Trainer-Trickkiste: Tempo, Abschlussstärke und offensive Wucht – So spielt der BFC Dynamo
In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den BFC Dynamo. Am Sonntag sind die Himmelblauen ab 14 Uhr im Sportforum Hohenschönhausen zu Gast. Das Medienteam des CFC hat sich deshalb wieder genau angeschaut, wie die Berliner unter Cheftrainer Sven Körner auftreten und welche taktischen Mittel den aktuellen Tabellenvierten auszeichnen.
Nach einem schwierigen Saisonstart hat sich der BFC eindrucksvoll in die Spitzengruppe gearbeitet. Seit der letzten Niederlage am 6. August gegen den FC Erzgebirge befindet sich die Körner-Elf in starker Verfassung und ist im eigenen Stadion noch gänzlich ungeschlagen. 16 Punkte und 12:2 Tore aus sechs Partien machen den BFC zur aktuell besten Heimmannschaft der Liga. Körner hat eine Mannschaft geformt, die mit hoher Lauf- und Sprintbereitschaft agiert und besonders offensiv enorme Dynamik entwickeln kann.
Mit Ball: Zielstrebigkeit vor Ballbesitz
Der BFC definiert sich nicht über möglichst lange Ballbesitzphasen. 3.634 erfolgreiche Pässe bedeuten lediglich Rang 13, auch die Erfolgsquote bei kurzen Pässen von 83,6 Prozent (14.) gehört nicht zur Ligaspitze. Stattdessen wollen die Berliner nach vorne kommen: Mit Tempo über die Außen, vertikalen Aktionen und schnellen Kombinationen soll möglichst zügig der Weg in gefährliche Räume gefunden werden. 658 erfolgreiche Pässe im Angriffsdrittel (7.) zeigen, dass der BFC trotz vergleichsweise geringer Passzahlen regelmäßig weit nach vorne kommt.
Dort besitzt die Körner-Elf enorme Qualität. 114 Abschlüsse innerhalb des Strafraums bedeuten Rang drei, 76 Schüsse aufs Tor sogar Rang zwei. Noch bemerkenswerter ist die Schussgenauigkeit von 41,1 Prozent (2.). Der BFC benötigt also nicht zwingend lange Angriffsphasen, um Gefahr zu erzeugen. Mit Rufat Dadashov (7 Tore), Jamal Rogero und Levin Mattmüller (je 5) sowie Leander Fritzsche (4) verteilt sich die Torgefahr zudem auf mehrere Schultern.
Gegen den Ball: Kompakt und dann mit Tempo raus
Gegen spielstarke Mannschaften kann sich der BFC in einen kompakten Block zurückziehen und zunächst Räume im Zentrum schließen. Die Berliner müssen den Gegner nicht permanent hoch attackieren, sondern können bewusst auf Ballgewinne und die daraus entstehenden Umschaltmöglichkeiten warten. Gerade die Mischung aus Kompaktheit und hoher Laufbereitschaft macht die Mannschaft unangenehm: Wird der Ball gewonnen, verändert sich das Tempo unmittelbar.
Dabei ist Körners Mannschaft keineswegs ausschließlich defensiv ausgerichtet. Gerade im Sportforum tritt der BFC mutiger auf, verteidigt nach vorne und versucht, Ballgewinne höher auf dem Feld zu erzwingen. Genau diese offensive Grundausrichtung kann allerdings auch Räume hinter den eigenen Linien entstehen lassen. Wird das erste Anlaufen überspielt, bietet sich dem Gegner die Möglichkeit, selbst mit Tempo auf die letzte Linie zuzulaufen.
Übergeordnet steht der BFC für einen lauf- und sprintintensiven, dynamischen und zielstrebigen Fußball. Ballbesitz ist dabei eher Mittel zum Zweck als die zentrale Idee. Nach Ballgewinnen sollen Räume schnell attackiert werden, während im letzten Drittel die individuelle Qualität der zahlreichen Offensivspieler zum Tragen kommt. Auch Standards sind ein wichtiges Mittel, um die körperliche Präsenz im Strafraum auszuspielen.
Vor allem die Breite der Offensive macht den BFC schwer auszurechnen: Neun Spieler haben bereits mindestens drei Saisontore erzielt. Dadashov gibt als körperlich präsenter Mittelstürmer einen Fixpunkt, während um ihn herum unterschiedliche Profile für Tempo und Tiefgang sorgen.
Voraussichtliche Aufstellung: Hainke – Sadrifar, Miftaraj, Gunte, Oellers, Breitfeld – Windsheimer, Mattmüller – Bolke, Dadashov, Günay



