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05.11.2025 - 14.40 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Struktur, Klasse und Kaltschnäuzigkeit – So gefährlich ist die VSG Altglienicke

In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: die VSG Altglienicke. Das Medienteam des CFC hat die Hauptstädter analysiert, um euch optimal auf das Flutlichtspiel am Freitag, dem 7. November, ab 19 Uhr im eins-Stadion – An der Gellertstraße einzustimmen.

Die Berliner belegen aktuell den 4. Tabellenplatz und haben mit acht Siegen, zwei Remis und vier Niederlagen einen starken Saisonstart hingelegt. Besonders auffällig: Mit Jonas Nietfeld, der bereits zehn Treffer erzielt und drei vorbereitet hat, stellen sie den derzeit besten Torjäger der Liga. An seiner Seite führt der erfahrene Philip Türpitz als Kapitän das Team an – der Ex-Chemnitzer (2014 – 2017) kann auch 200 Profi-Einsätze in der 2. Bundesliga und der 3. Liga zurückblicken. Seit Sommer steht Ersan Parlatan an der Seitenlinie, der die VSG nach einer wechselhaften Vorsaison wieder zu alter Stabilität geführt hat. Und wie die Mannschaft unter dem neuen Cheftrainer ihre Spiele angeht, schauen wir uns jetzt an.

Offensive Struktur mit klarer Idee

Altglienicke kombiniert technische Klasse mit Effizienz. Parlatans Team sucht den schnellen Weg nach vorn, bevorzugt über das Zentrum und mit viel Präsenz im Strafraum. Häufig werden Angriffe mit einer 3-3-4-Formation gespielt: drei Spieler bleiben zur Absicherung zurück, davor drei im Mittelfeld und vier vorderster Reihe. So entsteht Wucht und Dynamik, besonders wenn die Berliner ihre Flügel überladen und über frühe Flanken aus dem Halbfeld gefährlich werden – allerdings ohne die Absicherung zu vernachlässigen.

Präzision im letzten Drittel – trotz geringer Chancenqualität

Die VSG erzielt viele Tore, obwohl sie sich vergleichsweise wenige klare Chancen herausspielt. Nur rund ein Drittel ihrer Abschlüsse geht überhaupt auf das Tor, was zeigt: Altglienicke lebt von Effizienz, nicht von Masse. Besonders gefährlich werden sie, wenn sie in den Strafraum kommen – hier sorgt Nietfeld als klassischer Zielspieler für Abschlussstärke. Über 379 Flanken – ligaweit der zweithöchste Wert – versuchen sie immer wieder, ihre Kopfballstärke und Nietfelds Torriecher auszuspielen.

Charakteristisch für Parlatans Ansatz ist das vertikale Spiel. Mit 550 erfolgreichen langen Bällen (2.) sucht Altglienicke immer wieder den direkten Weg nach vorne. Der Ball wird auf Nietfeld gespielt, der ihn sichert oder ablegt, während die Offensivspieler mit Tempo in die Tiefe starten. Dieses Prinzip sorgt regelmäßig für Gleich- oder Überzahlsituationen im Angriff und macht die VSG brandgefährlich, sobald sie Raum für ihr schnelles Umschalten bekommt.

Ballbesitz mit Ziel – kein Risiko im Aufbau

Altglienicke will den Ball, aber sie gehen mit ihm sehr zielstrebig um. Ihre hohe Passquote von über 82 Prozent (5.) zeigt die technische Qualität, doch anstatt lange Ballzirkulationen zu spielen, sucht die Mannschaft sofort den Übergang ins Angriffsdrittel. Nur wenige Pässe werden im Abwehrdrittel gespielt, dafür zählt das Team zu den Top drei bei erfolgreichen Pässen in der Offensive. Der Ball soll möglichst schnell in die gefährliche Zone – Ballbesitz ist hier Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck.

Defensive Stabilität – die Grundlage des Erfolgs

Auch wenn Altglienicke offensiv einiges zu bieten hat, beginnt ihr Erfolg in der Defensive. Parlatan legt großen Wert auf Stabilität und Kompaktheit. Das Team steht meist etwa 25 Meter vor dem eigenen Tor, verteidigt im Mittelfeldpressing und läuft erst ab der Mittellinie an. Mit Ball bleiben stets drei Akteure tief zur Absicherung – so entstehen kaum Konterräume. Dieses disziplinierte Verteidigen macht die Berliner zur drittbesten Defensive der Liga, nur Lok Leipzig und Carl Zeiss Jena sind noch stabiler.

Geführt wird diese Abwehrreihe von zwei erfahrenen Akteuren in der Innenverteidigung. Patrick Kapp bringt Erfahrung aus 33 Spielen in der 3. Liga und 146 Regionalligaspielen mit. Neben ihm kam im Sommer ein weiterer Star-Einkauf hinzu: Damian Roßbach kann auf 159 Spiele in der 2. Bundesliga und 105 Partien in der 3. Liga (KSC, Hansa, Sandhausen) zurückblicken. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich in den letzten drei Spielen in der Mannschaft festgespielt.

Der CFC trifft auf einen Gegner, der wenig anbietet, aber jede Unachtsamkeit bestraft – und genau damit bis zum Schluss ganz oben mitspielen kann. Für Chemnitz heißt das: Geduld, Disziplin und Präzision im Passspiel sind entscheidend. Wer der VSG Räume bietet, öffnet Tür und Tor für Nietfeld & Co – wer sie eng macht, kann ihre Wucht bremsen. Ein echtes Flutlichtduell mit sportlicher und taktischer Brisanz.

Voraussichtliche Aufstellung: Klatte 22 – Lubke 4, Roßbach 13, Kapp 16, Kebe 5 – Saliger 19, Sylla 24, Rieder 23, Manske 7 – Türpitz 20 (C), Nietfeld 10 (4-4-2)