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19.08.2024 - 17.26 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: CFC gastiert beim offensiven Powerhouse der Liga

In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Carl Zeiss Jena. Das Medienteam des Clubs hat den Gegner analysiert, um euch optimal auf das anstehende Auswärtsspiel einzustimmen. Am Mittwoch um 19 Uhr ist Anpfiff auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld.

Neun Punkte, zwölf Tore und die Tabellenführung nach drei Spielen. Der FC Carl Zeiss Jena ist als einziges Team perfekt in die Spielzeit 2024/25 der Regionalliga Nordost gestartet. Die Mannschaft von Cheftrainer Henning Bürger ist in Pflichtspielen seit dem 26. März 2024 ungeschlagen. Doch was ist das Erfolgsrezept der Paradiesstädter.

Viel Ballbesitz aber Gefahr über die Umschaltsituationen

Bürgers Team will das Spiel aus einer 4 – 4 – 2 Grundformation selbst bestimmen, muss es aber nicht. In den ersten drei Spielen erreichten die Thüringer einen Ballbesitzwert von 52,9 %. Das klingt nicht viel, es ist aber zu bedenken, dass der aktuelle Tabellenführer einen Großteil der Zeit in Führung lag. Liegt ein Team vorn muss der Gegner aktiver werden, mehr Risiko gehen und führt automatisch öfter den Ball als bei Gleichstand oder eigener Führung.

Trotz der Kontrolle nutzt der FC Carl Zeiss das Chaos bei hohen Balleroberungen im Pressing oder Gegenpressing eiskalt und wird darüber gefährlich. Durch die hohe Spielkontrolle befinden sich bei Ballverlust viele Jenaer um den Gegenspieler und können den Ball zurückerobern. Auch hier weist die Bürger-Elf mit 46 Balleroberungen (1.) einen Bestwert vor. Danach soll schnell abgeschlossen werden. Dafür gehen vier Spieler zusätzlich zum ballführenden Akteur in die Spitze und der Angriff wird in einem sehr flexiblen 2 – 3 – 3 – 2 gespielt. 

Abschlüsse aus jeder Lage

Der FCC hat nicht nur die meisten Tore geschossen, sondern frei nach dem Motto "100 % der Schüsse, die du nicht nimmst, gehen nicht ins Tor" (Wayne Gretzky) auch am häufigsten den Abschluss gesucht (57 Schüsse). Davon gingen 24 auf das gegnerische Tor (1.). Das bedeutet 50 % der Schüsse, die die Jenaer auf den gegnerischen Kasten brachten, landeten auch im Tor. Diese Quote wird über eine ganze Saison schwer zu halten sein. Statistisch erwartet wurden anstatt Jenas zwölf Toren nur knapp sieben.

Allein Top-Torjäger Erik Weinhauer (8 Tore) schoss zehn Mal auf das Tor, Vorjahres-Torschützenkönig Elias Löder (1 Tor, verletzt: Knöchelbruch) auch immerhin sechs Mal. Weinhauer, der in seinen beiden Saisons bei Rot-Weiß Erfurt insgesamt sieben Mal traf (47 Einsätze), ist deutlich effizierter als bisher. Wie auch beim FSV Zwickau gilt: Statistiken gleichen sich über den Lauf einer langen Saison an.

Defensive nicht unüberwindbar

Gegen den Ball tun sich die Paradiesstädter schwerer. Bisher ist es dem FCC aufgrund der Offensivstärke noch nicht zum Verhängnis geworden. Der schnelle, vertikale Spielstil ist allerdings riskant. Die meisten Gegentore kassierten die Jenaer nach schnellen Kombinationen über die Außenbahnen und anschließende Hereingaben. Auch in der Luft kann der FC Carl Zeiss Jena überwunden werden.

Voraussichtliche Aufstellung: Liesegang 1 – Krämer 13, Reddemann 5, El Hajia 32, Butzen 26 (C) – Richter 27, Schau 25, Muqaj 28, Gipson 3 – Sezer 9, Weinhauer 7 (4 – 4 – 2)