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30.10.2025 - 11.25 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Struktur, Mentalität und Pragmatismus – Der ZFC Meuselwitz bleibt sich treu

In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den ZFC Meuselwitz. Das Medienteam des CFC hat den Regionalliga-Dino analysiert, um euch optimal auf das Auswärtsspiel am Sonntag ab 14 Uhr in der Bluechip-Arena in Zipsendorf einzustimmen.

Der ZFC rangiert aktuell auf dem 13. Tabellenplatz der Regionalliga Nordost und befindet sich damit im gewohnten Terrain – sicher im Mittelfeld, aber mit Blickrichtung nach unten. Mit zwölf Punkten aus dreizehn Spielen, dreizehn erzielten Toren und sechs Unentschieden gilt: schwer zu schlagen, aber selten siegreich.

Die Mannschaft von Cheftrainer Georg-Martin Leopold, der in seine dritte Saison geht, will auch in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und wie die Thüringer ihre Spiele angehen, schauen wir uns jetzt an.

Spielweise: Zwischen Kurzpass und Langholz – Pragmatismus mit Struktur

Leopold steht für einen klaren, mutigen Fußball. In dieser Saison agiert der ZFC jedoch deutlich pragmatischer. Im Aufbau formiert sich das Team meist in einem 3-2-System – mit drei Verteidigern, zwei zentralen Mittelfeldspielern und fünf Angreifern in der ersten Linie. Unter Druck wird der Ball früh lang gespielt, statt riskant durch die Reihen zu kombinieren.

Dennoch bleibt das Ziel, das Spiel aktiv zu gestalten: Über klare Passmuster, Tempowechsel und das klassische "Steil-Klatsch"-Spiel soll Raum auf den Flügeln entstehen.

Taktisch zeigt sich Meuselwitz flexibel. Je nach Gegner wird aus der Dreier- eine Viererkette, wobei die beiden Sechser als Absicherung bleiben. Vorn bildet sich dann eine Viererreihe. Die Mannschaft hält die Abstände eng, um im Zentrum kompakt zu bleiben, verliert aber bei hohem Anlaufen mitunter die Verbindung zwischen Mittelfeld und Abwehr. Dieses Risiko ist bewusst einkalkuliert – Leopold will seine Mannschaft aktiv sehen, nicht passiv.

Über Flanken, Standards und Präsenz zum Erfolg

Gefährlich wird Meuselwitz vor allem über die Außenbahnen. Der ZFC sucht konsequent den Weg zu Flanken – sowohl aus dem Spiel heraus als auch nach ruhenden Bällen. In der Strafraumbesetzung zeigen die Thüringer Präsenz und Leidenschaft, auch wenn der klassische Zielstürmer fehlt.

Florian Hansch, ehemaliger Chemnitzer und Top-Torjäger des Teams, ist im Zentrum der Dreh- und Angelpunkt. Der 30-Jährige ist erfahren und torgefährlich. Die meisten Chancen entstehen aus seiner Bewegung zwischen den Linien und der Wucht, mit der Meuselwitz die Strafraumaktionen überladen will.

Aggressives Anlaufen und mutiges Verteidigen

Ohne Ball zeigt der ZFC ein aggressives, mannorientiertes Pressing. Die Thüringer attackieren hoch, setzen den Gegner früh unter Druck und suchen nach schnellen Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte. Dieses mutige Verteidigen öffnet zwar Räume hinter der Abwehr, verschafft dem Team aber immer wieder aussichtsreiche Umschaltmomente.

Entscheidend ist dabei die kollektive Geschlossenheit: Meuselwitz agiert als Einheit, verteidigt kompromisslos und kämpft um jeden zweiten Ball.

Zwischen Sicherheit und Risiko – der Balanceakt im Spielaufbau

Leopolds Team lebt von der Balance zwischen Struktur und Mut. Während die Mannschaft im Ballbesitz kontrolliert agieren will, nimmt sie Risiko bewusst in Kauf, um Tempo und Dynamik zu erzeugen. Lange Bälle sind dabei kein Zufall, sondern Teil des Plans, um Drucksituationen zu umgehen und Präsenz in der gegnerischen Hälfte zu schaffen.

So schafft es der ZFC, trotz spielerischer Limitierungen gefährlich zu bleiben – weniger durch Dominanz, mehr durch Effizienz und Wille.

Voraussichtliche Aufstellung

Sedlack (36) – Pfeil (13), Kaymaz (10), Nitschke (16), Halasz (8) – Wurr (17), Schmökel (33) – Pauling (19), Trübenbach (9), Oke (11) – Hansch (22)