Trainer-Trickkiste: Spielstärke, Wucht und offensive Vielfalt – So spielt die VSG Altglienicke
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: die VSG Altglienicke. Das Medienteam des CFC hat die Berliner analysiert, um euch optimal auf das Auswärtsspiel am Freitagabend 19 Uhr in Fürstenwalde einzustimmen. Unter Cheftrainer Dan Twardzik trifft der CFC auf eine Mannschaft, die enorme spielerische Qualität mit viel Physis und Wucht in der Offensive verbindet.
Anders als in vielen Jahren zuvor hielt sich die Fluktuation bei der VSG im Sommer in Grenzen. Ein zentrales Gerüst der Vorsaison steht auch in diesem Jahr wieder auf dem Platz. Dieses wurde mit namhaften Spielern wie John Brooks und Sven Sonnenberg in der Innenverteidigung sowie zusätzlicher Qualität in der Offensive verstärkt. Das Ergebnis ist eine Mannschaft mit zahlreichen unterschiedlichen Profilen, die bislang 14 Treffer erzielt hat (5.), gleichzeitig mit zehn Gegentoren aber noch auf das erste Zu-null-Spiel wartet.
Mit Ball: Spielerisch stark und variabel
Altglienicke will den Ball und besitzt die individuelle Qualität, um sich auch unter Druck spielerisch zu lösen. 2.977 erfolgreiche Pässe (2.) bei einer Passquote von 84,4 Prozent (2.) unterstreichen diesen Ansatz. Aus der Viererkette wird das Spiel kontrolliert eröffnet, das Mittelfeld bietet sich immer wieder an und auch die Außenverteidiger schalten sich aktiv ein. Mit 415 erfolgreichen Pässen im Angriffsdrittel (6.) gelingt es der VSG regelmäßig, diese Ballkontrolle auch weit nach vorne zu tragen.
Dort verändert sich der Charakter des Spiels: Aus Kontrolle soll Dynamik entstehen. Über die Außen, Positionswechsel und individuelle Dribblings sucht Altglienicke den Weg in den Strafraum. 64 Abschlüsse innerhalb des Sechzehners (6.) und eine Schussgenauigkeit von starken 42 Prozent (3.) zeigen, dass die Berliner nicht nur kombinieren, sondern aus ihren Angriffen auch gefährliche Situationen entwickeln.
Gegen den Ball: Physis als wichtiger Faktor
Die körperliche Qualität prägt das Spiel auch ohne Ball. Mit 57,8 Prozent gewonnenen Luftzweikämpfen stellt Altglienicke den ligaweit besten Wert, auch die Zweikampfquote von 54,4 Prozent (4.) gehört zur Spitzengruppe. Nach Ballverlusten versucht die VSG, unmittelbar Druck aufzubauen, Duelle zu erzwingen und über ihre physische Stärke schnell wieder in Ballbesitz zu gelangen.
Ein Sinnbild dafür ist Jonas Nietfeld. Der Mittelstürmer hat bereits 36 Luftzweikämpfe gewonnen und liegt damit ligaweit auf Rang zwei. Er gibt Altglienicke damit nicht nur im gegnerischen Strafraum Präsenz, sondern hilft auch dabei, direkte Bälle festzumachen und zweite Bälle für seine Mitspieler vorzubereiten. Trotz dieser individuellen Stärke bleibt die VSG defensiv verwundbar: Zehn Gegentore und noch kein Spiel ohne Gegentreffer zeigen, dass sich nach überspieltem Druck Räume ergeben können.
Spielidee: Qualität trifft auf Wucht
Genau diese Mischung macht die Mannschaft von Dan Twardzik so unangenehm. Altglienicke ist keine reine Ballbesitzmannschaft, obwohl die Passwerte zur Ligaspitze gehören. Die Berliner wollen den Gegner zunächst spielerisch bewegen und anschließend mit Tempo, Physis und unterschiedlichen Offensivprofilen attackieren. Gerade im letzten Drittel kann die VSG sowohl über technische Lösungen und Dribblings als auch über Flanken, Luftduelle und körperliche Präsenz gefährlich werden.
Hinzu kommt die enorme personelle Tiefe. Twardzik kann während eines Spiels unterschiedliche Angreifertypen bringen und damit die Anforderungen an die gegnerische Defensive verändern. Für die Himmelblauen wird es deshalb darauf ankommen, Altglienickes spielerischen Aufbau früh unter Druck zu setzen, die körperlichen Duelle und zweiten Bälle anzunehmen und nach eigenen Ballgewinnen die Räume hinter der offensiven Ausrichtung konsequent zu attackieren.



