Trainer-Trickkiste: Intensität, Ballkontrolle und klare Prinzipien – So spielt Lok Leipzig unter Torsten Ziegner
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den 1. FC Lokomotive Leipzig. Am Dienstag, dem 25. August, gastieren die Himmelblauen ab 19 Uhr im Bruno-Plache-Stadion. Dort wartet der amtierende Meister, der seit dieser Saison von Torsten Ziegner trainiert wird und nach dem Wechsel von Jochen Seitz einen neuen spielerischen Ansatz entwickelt.
Nach fünf Spieltagen steht Lok bei drei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage sowie 12:9 Toren. Die Leipziger starteten mit Siegen gegen Luckenwalde (3:1) und den BFC Preussen (2:1), einem 3:3 gegen Magdeburg II sowie einer 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC II, ehe am vergangenen Wochenende ein 3:2 bei Tasmania Berlin folgte. Die Ergebnisse zeigen bereits die zwei Seiten der bisherigen Saison: Lok besitzt enorme spielerische Qualität und Offensivpotenzial, hat defensiv aber noch nicht vollständig die eigene Form gefunden.
Ballbesitz aktiv einfordern
Ziegner möchte keine Mannschaft sehen, die auf Fehler des Gegners wartet. Lok soll den Ball aktiv einfordern und nach Verlusten intensiv darum kämpfen, ihn schnell zurückzugewinnen. Dahinter steckt weniger ein starres taktisches System als eine Reihe klarer Prinzipien, die unabhängig von Gegner und Formation greifen sollen. Ballbesitz, hohe Intensität und eine möglichst große Präsenz in der gegnerischen Hälfte bilden dabei wichtige Eckpfeiler.
Wie ausgeprägt der spielerische Ansatz ist, zeigen die Zahlen nach fünf Spieltagen deutlich. Lok spielt mit 86,5 Prozent die beste Passquote der gesamten Regionalliga Nordost (1.) und hat bereits 2.405 erfolgreiche Pässe gesammelt – ebenfalls Ligabestwert (1.). Gleichzeitig soll dieser Ballbesitz nicht ausschließlich der Kontrolle dienen. Ziegner fordert viele Spieler rund um den gegnerischen Strafraum und möchte aus der eigenen Dominanz möglichst schnell Torgefahr entwickeln.
Viel Kombination – auch im letzten Drittel
Lok versucht deshalb, Angriffe spielerisch aufzubauen und sich über Kombinationen nach vorn zu arbeiten. Besonders auffällig wird das im Angriffsdrittel: 106 erfolgreiche Pässe pro 90 Minuten bedeuten mit großem Abstand den höchsten Wert der Liga (1.). Auch die Erfolgsquote dieser Zuspiele ist mit 85,6 Prozent Ligabestwert (1.). Die Leipziger können den Gegner damit über längere Phasen in dessen Hälfte festsetzen und suchen geduldig nach Lücken.
Aus dieser Kontrolle entstehen allerdings nicht ausschließlich lange Ballbesitzphasen, sondern auch offensiver Output. Mit 15,6 Abschlüssen pro Spiel gehört Lok zu den offensiv aktivsten Mannschaften der Liga (4.), 9,8 davon kommen aus dem Strafraum (4.). Die Mischung aus kontrolliertem Kombinationsspiel und schnellem Umschalten macht die Offensive variabel.
Intensität bei der Rückeroberung
Gegen den Ball will Ziegner die volle Intensität. Nach Ballverlusten sollen die Leipziger unmittelbar Druck entwickeln und den Gegner möglichst früh zu Fehlern zwingen. Das Ziel ist klar: Ballgewinne möglichst weit vom eigenen Tor entfernt und anschließend kurze Wege in die Offensive.
Dass die Mannschaft viel Aufwand in die Rückeroberung investiert, zeigen auch die Daten: Mit durchschnittlich 81,4 Ballgewinnen pro 90 Minuten führt Lok die Liga in dieser Kategorie an (1.). Gleichzeitig ist die neue Balance noch nicht vollständig gefunden. Neun Gegentore aus fünf Partien sind für den Meister der vergangenen beiden Spielzeiten ungewöhnlich viel. Beim 3:3 gegen Magdeburg II wurde eine 3:1-Führung verspielt.
Voraussichtliche Aufstellung: Naumann — Rühlemann, Wilton, Kusic, Dombrowa — Abderrahmane, Siebeck — Adetula, Öztürk, Cevis — Bornschein



