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20.03.2026 - 13.00 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Pressing, Struktur und Standards – So spielt Carl Zeiss Jena

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Carl Zeiss Jena. Am Sonntag gastieren die Thüringer ab 14 Uhr an der Gellertstraße.

Seit März 2025 steht Volkan Uluc an der Seitenlinie des FC Carl Zeiss – eine damals überraschende Entscheidung, die sich inzwischen als Volltreffer erwiesen hat. Der 56-Jährige, der zuletzt mit dem Berliner AK in die Oberliga abstieg, formte eine kompakte, physisch starke und taktisch disziplinierte Mannschaft, die defensiv stabil steht und offensiv sehr variabel agiert.

Pressing und Kompaktheit als Basis

Gegen den Ball organisiert sich Jena meist in einem 4-2-3-1 oder einem 4-4-2. Die Mannschaft läuft aggressiv an und hält die Abwehrlinie häufig nahe der Mittellinie, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. Die beiden Ketten verschieben kompakt und lassen nur wenig Raum zwischen den Linien. Durch die körperliche Präsenz und große Zweikampfstärke ist der FCC besonders in der Luft schwer zu schlagen. Diese defensive Stabilität ist das Fundament des Erfolgs – mit nur 24 Gegentoren stellt Jena die drittbeste Defensive der Liga.

Flexible Spieleröffnung

Im Ballbesitz zeigt sich die Mannschaft strukturiert und flexibel. Der Aufbau erfolgt meist in einer sehr breiten 3-2-Ordnung. Die Außenverteidiger schieben sehr breit auf Höhe des Sechsers. Auch der Torhüter wird aktiv eingebunden und agiert teilweise weit vor seinem Strafraum als zusätzlicher Aufbauspieler.

Ziel ist es, im ersten Drittel Überzahl zu schaffen und sich kontrolliert aus dem Druck zu lösen. Dazu kommen auch immer wieder Offensivspieler entgegen, die den freigezogenen Raum nutzen können, um sich mit Ball aufzudrehen.

Geduldiger Aufbau mit klaren Mustern

Im Angriff setzt Jena häufig auf das Steil-Klatsch-Prinzip im Zentrum. Durch kurze Kombinationen und schnelle Ablagen wird Raum geschaffen, bevor der Ball vertikal weitergespielt wird. Gleichzeitig wird das Feld bewusst breit gemacht, um Räume für Läufe in die Tiefe zu öffnen.

Mit 12 Schüssen pro Spiel gehört der FCC zwar nicht zu den Teams mit dem höchsten Abschlussvolumen (11.), dafür entstehen viele hochwertige Chancen: 8 Abschlüsse pro Partie kommen aus dem Strafraum (6.), nur drei erfolgen Außerhalb des Sechszehners (16.).

Standards und offensive Variabilität

Besonders gefährlich ist Jena bei Standardsituationen. Mit kopfballstarken Spielern wie Maxim Hessel oder Sören Reddemann verfügt das Team über enorme Präsenz im Strafraum.

So gehören gleich mehrere Verteidiger zu den gefährlichsten Offensivspielern des Teams. Innenverteidiger Maxim Hessel führt die interne Torjägerliste mit 6 Treffern an. Kapitän und Rechtsverteidiger Nils Butzen folgt mit 5 Toren und ebenso vielen Vorlagen als Top-Scorer des Teams. Auch Linksverteidiger Malik Talabidi trägt mit 1 Tor und 4 Vorlagen viel zum Offensivspiel bei. Ex-Chemnitzer Sören Reddemann steht bei 3 Toren, zwei davon per Elfmeter – darunter auch sein Treffer im Hinspiel gegen den CFC.

Auffällig ist, das kein Spieler in dieser Statistik heraussticht, sondern, dass es eine enorme Variabilität im Angriff gibt: 14 verschiedene Torschützen stehen bereits in der Statistik – gemeinsam mit dem Hallescher FC Bestwert der Liga.

Voraussichtliche Aufstellung: Liesegang 1 – Talabidi 13, Reddemann 5, Hessel 29, Butzen 26 (C) – Prokopenke 10, Weihrauch 17, Fritz 23, Burmeister 28 – Lankford 7, Suljic 30