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07.02.2025 - 14.41 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Das Offensive-Powerhaus gastiert zum Traditionsduell in Chemnitz

Der FC Carl Zeiss Jena – ein absoluter Traditionsverein, Tabellenführer der ewigen DDR-Oberliga-Tabelle, und war das heißeste Eisen der Liga, als der CFC in der Hinrunde an der Saale gastierte. Mittlerweile ist die Temperatur der Jenaer Formkurve etwas abgeflacht – der Kontakt zur Ligaspitze gar abgerissen, auch weil immer wieder große Verletzungsprobleme dazugekommen sind. Durch den starken Nachwuchs in den eigenen Reihen konnten die Verletzungen zumindest personell aufgefangen werden, und so hält sich der FCC weiter im oberen Tabellendrittel der Liga – aktuell seit vier Spielen ungeschlagen. Wie es das Team von Cheftrainer Henning Bürger aktuell sportlich angeht, schauen wir uns jetzt für euch genauer an.

Viel Ballbesitz, aber Gefahr vor allem über Umschaltsituationen

Bürgers Team will das Spiel aus einer 4-4-2 bzw. 4-2-2-2-Grundformation selbst bestimmen, muss es aber nicht. Die Thüringer zeigen sich flexibel, abhängig von Stärken und Schwächen des Gegners. Tendenziell tun sich die Jenaer allerdings leichter, wenn sie weniger selbst gegen einen tiefstehenden Gegner kreieren müssen.

Trotz der Kontrolle nutzt der FC Carl Zeiss das Chaos bei hohen Balleroberungen im Pressing oder Gegenpressing immer wieder eiskalt aus. Durch die hohe Spielkontrolle befinden sich bei Ballverlust viele Jenaer um den Gegenspieler und können den Ball so meist schnell zurückerobern. Auch hier stellt die Bürger-Elf mit 228 Balleroberungen aktuell den Liga-Bestwert auf. Danach soll schnell abgeschlossen werden. Dafür gehen oft gleich vier Spieler zusätzlich zum ballführenden Akteur in die Spitze, und der Angriff wird sehr flexibel mit vielen Freiheiten für die Offensivspieler zu Ende gespielt, was Jena unberechenbar macht.

Abschlüsse aus jeder Lage

Der FCC hat nicht nur die meisten Tore geschossen, sondern folgt frei nach dem Motto "100 Prozent der Schüsse, die du nicht nimmst, gehen nicht ins Tor" (Wayne Gretzky) auch einer klaren Strategie: Sie suchen am dritthäufigsten den Abschluss (286 Schüsse). Davon gingen 101 auf das gegnerische Tor (2.). Knapp 50 Prozent der Schüsse, die die Jenaer auf das gegnerische Tor brachten, landeten auch im Netz.

In der Hinrunde stand an dieser Stelle in unserer Analyse noch, dass sich dieser Wert wohl im Laufe der Saison nach unten korrigieren würde – das ist aber bisher nicht passiert. Respekt an die Jenaer, das ist eine herausragende Quote!

Defensive nicht unüberwindbar

Im Spiel gegen den Ball tun sich die Paradiesstädter schwerer. Beim starken Saisonstart wurde das durch die enorme Offensivstärke noch kaschiert. Nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase hat sich die Defensive der Bürger-Elf allerdings stabilisiert. In den letzten vier Spielen kassierte der FCC nur zwei Gegentreffer.

Der schnelle, vertikale Spielstil ist allerdings riskant. Die meisten Gegentore kassierten die Jenaer nach schnellen Kombinationen über die Außenbahnen und anschließende Hereingaben. Auch in der Luft kann der FC Carl Zeiss Jena überwunden werden – sicherlich auch eine Folge der jungen Kaderzusammenstellung.

Voraussichtliche Aufstellung: Liesegang 1 – Butzen 26 (C), Reddemann 5, Hessel 29, Gipson 3 – Richter 27, Petermann 17, Muqaj 28, Tattermusch 20 – Zank 23, Weinhauer 7 (4-4-2)