Zurück zur Übersicht

02.03.2026 - 15.30 Uhr | Top-News

Trainer-Trickkiste: Neuer Trainer, neue Spieler, neue BSG? So spielt Chemie Leipzig

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: die BSG Chemie Leipzig. Am Mittwochabend um 19 Uhr gastieren die Himmelblauen im Nachholspiel des 20. Spieltags bei den abstiegsbedrohten Leipzigern im Alfred-Kunze-Sportpark.

Die Leutzscher haben einen großen Umbruch im Winter hinter sich. Nach der Trennung von Cheftrainer Adrian Alipour steht nun Alexander Schmidt an der Seitenlinie. Mit dem Drittliga-Meistertrainer 2021 von Dynamo Dresden und gleich sieben Winterneuzugängen will Chemie wieder die altbekannten Tugenden auf den Platz bekommen: Pressing, Intensität und Tempo.

Systemwechsel und klare Rollen

Chemie agiert inzwischen mit einer Dreierkette und zwei Schienenspielern. Gegen den Ball formiert sich daraus eine Fünferkette. Die rechte Schiene von Winterneuzugang Julian Bell wird offensiver interpretiert, mit viel Zug bis zur Grundlinie und Flankenläufen, während die linke Seite von Valon Aliji deutlich defensiver und physischer angelegt ist. Aliji soll als ausgebildeter Sechser vor allem für die defensive Stabilität sorgen.

Im Zentrum sichern mit den Ex-Chemnitzern Nils Lihsek und Fynn Seidel zwei spielstarke, aber nicht übermäßig robuste Sechser die Räume vor der Abwehr. 

Hohes Anlaufen – aber riskant

Auffällig ist das aggressive Pressing. Die drei Stürmer attackieren früh und laufen die gegnerische Defensive bereits tief in deren Hälfte an. Gleichzeitig bleibt die Abwehrreihe hoch positioniert, was das Spiel nach vorn kompakt hält. Wird jedoch die erste Pressinglinie überspielt, entsteht Raum zwischen Angriff und Mittelfeld, den nur die beiden Sechser schließen sollen. Hier können die Chemnitzer Überzahlsituationen erzeugen.

Konter als wichtigste Waffe

Im Ballbesitz tun sich die Leipziger noch schwer progressive Bälle an den Mann zu bringen. Aus einer ruhigen Spielsituation kreieren die Leutzscher auch unter Schmidt noch wenig Torgefahr. Chemie fühlt sich gerade mit den schnellen Neuzugängen wie Kay Seidemann und Cyrill Akono in Umschaltmomenten mit direktem Weg in die Tiefe wohler. Der Fokus liegt auf vertikalen Aktionen und Flankenläufen von den Schienen.

Besonders gefährlich wird es, wenn Mittelstürmer Stanley Ratifo ins Laufen kommt – er ist mit neun Toren und zwei Vorlagen an über sechzig Prozent der 17 Leipziger Saisontoren beteiligt und zentraler Zielspieler aller Offensivaktionen. Ihn gilt es aus Chemnitzer Sicht am Mittwoch unter Kontrolle zu halten.

Voraussichtliche Aufstellung: Bergmann 1 – Enke 5, Hollenbach 3, Hoops 2 – Aliji 14, Lihsek 23, Seidel 10, Bell 33 – Seidemann 17, Akono 45, Ratifo 30 (C)