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13.08.2026 - 16.45 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Vollgas, Flanken und Tiefgang – So spielt der FC Erzgebirge

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FC Erzgebirge Aue. Am Samstag, dem 15. August, steigt ab 16 Uhr im eins-Stadion – An der Gellertstraße das Bezirksderby. Dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich nach vier Spieltagen direkt an der Tabellenspitze festgesetzt haben: Der CFC geht als Zweiter, Aue als Dritter in das Duell.

Die Mannschaft von Cheftrainer Khvicha Shubitidze reist mit zehn Punkten aus vier Spielen nach Chemnitz. Das Torverhältnis von 10:6 bedeutet die drittbeste Tordifferenz der Liga, offensiv stellt Aue gemeinsam mit dem CFC und Greifswald die zweitbeste Mannschaft – nur Erfurt traf häufiger. Bemerkenswert ist dieser Start nach einem radikalen Sommerumbruch mit 16 Neuzugängen. Shubitidzes Leitmotiv lautet dennoch von Beginn an: „Leidenschaft, Herz und Vollgasfußball“. Wie dieser Ansatz auf dem Platz aussieht, schauen wir uns jetzt an.

Geduld im Aufbau, Tempo in die Tiefe

Aue baut meist mit zwei Innenverteidigern auf, während sich Mittelfeldspieler entgegenbewegen und die Außenverteidiger flexibel ins Mittelfeld oder direkt in die vorderste Linie schieben. Ziel ist es, durch gegenläufige Bewegungen Räume hinter der gegnerischen Defensive zu öffnen. Sobald sich dort eine Möglichkeit bietet, wird diese konsequent gesucht – knapp 37 lange Pässe pro Spiel (3.) zeigen, dass der direkte Ball in die Tiefe ein fester Bestandteil der Spielidee ist.

Entscheidend ist dabei die Variabilität. Nicht nur die Stürmer starten hinter die letzte Linie, sondern ebenso Achter, Flügelspieler oder Außenverteidiger. Gleichzeitig können sich Angreifer fallen lassen, um Gegenspieler herauszuziehen und Raum für nachrückende Akteure zu schaffen. So kann Aue seine letzte Linie mit vier oder fünf Spielern besetzen und bleibt schwer auszurechnen.

Flanken und Strafraumpräsenz

Ein besonders auffälliges Offensivmittel sind die Außenbahnen. Mit mehr als acht erfolgreichen Flanken pro Spiel stellt Aue aktuell den Bestwert der Liga (1.). Gleichzeitig kommen 11,25 der insgesamt 15,25 Abschlüsse pro Partie aus dem Strafraum (2.), lediglich vier Versuche werden aus der Distanz genommen (14.). Die Erzgebirger wollen also nicht aus jeder Lage abschließen, sondern sich möglichst nah an das gegnerische Tor spielen.

Dass dies nicht ausschließlich über lange Bälle funktioniert, zeigen mehr als 70 erfolgreiche Pässe pro Partie im Angriffsdrittel (3.). Marcel Bär übernimmt dabei als Mittelstürmer eine wichtige Rolle, bindet Innenverteidiger und schafft Räume für die Spieler um ihn herum. Davon profitiert eine breit aufgestellte Offensive, in der bereits sieben verscheiden Spieler trafen.

Kompakt und intensiv gegen den Ball

Gegen den Ball organisiert sich Aue häufig in einem 4-1-4-1. Bär bildet die erste Linie, dahinter schiebt die zweite Spitze neben den offensiveren Achter – beispielsweise Nils Lihsek oder Finn Heidrich –, während Devin Angleberger allein vor der Abwehr absichert. Die Mannschaft verschiebt konsequent, sucht direkte Duelle und will über Intensität Zugriff herstellen. Sechs Gegentore in vier Spielen bedeuten allerdings bislang nur die sechstbeste Defensive der Liga.

Shubitidze verbindet seinen offensiven Anspruch deshalb mit Pragmatismus. Gibt der Gegner Räume her, soll Aue kontrolliert kombinieren; öffnet sich früh die Tiefe, darf der direkte Ball folgen.

Voraussichtliche Aufstellung: Uhlig — Kokovas, Strietzel, Kapp, Wagner — Queisser, Angleberger, Lihsek, Maciejewski — Bär, Skarlatidis