Trainer-Trickkiste: Effizienz, Umschaltwucht und Standards – So spielt der BFC Preussen
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den BFC Preussen. Am Mittwoch, dem 8. April, gastieren die Himmelblauen im Preussenstadion in Berlin, wo ab 17 Uhr das Nachholspiel des 23. Spieltags ansteht. Nach Ostern geht es damit direkt in die entscheidende Phase der englischen Woche – und die Chemnitzer wollen den nächsten Schritt gehen.
Der Aufsteiger spielt bislang eine starke Saison. Mit Platz 8 steht der BFC punktgleich mit dem CFC da – lediglich die Tordifferenz trennt beide Teams. Unter Trainer Daniel Volbert, der bereits in seiner vierten Saison an der Seitenlinie steht und damit zu den dienstältesten Trainern der Liga gehört, haben sich die Preussen direkt in der Regionalliga etabliert. Besonders bemerkenswert: Die Berliner stehen sieben Plätze besser, als es ihr Marktwert (15.) vermuten lässt – kein Team performt stärker über den eigenen Möglichkeiten. Zudem ist der BFC seit fünf Ligaspielen ungeschlagen.
Effizienz als größte Stärke
Offensiv gehört der BFC mit 37 Treffern (12. Platz) zwar nicht zu den Topteams, doch die Effizienz ist herausragend. 40 % aller Abschlüsse gehen auf das Tor (1.) – Bestwert der gesamten Liga. Gleichzeitig kommen die Berliner auf 5 Schüsse aufs Tor pro Spiel (3. Platz).
Auch bei Standards sind die Berliner brandgefährlich. Mit 8 Kopfballtoren (5.) zählen sie zu den stärksten Teams bei ruhenden Bällen. Körperlichkeit und Timing im Strafraum sind hier entscheidende Faktoren.
Variabel im Abschluss – viele Torschützen
Die Offensive verteilt sich auf viele Schultern. Top-Torjäger ist Mittelstürmer Nicolas Frank mit 6 Treffern. Dahinter folgen gleich 15 weitere Torschützen, darunter der ehemalige Drittligastürmer Patrick Breitkreuz mit 4 Toren. Insgesamt kommt der BFC auf 16 verschiedene Torschützen – das ist geteilter Bestwert der Liga.
Diese Variabilität macht die Berliner schwer auszurechnen. Es gibt nicht den einen Spieler, den man ausschalten kann – Gefahr kann aus vielen Positionen entstehen.
Direkt, schnell, zielstrebig
Mit dem Ball verfolgen die Preussen einen klaren Ansatz: wenig Ballbesitz, dafür maximaler Zug zum Tor. In den meisten Spielen haben die Berliner weniger den Ball als der Gegner. Statt langer Ballzirkulationen geht es nach Ballgewinn sofort nach vorn.
Zentraler Baustein ist Mittelstürmer Frank (1,95 m). Der physisch starke Angreifer dient als erste Anspielstation, macht Bälle fest oder verlängert sie direkt in die Tiefe. Anschließend wird über die schnellen, quirligen Flügelspieler der direkte Weg Richtung Strafraum gesucht.
Lange Bälle sind ein bewusst eingesetztes Mittel. Preussen kombiniert nicht viel – sie spielen zielgerichtet und vertikal.
Pressing und defensive Flexibilität
Gegen den Ball agiert der BFC meist in einem 4-4-2-System. Das Pressing beginnt häufig hoch in der gegnerischen Hälfte, wo die Berliner aggressiv anlaufen und versuchen, früh Ballgewinne zu erzwingen.
Gleichzeitig zeigt sich die Mannschaft flexibel. Bei Führung können die Hauptstädter problemlos in einen tiefen Block wechseln und das eigene Tor kompakt verteidigen. Diese Anpassungsfähigkeit macht sie besonders unangenehm zu bespielen.
Der BFC Preussen ist ein klassischer unangenehmer Gegner: effizient, physisch stark und extrem zielstrebig. Sie benötigen wenige Chancen, sind gefährlich bei Standards und verteidigen flexibel je nach Spielverlauf. Für den Chemnitzer FC wird es entscheidend sein, die direkten Wege der Berliner zu kontrollieren und die eigene Restverteidigung stabil zu halten – denn der BFC Preussen bestraft Fehler eiskalt.
Voraussichtliche Aufstellung: Albers 27 – Meyer 77, Stein 39, Häusl 21, Maric 8 – Butkovic 10, Fontein 7, Brandt 6, Ramadan 17 – Frank 30, Schröder 14



