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09.10.2026 - 19.30 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Offensivpower und kreative Lösungen – So spielt Rot-Weiß Erfurt

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Rot-Weiß Erfurt. Am Sonntag empfangen die Himmelblauen um 16 Uhr den Spitzenreiter im eins-Stadion – An der Gellertstraße. Das Medienteam des CFC hat sich deshalb wieder genau angeschaut, wie die Thüringer unter Cheftrainer Fabian Gerber auftreten und welche taktischen Mittel den bislang ungeschlagenen Tabellenführer auszeichnen.

Viel größer könnte die sportliche Bedeutung kaum sein: Erfurt reist mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf den CFC nach Chemnitz und hat in dieser Regionalliga-Saison noch kein Spiel verloren. Dabei überzeugt die Mannschaft vor allem offensiv. 36 Tore, 204 Abschlüsse, 77 Schüsse aufs Tor und 138 Abschlüsse innerhalb des Strafraums. In allen vier Kategorien stellt RWE den Bestwert der Regionalliga Nordost. Gerbers Mannschaft kombiniert diese enorme Torgefahr mit hoher spielerischer Qualität.

Kontrolle trifft auf direkten Tiefgang

Erfurt möchte Spiele mit dem Ball bestimmen. Der Aufbau beginnt kontrolliert beim Torhüter und der Viererkette, ehe über die zentralen Mittelfeldspieler nach Möglichkeiten gesucht wird, die nächste gegnerische Linie zu überspielen. 4.438 erfolgreiche Pässe bedeuten ligaweit Rang drei, die Passquote von 84,9 Prozent sogar Platz zwei. RWE besitzt damit die technische Qualität, den Gegner über längere Ballbesitzphasen zu bewegen und geduldig auf freie Räume zu warten.

Dabei ist Erfurt keineswegs auf kurze Kombinationen festgelegt. Besonders auffällig sind die 406 erfolgreichen langen Pässe – Ligabestwert. Die Thüringer können den Gegner zunächst mit kurzen Pässen locken und anschließend mit Verlagerungen oder direkten Bällen hinter die letzte Linie das Tempo verändern. Genau diese Variabilität macht das Aufbauspiel schwer zu verteidigen: Erfurt kann sich durch das Zentrum kombinieren, die Außen einbinden oder einzelne Linien mit einem Pass überspielen.

Aktiv zurück zum eigenen Spiel

Nach Ballverlusten versucht RWE, möglichst schnell wieder Zugriff zu bekommen. Gerbers Mannschaft arbeitet mit aktivem Gegenpressing und möchte den Gegner daran hindern, nach einer Balleroberung selbst Struktur aufzubauen. Dadurch entstehen im Idealfall erneute Ballgewinne in hohen Positionen, aus denen Erfurt unmittelbar wieder offensiv werden kann. 

Den Gegner kontrollieren und dann zuschlagen

Die entscheidende Stärke des Tabellenführers liegt in der Verbindung aus Ballkontrolle, Kreativität und enormer Zielstrebigkeit. Erfurt möchte nicht nur viel Ballbesitz haben, sondern diesen konsequent in Abschlüsse übersetzen. 204 Schüsse und 138 Versuche innerhalb des Strafraums – jeweils Platz eins – verdeutlichen, wie häufig die Thüringer ihre Angriffe bis in gefährliche Räume bringen. Unterschiedliche Torschützen, Kombinationen durch das Zentrum, Tiefenläufe und individuelle Lösungen sorgen dafür, dass sich die Offensive nur schwer auf ein einzelnes Muster reduzieren lässt.

Hinzu kommt eine Qualität, die gerade in einem Spitzenspiel entscheidend werden kann: Erfurt bleibt auch nach Rückschlägen gefährlich. Beim 4:3-Erfolg gegen Lok Leipzig holte die Gerber-Elf beispielsweise einen 1:3-Rückstand auf. Gegen die Hertha-Bubis traf Flügelstürmer Dustin Forkel in der Nachspielzeit zum Sieg. 

Voraussichtliche Aufstellung: Otto 1 – Walther 22, Schwarz 3, Ikene 4, Dehl 29 – Caciel 8, Boboy 27 – Assibey-Mensah 7, Gonda 34, Forkel 17 – Hajrulla 9