Trainer-Trickkiste: Mutig am Ball auch eine Liga höher – So spielt Tasmania Berlin
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den SV Tasmania Berlin. Am Sonntag sind die Himmelblauen um 14 Uhr im Werner-Seelenbinder-Sportpark in Berlin-Neukölln zu Gast. Das Medienteam des CFC hat sich deshalb wieder genau angeschaut, wie die Berliner unter Cheftrainer Pardis Fardjad-Azad auftreten und welche taktischen Prinzipien den Aufsteiger auszeichnen.
Tasmania befindet sich nach dem Aufstieg weiterhin mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Nach einem schwierigen Saisonstart mit zahlreichen Gegentoren konnte sich die Mannschaft zuletzt stabilisieren und wichtige Siege einfahren. Dabei bleibt Fardjad-Azad seiner grundsätzlichen Idee treu: Auch gegen stärkere Regionalliga-Gegner möchte Tasmania nicht ausschließlich reagieren, sondern selbst Fußball spielen.
Mit Ball: Kontrolle und spielerische Lösungen
Tasmanias Spielidee beginnt mit dem eigenen Ballbesitz. Bereits in den vergangenen Jahren gehörte viel Ballkontrolle zur Identität der Mannschaft, diesen Ansatz möchte Fardjad-Azad auch eine Spielklasse höher fortsetzen. Statt gegnerischen Druck ausschließlich mit langen Bällen zu überspielen, suchen die Berliner einen kontrollierten Aufbau und wollen sich über Kombinationen durch die gegnerischen Linien arbeiten. Vor allem gegen tiefer verteidigende Mannschaften übernimmt Tasmania selbst die Initiative und versucht, den Gegner geduldig auseinanderzuspielen.
Dabei ist das Angriffsspiel nicht auf das Zentrum beschränkt. Über die Außen sorgen Spieler wie Shean Mensah und Amar numic für zusätzliche Möglichkeiten. Breite, Kombinationen und individuelle Aktionen sollen sich ergänzen. Genau diese spielerische Herangehensweise beschreibt den Anspruch des Trainers: Tasmania möchte unabhängig vom Gegner mutig bleiben und den eigenen Stil nicht aufgeben.
Gegen den Ball: Das Risiko der eigenen Spielweise
Die Kehrseite des mutigen Ansatzes zeigte sich besonders zu Saisonbeginn. Tasmania kassierte früh zahlreiche Gegentore und offenbarte vor allem nach eigenen Ballverlusten Probleme. Verliert die Mannschaft den Ball in einer hohen Position und bekommt anschließend keinen unmittelbaren Zugriff, können hinter den aufgerückten Spielern große Räume entstehen. Gegen Gegner mit Tempo und einem direkten Umschaltspiel wird diese offensive Ausrichtung schnell zum Risiko.
Gerade gegen den SV Babelsberg, zeigten die Berliner mit dem souveränen 6:0 klar, welches fußballerische Potenzial in der Mannschaft steckt. Mit den Transfers von den erfahrenen Spielern, wie Erich Berko, Jamilu Collins, Leroy Kwadwo oder auch Tahsin Cakmak wurde dabei auch langjährige Profi-Erfahrung verpflichtet.
Spielidee: Dem eigenen Stil treu bleiben
Übergeordnet steht Fardjad-Azads Fußball für Ballbesitz, Mut und spielerische Entwicklung. Tasmania möchte das Spiel möglichst selbst gestalten, durch das Zentrum kombinieren, die Außenbahnen einbeziehen und seine jungen Spieler immer wieder in Situationen bringen, in denen sie eigene Lösungen finden müssen. Selbst in schwierigen Saisonphasen soll dieser Ansatz nicht grundsätzlich verändert werden. Der Anspruch des Trainers ist es, den eigenen Fußball auch in der Regionalliga durchzusetzen.
Voraussichtliche Aufstellung: Mika – Labbouz, Collins, Baca, Yayla – Numic, Janes, Danko, Mensah – Berko, Magalhaes



