Trainer-Trickkiste: Spielfreude und Tempo – So spielt die U23 des 1. FC Magdeburg
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: die U23 des 1. FC Magdeburg. Am Samstag empfangen die Himmelblauen die Mannschaft von Cheftrainer Ronny Thielemann an der Gellertstraße. Das Medienteam des CFC hat sich deshalb wieder genau angeschaut, wie die junge Magdeburger Mannschaft auftritt.
Mit einem Durchschnittsalter von 21,7 Jahren stellt der FCM das zweitjüngste Team der gesamten Regionalliga Nordost – passend zu einer klassischen U23 steht die individuelle und mannschaftliche Entwicklung im Vordergrund. Aktuell rangieren die Magdeburger mit 16 Punkten und 25:27 Toren auf Platz elf. Auffällig ist dabei die Diskrepanz: Mit 25 Treffern stellt der FCM die viertbeste Offensive der Liga, gleichzeitig gehören die 27 Gegentore zur viertschwächsten Defensive. Nach sechs Niederlagen in Serie gelang zuletzt mit dem 4:2 gegen Greifswald die Trendwende.
Mit Ball: Kombinieren statt überspielen
Die Handschrift von Thielemann wird besonders im eigenen Ballbesitz deutlich. Magdeburg möchte Fußball spielen, den Ball kontrollieren und sich über Kombinationen durch die gegnerischen Linien arbeiten. Die Zahlen unterstreichen das eindrucksvoll: Eine Passquote von 85,3 Prozent ist Ligabestwert, hinzu kommen 387 erfolgreiche Pässe pro 90 Minuten (4.) und 188 erfolgreiche mittellange Zuspiele (2.). Lange Bälle spielen dagegen mit 57 Versuchen pro Partie (15.) eine deutlich kleinere Rolle.
Aus dem 4-5-1 heraus sucht der FCM Lösungen durch das Zentrum, ohne die Außenbahnen zu vernachlässigen. Mit 85 Pässen im Angriffsdrittel (4.) und zwölf Schlüsselpässen pro 90 Minuten (2.) kommt die junge Mannschaft regelmäßig in gefährliche Räume. Das allerdings seltener aus dem eigenen Aufbau, als vielmehr aus Umschaltaktionen.
In der Box wird der Abschluss gesucht: 17 Schüsse pro Partie bedeuten Rang zwei, bei den Abschlüssen außerhalb des Strafraums stellt Magdeburg mit 7,6 sogar den höchsten Wert der Liga. Dabei ist auffällig, dass bereits vierzehn verschiedene Akteure für den FCM in der Regionalliga getroffen haben. Toptorjäger sind Elisio Widmann und Kevin Manthey mit jeweils vier Treffern.
Gegen den Ball: Jung, intensiv und mit Risiko
Die U23 bringt auch gegen den Ball viel Dynamik auf den Platz. 115 Sprints pro 90 Minuten bedeuten ligaweit Rang drei, bei der zurückgelegten Distanz durch sehr intensive Läufe liegt der FCM mit 8.736 Metern auf Rang vier. Auch der Anteil intensiver Läufe von 11,7 Prozent (4.) zeigt, wie athletisch und laufstark die Mannschaft agiert. Nach Ballverlusten soll schnell wieder Zugriff entstehen, um den Gegner möglichst früh an einem kontrollierten Umschalten zu hindern.
Die offensive Ausrichtung birgt gleichzeitig Risiken. Besonders wenn Magdeburg im eigenen Aufbau aggressiv unter Druck gesetzt wird, können Ballverluste in gefährlichen Räumen entstehen. Auch Konter und Standards bereiteten der jungen Mannschaft bereits Probleme. Die 27 Gegentore zeigen, dass die Balance zwischen spielerischem Mut, offensiver Präsenz und defensiver Absicherung noch nicht konstant gelingt.
Spielidee: Mutiger U23-Fußball mit offenem Visier
Übergeordnet steht Thielemanns Mannschaft für einen ballbesitzorientierten, technisch anspruchsvollen und intensiven Fußball. Der FCM möchte Spiele selbst gestalten, durch Kombinationen Lösungen finden und mit Tempo in das letzte Drittel gelangen. Dass dabei nicht alles funktioniert, gehört zur Entwicklung einer U23. Besonders die Chancenverwertung war trotz zahlreicher Abschlüsse immer wieder eine Baustelle. Wie schnell sich das ändern kann, zeigte allerdings das 4:2 gegen Greifswald: Nach einem 0:1-Rückstand erzielten die Magdeburger innerhalb von 22 Minuten vier Treffer.



