Zurück zur Übersicht

25.09.2025 - 11.37 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Carl Zeiss Jena – Pressingmaschine mit Stabilität und Physis

In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Carl Zeiss Jena. Das Medienteam des CFC hat die Thüringer analysiert, um euch optimal auf das Auswärtsspiel einzustimmen. Anstoß ist am Samstag um 16 Uhr im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Der CFC reist mit Rückenwind nach Thüringen: Nach dem 3:0-Heimsieg gegen Halle und dem Auswärtspunkt in Erfurt wartet nun die nächste Herausforderung. Jena ist seit fünf Spielen ungeschlagen – der CFC bringt seinerseits vier Partien ohne Niederlage mit ins Ernst-Abbe-Sportfeld.

Formstark, kompakt, gefährlich

19 Punkte aus acht Spielen, Platz vier der Tabelle – und dazu noch ein Spiel weniger: Carl Zeiss Jena ist furios in die Saison gestartet. Einziger Makel bisher: die späte 1:2-Niederlage gegen Altglienicke und ein Remis gegen Zwickau. Die übrigen sechs Partien wurden gewonnen. Zuletzt feierte Jena vier Siege in Folge – mit stolzen 450 Minuten ohne Gegentor. Im eigenen Stadion haben sie bisher noch kein einziges Gegentor kassiert.

Seit März steht Volkan Uluc an der Seitenlinie – ein bekanntes Gesicht im Nordost-Fußball (u. a. BFC Dynamo, Berliner AK und schon früher Jena). Unter seiner Regie punktet die Mannschaft mit einem Schnitt von 1,95 Zählern pro Spiel – ein absoluter Topwert. Uluc hat das Team zu einer kompakten, strukturierten und gleichzeitig gefährlichen Einheit geformt.

Pressing, Physis, Präsenz

Mit nur drei Gegentoren stellt Jena aktuell die beste Abwehr der Liga. Zu Hause kassierten die Jenaer noch keinen Gegentreffer, auf der anderen Seite traf der CFC bisher in jeder Partie – eine der beiden Serien wird reißen. Basis dafür ist ein aggressives Pressing im 4-4-2: die letzte Kette oft an der Mittellinie, permanentes Anlaufen und konsequentes Verschieben ins gegnerische Drittel.

Besonders auffällig ist die physische Dominanz. Jenas Startelf misst im Schnitt 1,85 Meter – robust in den Zweikämpfen, kaum zu bezwingen in der Luft und taktisch diszipliniert. Körperlich stark, taktisch klar – Jena ist defensiv ein äußerst unangenehmer Gegner.

Breite im Aufbau, Klarheit im Spiel

Auch mit Ball überzeugt Jena mit Struktur. Der Aufbau erfolgt meist in einer 3-2-Ordnung: Rechtsverteidiger Butzen schiebt hoch, Linksverteidiger Talabidi bleibt tiefer. Torhüter Liesegang agiert mutig bis 30 Meter vor dem eigenen Tor und fungiert als zusätzlicher Feldspieler – Überzahl im Aufbau inklusive.

Danach setzt Jena auf das "Steil-Klatsch"-Prinzip, zieht das Feld maximal in die Breite und kombiniert sich geduldig, aber zielstrebig nach vorn. Ein klarer, gut gesteuerter Offensivplan.

Standards, Torgefahr, Variabilität

17 Tore aus acht Spielen – drittbeste Offensive der Liga. Zehn verschiedene Torschützen machen Jena schwer ausrechenbar.

Besonders stark: Standardsituationen. Sechs der Treffer fielen nach ruhenden Bällen. Top-Torjäger ist Neuzugang Manassé Eshele (3 Treffer), ebenso wie Innenverteidiger Maxim Hessel, der aus der eigenen Jugend stammt.

Dazu kommen wuchtige Offensivkräfte wie Kevin Lankford (1,86 m) und Eshele (1,90 m), die Bälle festmachen und weiterverteilen können. Linksaußen Alexander Prokopenko bringt das spielerische Element: Neun erfolgreiche Dribblings – zweitbester Wert der Liga – machen ihn zu einem der auffälligsten Flügelspieler.

Herausforderung für den CFC

Nach den überzeugenden Auftritten gegen Halle und in Erfurt ist das Selbstvertrauen bei den Himmelblauen groß. Jena bringt fußballerisch wie körperlich fast alles mit – aber auch diese Serie ist nicht unantastbar, wenn der CFC die richtigen Mittel findet.

Voraussichtliche Aufstellung: Liesegang – Talabidi, Reddemann, Hessel, Butzen (C) – Prokopenko, Fritz, Schau, Lankford – Weihrauch, Eshele (4-4-2)