Traum vom Finale geplatzt – CFC unterliegt in emotionalem Bezirksderby
Im Sachsenpokal-Halbfinale empfing der Chemnitzer FC am Mittwochabend den ewigen Rivalen aus dem Erzgebirge. Vor 14.658 Zuschauern im ausverkauften eins-Stadion – An der Gellertstraße ging es für die Himmelblauen als Rekordsachsenpokalsieger darum, den Traum vom 13. Titel am Leben zu halten. In einer umkämpften Partie musste sich der CFC dem Drittligisten FC Erzgebirge Aue jedoch knapp mit 0:1 geschlagen geben – der Traum vom Finale ist damit geplatzt.
Vor dem Anpfiff sorgte Cheftrainer Benjamin Duda mit seiner Startelf für eine Überraschung: Mit Dejan Bozic und Maurizio Grimaldi standen gleich zwei wichtige Offensivkräfte wieder in der Anfangsformation, die zuletzt verletzungsbedingt gefehlt hatten. Die beiden Torgaranten meldeten sich rechtzeitig vor dem Saisonhighlight zurück und liefen direkt von Beginn an auf. Bozic führte die Mannschaft zudem als Kapitän aufs Feld, da Tobias Müller ebenso wie Niclas Erlbeck weiterhin nicht zur Verfügung standen.
Die Fanszene des Chemnitzer FC setzte bereits vor dem Anpfiff ein erstes Ausrufezeichen und präsentierte beim Einlauf beider Teams eine Choreografie in riesigen Lettern mit der Aufschrift „Holt den Sieg für uns“.
CFC mit starkem Start – frühe Chancen auf beiden Seiten
Die Himmelblauen starteten vor der beeindruckenden Kulisse druckvoll in die Partie und setzten früh erste Akzente. Bereits in der 3. Minute hatte Baumgart nach einer Ecke die Führung auf dem Kopf, konnte den Ball am ersten Pfosten jedoch nicht entscheidend drücken. Auch wenig später wurde es nach einem Halbfeldfreistoß gefährlich (5.), ehe Grimaldi nach einem schnellen Umschaltmoment erstmals Tempo aufnahm (9.). Die Himmelblauen waren sofort im Derby-Modus, präsent in den Zweikämpfen und mit der lautstarken Unterstützung von den Rängen im Rücken.
Aue mit mehr Spielanteilen – CFC hält defensiv dagegen
Mit zunehmender Spieldauer übernahmen jedoch die Gäste mehr und mehr die Kontrolle. Immer wieder suchten sie den Weg in die Tiefe – insbesondere über Bär, der mehrfach als Initiator gefährlicher Aktionen in Erscheinung trat. In der 19. Minute wurde es erstmals richtig brenzlig vor dem Kasten von Daniel Adamczyk, als eine Hereingabe von rechts Weinhauer im Zentrum fand. In der 38. Minute hatten die Himmelblauen Glück, als Guttau aus kurzer Distanz zu zentral abschloss. Insgesamt erarbeitete sich der Drittligist ein leichtes Chancenplus, ohne dieses konsequent zu nutzen.
Intensives Derby ohne Treffer zur Pause
Der CFC hielt defensiv mit viel Einsatz dagegen und setzte selbst immer wieder Nadelstiche. So verpasste Bozic nach einer Flanke von Stockinger nur knapp das lange Eck (34.), stand dabei allerdings im Abseits. Die Partie blieb umkämpft und von vielen Zweikämpfen geprägt. Nach 45 Minuten ging es in einem intensiven und emotionalen Derby torlos in die Halbzeitpause.
CFC mit guter Phase nach Wiederanpfiff
Der Chemnitzer FC kam engagiert aus der Kabine und setzte direkt ein erstes offensives Signal. In der 51. Minute bot sich die große Chance zur Führung, als Bozic nach einer Ecke und Hereingabe von Gebuhr aus rund zehn Metern per Hacke nur knapp am langen Pfosten vorbeizielte. In der Folge blieb die Partie jedoch etwas ruhiger, klare Torchancen waren auf beiden Seiten zunächst selten.
Aue nutzt Umschaltmoment zur Führung
Die Gäste suchten ihrerseits vor allem über Standards und schnelle Umschaltmomente den Weg nach vorn, wurden dabei aber nur phasenweise gefährlich. Adamczyk zeigte sich bei Hereingaben aufmerksam (54., 65.), während eine verletzungsbedingte Unterbrechung für Guttau (67.) und anschließende Wechsel auf Auer Seite (69.) neuen Schwung in die Partie brachten.
In der 71. Minute nutzte Aue dann einen dieser Momente zur Führung: Der eingewechselte Ehlers setzte sich mit Tempo durch und legte quer auf Bär, der aus kurzer Distanz zum 0:1 einschob. Adamczyk war noch am Ball, konnte den Treffer jedoch nicht verhindern. Kurz darauf wurde es vor der Südkurve noch einmal hitzig, als Bozic nach einer Flanke zu Boden ging und ein möglicher Pfiff ausblieb (72.).
Aue setzt den entscheidenden Nadelstich – CFC wirft alles nach vorn
In der Schlussphase warfen die Himmelblauen noch einmal alles in die Waagschale, um das Derby doch noch in ihre Richtung zu drehen.
Die größte Gelegenheit zum Ausgleich bot sich in der 86. Minute: Eine Flanke von Ekui wurde immer länger und senkte sich gefährlich in Richtung langes Eck – doch Aues Schlussmann Männel kratzte den Ball mit letzter Kraft von der Linie. Auch Müller schaltete sich nun immer wieder offensiv ein, sein Volley aus der Distanz wurde jedoch im letzten Moment geblockt. Zuvor hatte bereits Stockinger mit einem sehenswerten Solo durch mehrere Gegenspieler für Gefahr gesorgt, fand mit seinem Abschluss aus zentraler Position aber ebenfalls keinen Weg durch die Auer Defensive.
In der Nachspielzeit öffneten die Chemnitzer dann zwangsläufig ihre Defensive – und wurden eiskalt bestraft. Nach einem Ballgewinn schaltete Aue schnell um, Marcel Bär blieb vor Adamczyk cool und schob zum 0:2 ein (90.+2). Die endgültige Entscheidung in einer Phase, in der der CFC alles nach vorn geworfen hatte.
Kurz darauf kochten die Emotionen noch einmal hoch: Jonah Fabisch sah nach provokantem Jubel zunächst die Gelbe Karte und unmittelbar danach Gelb-Rot (90.+3). Sportlich änderte das jedoch nichts mehr. In der verbleibenden Zeit verhinderte Adamczyk mit einer starken Parade gegen Simnica sogar noch einen höheren Rückstand.
Dann war Schluss im ausverkauften Stadion an der Gellertstraße. Trotz einer leidenschaftlichen Leistung und einer offenen Schlussphase musste sich der Chemnitzer FC dem Drittligisten geschlagen geben. Der Traum vom Sachsenpokal-Finale endet im Halbfinale – nach einem intensiven Derby, in dem Kleinigkeiten den Unterschied machten.
Am Sonntag geht es für den CFC ab 14 Uhr zu Hause weiter in der Liga gegen Meuselwitz. Aue spielt am Samstag 14 Uhr ebenfalls zu Hause gegen Wiesbaden.
Chemnitzer FC – FC Erzgebirge Aue 0:2 (0:0)
CFC: Adamczyk – Walther (82. Damer), Gebuhr, Müller, Pistol – Stockinger, Eppendorfer, Baumgart – Alberico (79. Marx), Bozic, Grimaldi (61. Ekui)
FCE: Männel – Seiffert (81. Collins), Zobel, Malone, Barylla – Guttau (69. Clausen), Majetschak (81. Simnica), Fabisch, Günther-Schmidt (75. Bornschein) – Wienhauer (69. Ehlers), Bär
Tore: 0:1 Bär (71.), 0:2 Bär (90.)
Zuschauer: 14.658



