Trainer-Trickkiste: Oswald will die Defensive stabilisieren – So spielt der FC Eilenburg
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Eilenburg. An Gründonnerstag gastieren die Chemnitzer ab 19.30 Uhr im Ilburg-Stadion unter Flutlicht und wollen nach dem Pokalwochenende wieder in der Liga punkten.
Seit zehn Tagen ist der Ex-Chemnitzer Karsten Oswald Trainer der Nordsachsen. Sein Vorgänger Kevin Rodewald verkündete Mitte März seinen Abschied für den Sommer 2026. Nur zehn Tage später, einen Tag nach einem klaren 5:1-Heimerfolg der Eilenburger, wurde Rodewald überraschend vorzeitig beurlaubt und Oswald als sein Nachfolger vorgestellt.
Defensive Tür soll geschlossen werden
Das große Problem an der Mulde ist in dieser Saison die Defensive. Mit bereits 47 Gegentoren nach 27 Spielen stehen die Eilenburger auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstand zu den sicheren Tabellenplätzen 15 und aufwärts beträgt mittlerweile sieben Punkte, da bei einem Abstieg von Erzgebirge Aue und einer verlorenen Aufstiegsrelegation von Lok Leipzig drei Teams aus der Liga absteigen, vorausgesetzt der 1. FC Magdeburg steigt nicht in die 3. Liga ab, da sonst deren Zweitvertretung in die Oberliga müsste.
Oswald kam also mit der klaren Mission die Defensive der unter Rodewald und Prüfer vorher so mutig nach vorn spielenden Eilenburger zu stabilisieren. Gegen Hertha Zehlendorf gelang dies beim 0:0 gegen das abgeschlagene Schlusslicht, dafür bot das Team offensiv nicht viel an. Gegen Altglienicke musste man drei Gegentreffer hinnehmen und verlor auswärts – immerhin ein Treffer gelang.
Gegen den Ball stehen die Eilenburger in einem stabilen 4-4-2 im tiefen Block in der eigenen Hälfte. Angelaufen wird der Gegner unter Oswald frühestens ab der Mittellinie, teilweise erst vierzig Meter vor dem eigenen Kasten.
Defensive Stabilisierung zu Lasten der Offensive
Mit dem Ball versuchen die Nordsachsen durchaus auch spielerische Lösungen zu finden. Häufig bauen sie mit vier Spielern in der Defensivreihe auf, hinzu kommt Torhüter Jakob Pieles, der als zentraler Aufbauspieler ergänzt. Der Keeper gehört mit dem Ball am Fuß zu den besten der Liga. In der Saison 2022/23 sammelte er sieben Einsätze als Innenverteidiger in der Oberliga für den VFC Plauen.
Anschließend darf es dann auch per langem Ball durch das Zentrum schnell nach vorn gehen. Auch nach Ballgewinn ist der direkte Weg zum Tor der präferierte. Unter Oswald tun sich die Eilenburger allerdings noch schwer Gefahr zu erzeugen. Im Spiel gegen Hertha Zehlendorf und in der zweiten Halbzeit gegen Altglienicke kam kein einziger Schuss des FCE auf den Kasten.
Mit Noah Baumann und Jeromino Mattmüller gibt es im Sturm eine klare Rollenaufteilung. Baumann ist der wendige, technisch starke und kreative Part, während mit Mattmüller neben ihm ein bulliger, physischer Spielertyp agiert. Bemerkenswert: Beide sind keine ausgebildeten Stürmer, sondern offensive Mittelfeldspieler, die im Laufe der Saison nach vorn geschoben wurden. Mattmüller ist auch der beste Torjäger des Teams mit fünf Treffern. Ebenfalls bei fünf Treffern steht der vom Linksverteidiger zum Flügelspieler umfunktionierte Top-Scorer des Teams Marcus Niemitz, der auch vier Treffer aufgelegt hat im Laufe der Saison.
Voraussichtliche Aufstellung: Pieles 12 – Griebsch 3, Fischer 13, Jarosch 5, Aguilar 19 – Niemitz 18, Zaruba 4, Henkel 23, Mauer 42 – Baumann 10, Mattmüller 17



