Trainer-Trickkiste: Wie Rico Schmitt den Bezirksrivalen auf die Vier geführt hat
Die Regionalliga startet am Wochenende wieder, und damit kehrt auch unsere Rubrik "Trainer-Trickkiste" zurück. Das Medienteam des Clubs hat den FSV Zwickau genau unter die Lupe genommen, um euch auf das anstehende Bezirksderby bei den Westsachsen einzustimmen. Am Sonntag rollt der Ball (Achtung, neue Anstoßzeit!) ab 14 Uhr in der GGZ-Arena.
Zwickaus ruhiger Umbruch und Schmitts Handschrift
Die Zwickauer haben es im vergangenen Sommer ruhig auf dem Transfermarkt angehen lassen. Nur sechs Spieler verließen den Verein, und ebenso viele kamen neu dazu – verhältnismäßig wenig für die Regionalliga. Auch auf der Trainerbank kehrte nach dem Abstieg im Sommer 2023 Stabilität ein: Rico Schmitt übernahm und verlängerte jüngst bis 2027. Wir werfen einen genaueren Blick darauf, wie die Zwickauer ihre Spielweise angepasst haben und was sie aktuell so stark macht.
Dreiecke auf den Flügeln und Hiemann als Sicherheit
Der FSV Zwickau hat seine Strukturen im Laufe der Saison angepasst, die Grundprinzipien sind jedoch weitgehend gleich geblieben. Zu Beginn der Spielzeit 2024/25 bauten die Schwäne über eine breite Dreierkette auf. Inzwischen sind die Westsachsen taktisch auf eine 4-2-4-Struktur umgestellt.
Torhüter Hiemann, einer der spielstärkeren Keeper der Liga, bietet dabei stets eine Anspielstation nach hinten. Der ehemalige CFC-Jugendspieler kann Drucksituationen sowohl durch Seitenverlagerungen als auch mit langen Schlägen auflösen.
Der linke Innenverteidiger Ziemer übernimmt die Hauptaufgaben im Spielaufbau, weshalb der Zwickauer Angriff oft über die linke Seite läuft. Dennoch bleibt das Grundmuster auf beiden Seiten gleich: Vom Innenverteidiger geht der Ball nach außen, wo eine Anspielstation aus dem zentralen Mittelfeld auf die Außenbahn zieht, um dann mit einem Pass in die Tiefe das Tempo anzuziehen.
Von Diagonalbällen und Ablagen
Die Schmitt-Elf hat aber auch keine Angst vor pragmatischen Lösungen, wenn sie unter Druck gerät. Dabei folgt jedoch nicht der blinde lange Schlag hinter die gegnerische Abwehr, sondern gezielte lange Bälle auf die physisch starken Flügelspieler, meist Dobruna (1,86 m) und Martens (1,81 m).
Auf den zentralen Stürmerpositionen spielen mit Eixler und Herrmann zwei Kreativspieler, die sich häufig tief fallen lassen, um sich Bälle im Mittelfeld abzuholen. Da sie gegen die meisten Innenverteidiger in der Liga Luftzweikampfprobleme hätten, nutzen die Zwickauer eine alternative Lösung: Die langen Bälle werden auf die robusten Flügelspieler gespielt, die den Ball dann kurz ins Zentrum ablegen. Dort kann einer der beiden Stürmer oder ein zentraler Mittelfeldspieler das Spiel weiter nach vorne treiben – entweder mit einem Doppelpass in den Strafraum oder einem Distanzschuss.
Zusätzlich verfügt das Team von Rico Schmitt über eine ausgeprägte Standardstärke, die immer wieder für Gefahr sorgt.
Intensives Gegenpressing
Nach Ballverlusten gelingt es den Zwickauern immer wieder schnell, viele Spieler hinter den Ball zu bekommen. Dadurch stehen sie beim gegnerischen Umschalten rasch wieder in der Ordnung. Zudem hat Rico Schmitt eine effektive Gegenpressing-Kultur etabliert. Direkt nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte pressen die Schwäne für einige Sekunden intensiv im 4-4-2-System.
Falls der Ball nicht sofort zurückerobert wird, rückt der rechte Außenverteidiger ein, während der zugehörige Flügelspieler sich in die Fünferkette fallen lässt. Im Defensivmodus formiert sich der FSV Zwickau dann in einem 5-4-1, mit dem einzigen Stürmer etwa 40 Meter vor dem eigenen Tor. Diese defensive Formation wird mit hoher Leidenschaft verteidigt – die Schwäne werfen sich mit allem, was sie haben, in die Zweikämpfe.
Voraussichtliche Aufstellung des FSV Zwickau: Hiemann (30) – Startsev (15), Ziemer (31), Fobassam (22), Rüther (3), Martens (11) – Dobruna (28), Könnecke (13, C), Somnitz (8), Eixler (18) – Herrmann (10) (5-4-1)



