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20.11.2025 - 13.00 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Physis, Direktheit, Dynamik – So spielt der FSV Zwickau unter Rico Schmitt

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FSV Zwickau. Das Medienteam des CFC hat die Westsachsen analysiert, um euch optimal auf das Bezirksderby am Sonntag ab 14 Uhr in der GGZ-Arena einzustimmen.

Der FSV steht aktuell auf Rang sechs und holte in dieser Saison bereits sieben Siege – allerdings nur sieben Punkte aus den letzten fünf Partien. Auffällig: Die Zwickauer sind seit 21 Heimspielen ungeschlagen und sind damit wahrscheinlich aktuell die unangenehmsten Gastgeber der Liga. Cheftrainer Rico Schmitt formte seit seinem Amtsantritt im Sommer 2023 eine robuste, zweikampfstarke und schwer zu bespielende Mannschaft. Und wie diese gut geölte Maschine funktioniert, schauen wir uns jetzt an.

Physis als Prinzip – die Basis des Zwickauer Spiels

Zwickau gehört zu den körperlich stärksten Teams der Liga. In der Offensive wie in der Defensive dominieren robuste, bullige Spielertypen das Bild. Kein Verteidiger misst unter 1,83 Meter, und auch die Offensivreihe ist mit wuchtigen Angreifern besetzt – teilweise decken Mittelstürmer die Flügel ab. Diese körperliche Präsenz zieht sich durch alle Spielphasen: Zwickau sucht Zweikämpfe, gewinnt viele Kopfballduelle und zwingt Gegner dadurch in direkte, körperbetonte Begegnungen.

Direkter, schneller Fußball – klare Wege nach vorn

Mit dem Ball verfolgen die Westsachsen einen schnörkellosen Plan: Den Weg zum Tor so schnell wie möglich finden. Die Innenverteidiger schieben mutig ins Mittelfeld vor, stoßen mit Tempo in offene Räume und treiben das Spiel an. Häufig wird über lange Diagonalbälle aus der Innenverteidigung auf den Flügel Raum überbrückt. Danach folgt entweder eine direkte Flanke oder es wird sich in Überzahlsituationen ins Zentrum vorgespielt.

Auch Standards und weite Einwürfe gehören fest zum Repertoire. Alles ist darauf ausgerichtet, frühzeitig Gefahr im Strafraum des Gegners zu erzeugen.

Wenig Ballbesitz für Zwickau

Der FSV zählt zu den Mannschaften mit dem geringsten Ballbesitz der Liga – eine Passquote von 76,6 % (16.) und nur 320 gespielte Pässe pro neunzig Minuten (17.) beweisen, dass die Mannschaft lange Ballbesitzphasen nicht als eigenes Mittel sieht.

Das ist jedoch Teil des Plans: Zwickau will nicht kontrollieren, sondern kontern, pressen und Druck erzeugen. Ihr Spiel ist darauf ausgelegt, wenig Risiko im Aufbau einzugehen und stattdessen schnell in zweite Bälle, Duelle und Umschaltmomente zu kommen.

Ohne Ball variabel, aber immer aggressiv

Zwickau verteidigt in zwei völlig unterschiedlichen Modi – und beide beherrschen sie gut. Phasenweise läuft der FSV extrem hoch an, attackiert den Spielaufbau direkt am gegnerischen Sechzehner und setzt auf Ballgewinne in Tornähe. Gelingt dies nicht, vertraut das Team auf seine Kopfballstärke und gewinnt zweite Bälle nach langen Schlägen.

Kann der Gegner den Druck brechen, fällt Zwickau in ein kompaktes 4-5-1 zurück, hält die Räume eng und verteidigt hart am eigenen Strafraum. Egal ob hoch oder tief: Die Grundintensität bleibt dieselbe – und das mit Erfolg. Mit nur 17 Gegentreffern stellen sie die viertbeste Defensive der Liga.

Voraussichtliche Aufstellung: Hiemann 30 – von Baer 3, Somnitz 8, Ziemer 25, Senkbeil 4 – Startsev 15 (C), Haubner 28 – Dobruna 7, Eixler 18, Breitenbücher 14 – Sezer 19 (4-2-3-1)