Trainer-Trickkiste: Talentiert, mutig, unbequem – Magdeburg U23 kommt nach Chemnitz
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC. Am Samstag (23. August, 14 Uhr) sind die Himmelblauen im heimischen eins-Stadion – An der Gellertstraße gefordert. Gegner ist mit der U23 des 1. FC Magdeburg ein Aufsteiger, der technisch stark, mutig im Spiel mit dem Ball und taktisch gut organisiert auftritt. Hier gibt’s alles zum Gegner!
Auch wenn die zweite Mannschaft des FCM erst vor wenigen Monaten aus der Oberliga aufgestiegen ist, bringt sie einige spannende Faktoren mit. Allem voran den Trainer: Petrik Sander, ehemaliger Bundesliga-Coach bei Energie Cottbus, steht seit nun drei Jahren an der Seitenlinie. Der 64-Jährige verfügt über reichlich Erfahrung im deutschen Profifußball – unter anderem auch bei Koblenz, Aalen und Jena in der 3. Liga – und bringt diese nun in die Ausbildung der Magdeburger Talente ein.
Ballbesitz als DNA – Dominant auch als Aufsteiger
Typisch für viele U23-Mannschaften steht auch beim kleinen FCM der ballbesitzorientierte Spielstil im Mittelpunkt. Dass dieser Fokus nicht nur Theorie ist, beweisen die Daten: 57,4 % Ballbesitz im Schnitt nach den ersten drei Spieltagen sind ein deutlicher Fingerzeig. Selbst gegen etablierte Gegner wie Chemie Leipzig oder den Halleschen FC scheute sich die Mannschaft nicht, das Spiel in die eigene Hand zu nehmen. Besonders auffällig: Die hohe Passgenauigkeit von 84,3 % – ligaweit der drittbeste Wert – sowie über 1.100 erfolgreiche Pässe, womit man sich im oberen Drittel der Tabelle einreiht.
Im Aufbau zeigen sich viele strukturierte Abläufe: Die Mannschaft überlädt bewusst eine Seite, um auf engem Raum Überzahlsituationen zu schaffen, kombiniert sich mit schnellen, flachen Pässen in die Tiefe – und verlagert dann das Spiel mit einem weiten Flankenwechsel auf den ballfernen Flügelspieler. Dort wartet oft ein starkes Eins-gegen-eins – eine Phase des Spiels, in der die jungen Magdeburger ihre individuelle Klasse voll ausspielen können.
Strukturiert und Offensivstark
Trotz des mutigen Ansatzes steht Magdeburg II nach drei Spielen erst bei drei Treffern. Der Grund: Im letzten Drittel fehlt bislang die nötige Kaltschnäuzigkeit. In den ersten beiden Partien gegen den HFC und Chemie Leipzig konnten sich die Magdeburger gerade einmal drei klare Torchancen aus freiem Spiel erarbeiten – zu wenig für den betriebenen Aufwand. Gegen Luckenwalde änderte sich das Bild: Gleich fünf Großchancen standen am Ende zu Buche – allerdings nur ein erfolgreicher Abschluss. Chancenverwertung und letzter Pass bleiben derzeit das größte Manko.
Eine besondere Rolle nimmt dabei Elisio Widmann ein. Der 21-Jährige kam in allen drei bisherigen Spielen von der Bank und belebte jedes Mal das Offensivspiel. Von der linken Seite zieht er regelmäßig nach innen und sucht den Abschluss – seine Dynamik erinnert an einen „Robben von links“.
Gegenpressing und frühes Stören als Leitlinie
Nicht nur mit dem Ball hat das Team von Petrik Sander klare Prinzipien. Auch gegen den Ball verfolgt der FCM eine mutige, aktive Linie. Direkt nach Ballverlust geht das Team in ein hohes, intensives Gegenpressing. Zwei bis drei Spieler attackieren sofort den ballführenden Gegner, um den Ball schnell zurückzuerobern.
Schlägt das Gegenpressing fehl, zieht sich die Mannschaft zwar zurück, steht aber weiterhin hoch. Die letzte Verteidigungslinie positioniert sich zwischen Mittellinie und zehn Metern in der eigenen Hälfte – kaum ein anderes Team in der Liga verteidigt so hoch.
Voraussichtliche Aufstellung des 1. FC Magdeburg II: Kampa 40 – Nadjombe 22, Pojl 5, Pfennig 4 (C), Vogler 18 – Giesen 29, Birk 6 – Milgramm 19, Kamm 8, Sanogo 21 – Leipertz 31



