Trainer-Trickkiste: Ballbesitz, Qualität und Zielstrebigkeit – So spielt Altglienicke unter Twardzik
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: die VSG Altglienicke. Das Medienteam des CFC hat die Berliner analysiert, um euch optimal auf das Auswärtsspiel am Sonntag um 14 Uhr in der Spree-Arena in Fürstenwalde einzustimmen.
Nach dem Trainerwechsel von Ersan Parlatan zu Interimscoach Dan Twardzik haben sich die Berliner spürbar verbessert. Auf fünf Spiele ohne Sieg vor dem Wechsel, folgten sechs ungeschlagene Spiele in Serie. Und wie die Berliner ihre Spiele angehen, schauen wir uns jetzt an.
Spiel mit dem Ball: Kontrolle durch Qualität und Struktur
Altglienicke setzt klar auf Ballbesitzfußball und gehört mit 347 erfolgreichen Pässen pro Spiel (5.) zu den spielstärksten Teams der Liga. Der Aufbau erfolgt meist über eine Viererkette, die gezielt die technisch guten Sechser sucht. Mit Tim Rieder und Kapitän Philip Türpitz stehen zwei erfahrene Akteure im Zentrum, die gemeinsam auf 385 Spiele in der 2. und 3. Liga kommen.
Torhüter Luis Klatte wird aktiv in den Aufbau eingebunden und überzeugt mit seiner Spielstärke am Fuß. Der Keeper traut sich auch Bälle durch das Zentrum auf den gut platzierten Mitspieler mit einem gewissen Risiko zu. Die Berliner wollen kontrolliert aufbauen, den Gegner bewegen und dann gezielt in die Tiefe spielen – häufig über präzise, gut getimte Pässe von Türpitz.
Offensivspiel: Flügel, Wucht und zweiter Ball
Mit 13 Abschlüssen pro Spiel (4.) sucht Altglienicke regelmäßig den Weg zum Tor, auch wenn nur 4,5 davon den Kasten treffen (10.). Die Schussgenauigkeit liegt bei 34 % (14.), was auch daran liegt, dass rund sechs Versuche pro Spiel aus der Distanz kommen (2.). Gerade Philip Türpitz und Erik Tallig sind hier wichtige Faktoren – Tallig mit knapp drei Distanzschüssen pro Spiel (3.), Türpitz mit zwei (9.).
Zentrale Anspielstation bleibt Jonas Nietfeld mit 19 Treffern. Der Mittelstürmer fungiert als Zielspieler, lässt Bälle prallen und bringt die nachrückenden Flügelspieler ins Spiel. Viele Angriffe laufen über die Außenbahnen – entweder mit Flanken oder direkten Aktionen Richtung Zentrum. Besonders gefährlich wird es beim Nachsetzen: Altglienicke ist stark bei zweiten Bälle und erzeugt so konstant Druck im Strafraum.
Dynamik und Verlagerungen als Schlüssel
Ein prägendes Element im Offensivspiel ist das Tempo. Die Berliner nutzen gezielt diagonale Verlagerungen, um das Spiel schnell auf die ballferne Seite zu verlagern und Räume zu öffnen. Türpitz genießt dabei viele Freiheiten und kann das Spiel lenken.
Mit 57 erfolgreichen Pässen im Angriffsdrittel (5.) zeigt sich die Zielstrebigkeit im letzten Drittel, während 106 Pässe im Defensivdrittel (7.) die saubere Struktur im Aufbau unterstreichen.
Defensivverhalten: Kompakt, organisiert, aggressiv
Gegen den Ball zeigt sich Altglienicke sehr organisiert. Die Mannschaft ist schnell in der eigenen Ordnung, bringt viele Spieler hinter den Ball und verteidigt kompakt im 4-4-2.
Das Pressing beginnt meist im Mittelfeld, etwa 35 Meter vor dem gegnerischen Tor.
Mit Ibrahimi neben Nietfeld in der ersten Linie wird das Anlaufen strukturiert aufgeteilt. Beide Stürmer lenken das Spiel und setzen gezielte Pressingimpulse. Gleichzeitig bleibt die Mannschaft aggressiv im Umschalten und attackiert Ballverluste sofort.
Individuelle Klasse trifft auf klare Abläufe
Altglienicke vereint spielerische Qualität mit klaren taktischen Abläufen. Die Mischung aus Ballbesitz, Flügelspiel und physischer Präsenz macht sie zu einem schwer zu bespielenden Gegner.
Für den Chemnitzer FC bedeutet das: kompakt bleiben, zweite Bälle verteidigen und die Räume im Zentrum schließen. Denn die VSG nutzt jede Unachtsamkeit – und hat mit Spielern wie Nietfeld, Türpitz, Tallig und vielen mehr die Qualität, Spiele jederzeit zu entscheiden.
Voraussichtliche Aufstellung: Zwick 1 – Weik 31, Kapp 16, Kebe 5, Tezel 17 – Türpitz 20 (C), Rieder 23 – Zografakis 7, Ibrahimi 39, Tallig 30 – Nietfeld 10



