Trainer-Trickkiste: Kompakt, kontrolliert, konterbereit – Das erwartet den CFC in Berlin
In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir einen genauen Blick auf den nächsten Gegner des Chemnitzer FC: die VSG Altglienicke. Das Medienteam des CFC hat den kommenden Kontrahenten ausführlich analysiert, um euch optimal auf das anstehende Auswärtsspiel vorzubereiten. Anpfiff ist am Sonntag um 13 Uhr in der HOWOGE-Arena "Hans Zoschke" in Berlin.
Nach einem durchwachsenen Saisonverlauf hat die VSG Altglienicke Ende März auf der Trainerposition reagiert: Torwarttrainer Dan Twardzik übernahm interimsweise das Amt von Semih Keskin, der nach ausbleibenden Ergebnissen freigestellt wurde. Seitdem präsentiert sich das Team in Teilen verändert – etwas tiefer stehend, weniger dominant im Ballbesitz, aber weiterhin diszipliniert in der Ausrichtung. Die grundsätzliche DNA ist jedoch erkennbar geblieben: kompakt, stabil und konterstark. Aktuell rangiert die VSG auf einem soliden 9. Tabellenplatz und gehört defensiv zu den stabilsten Teams der Liga. Doch wie genau spielt das Berliner Team unter Twardzik – und worauf muss sich der CFC einstellen?
Spiel über viele Stationen
Die Spielweise mit Ball ist klar: Die Mannschaft möchte dominant auftreten, sucht häufig den kontrollierten Ballbesitz und lässt das Spiel bewusst über viele Stationen laufen. 9.446 erfolgreiche Pässe (6.) und acht Spiele mit mehr als 60 Prozent Ballbesitz untermauern diese Ausrichtung.
Altglienickes Offensivdilemma
Trotz der offensiven Bemühungen fehlt es an Präzision: Die Mannschaft gab in dieser Saison bereits 404 Schüsse ab (5. Platz), brachte davon aber nur 126 aufs Tor (9. Platz). Das ergibt eine Schussgenauigkeit von nur 31,2 Prozent – ein Wert, der im Ligavergleich lediglich für Platz 17 reicht. Ein Grund dafür ist die hohe Zahl an Distanzschüssen: Mit 182 Abschlüssen außerhalb des Strafraums belegt man ligaweit den dritten Platz in dieser Kategorie.
Vor allem die Leihgabe vom Karlsruher SC Eren Öztürk sorgt im Offensivspiel für kreative Momente. Im Eins-gegen-eins ist er schwer zu stellen und kann auch aus engen Situationen Chancen kreieren. Neben ihm ist natürlich der Ex-Chemnitzer Phillip Türpitz einer der offensiven Leistungsträger bei den Berlinern.
Tief, kompakt, unangenehm
Nach dem Trainerwechsel wurde auch im Spiel gegen den Ball nachjustiert: Unter Dan Twardzik verzichtet das Team zunehmend auf hohes Pressing und agiert aus einer tieferen Grundposition. Das aggressive Anlaufen, das Keskin in Phasen spielen ließ, wurde nun seltener – stattdessen liegt der Fokus auf Raumkontrolle und Stabilität. Gerade gegen offensivstarke Mannschaften zeigt sich das Team in dieser Ausrichtung defensiv äußerst diszipliniert und schwer zu bespielen.
Defensiv agiert die VSG Altglienicke neuerdings in einem 5-4-1-System, aber auch in einem 4-4-2 oder einem 4-3-3 schickte Twardzik sein Team bereits auf den Rasen. Die Mannschaft scheut sich nicht, in Phasen hohen Drucks mit bis zu neun Spielern im eigenen Strafraum zu stehen. Der kompakte Block macht es dem Gegner schwer, in gefährliche Räume zu kommen.
Voraussichtliche Aufstellung: Zwick 31 – Hug 21, Kapp 16, Gunte 26, Tezel 17, P. Manske 7 – J. Manske 27, Deziel Jr. 14, Saghiri 37, Öztürk 30 – Türpitz 20 (C) (5-4-1-System)



