit und Übersicht gab er dem Team Sicherheit, was vor allem gegen hohes Pressing von großer Bedeutung war.
Ballbesitz mit begrenzter Durchschlagskraft
Babelsberg bleibt ein ballbesitzorientiertes Team, das das Spielgeschehen oft dominieren möchte, aber große Schwierigkeiten hat, daraus echte Torgefahr zu generieren. Zwar gelingt es Babelsberg, viele Pässe ins letzte Drittel zu spielen, doch in der Folge fehlt die Präzision, um gefährliche Abschlüsse zu kreieren.
Zudem stellen schnelle Umschaltmannschaften Babelsberg vor Probleme. Da die Potsdamer im eigenen Ballbesitz weit aufrücken, entstehen Lücken in der Defensive, die mit direktem vertikalem Spiel attackiert werden können. In der Vergangenheit hatten die Brandenburger bereits Schwierigkeiten, ihre hohe Abwehrlinie bei Ballverlusten zu stabilisieren, was dem CFC Räume für schnelle Angriffe bieten könnte.
Voraussichtliche Aufstellung: Stein 34 – Büch 27, Häusl 31, Zeiger 21, Postelt 28 – Wegener 6, Bürger 22, Covic 10 – Werbelow 7, Frahn 11 (C), Maciejewski 23



