Zurück zur Übersicht

22.08.2024 - 18.07 Uhr | Vereinsnachrichten

U19-Cheftrainer Torsten Wappler im Interview: "Diese Siegermentalität möchten wir den Jungs vermitteln"

Die U19-Junioren fuhren zuletzt durch einen Last-Minute-Sieg bei Hertha BSC die Punkte fünf, sechs und sieben ein. Nach der enttäuschenden 1:4-Niederlgae zum Saison-Auftakt gegen Energie Cottbus kämpfte sich das Team von U19-Trainer Torsten Wappler in den jüngsten Spielen zurück in die Spur und steht jetzt auf Platz 2 der höchsten DFB-Nachwuchsliga.

Wir haben mit dem Übungsleiter über das Stimmungsbild im Team, die Vorteile der neuen Nachwuchsliga und die Ziele für diese Spielzeit gesprochen. Der ehrgeizige 46-Jährige sprach dabei auch über die Brisanz des Bezirksderby am kommenden Wochenende und das Spiel im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln am 1. September im Sportforum.

Torsten, wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach der erfolgreichen Englischen Woche?

Torsten Wappler: Die Stimmung im Team hat sich seit dem Auftaktspiel gegen Energie Cottbus spürbar verbessert. Anfangs war die Enttäuschung groß, da wir unsere Erwartungen zum Saisonstart nicht erfüllen konnten. Jetzt sind wir jedoch besser in die Saison gekommen und richten unseren vollen Fokus nun auf das anstehende Bezirksderby am kommenden Wochenende gegen den FC Erzgebirge Aue.

Was für eine Rolle spielt die Rivalität und das Derby im Nachwuchs?

Wappler: Ganz klar ist: Ein Derby will man gewinnen – das gilt auch für den Nachwuchsbereich! Durch die kurze Distanz und einige Freundschaftsspiele, die wir schon gegeneinander absolviert haben, ist es trotzdem ein ordentliches Miteinander. Die Jungs gehen auf dieselbe Sportschule. Klar ist aber auch, dass sich in der Klasse niemand aufziehen lassen will. Eine gewisse Brisanz hat das Spiel also, aber auf einer sportlich fairen Ebene.

Den enttäuschenden Auftakt gegen Cottbus hast du bereist angesprochen. Was hat sich zwischen diesem Spiel und jetzt verändert?

Wappler: Die Jungs streben nach dem Maximum und geben immer alles für den CFC. Gegen Energie haben wir uns das ganze Spiel durch kopflose neun Minuten selbst kaputt gemacht. Das kann passieren. Schließlich sind es junge Menschen, die Fehler machen – und das auch dürfen. Es ist zudem eine neue Spielklasse auf einem sehr hohen Niveau und daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Das Wichtigste war, welche Reaktion die Mannschaft auf den Rückschlag gezeigt hat. Wir sind wieder aufgestanden. Der Lernprozess und die Entwicklung unserer Talente stehen im Vordergrund, und dazu gehören auch Rückschläge – wenn man sich verbessern will.

Die vermeintlich großen Teams, wie RB Leipzig und Hertha BSC stehen in der unteren Tabellenhälfte und vermeintlich kleine stehen oben. Wie bewertest du den Saisonstart der Liga im Ganzen?

Wappler: Das sollte man nicht überbewerten. Hertha hat einige U19-Spieler in die U23 hochgezogen, und bei RB waren viele im Trainingslager der ersten Mannschaft. Deshalb sollte man die Ergebnisse auch nicht zu hoch hängen.

In dieser Saison hast du mit deinem Team bereits für positive Momente gesorgt und gezeigt, dass ihr sogar Mannschaften wie Hertha BSC schlagen könnt. Wie lautet euer Saisonziel?

Wappler: Das oberste Ziel ist es Spieler für unsere erste Mannschaft auszubilden. Tabellarisch haben wir uns kein konkretes Ziel gesteckt, aber wie ich schon über das Pokalspiel gegen den 1. FC Köln (Sonntag, 1. September, um 11 Uhr, im Sportforum) gesagt habe: Wir wollen jeden Wettbewerb, an dem wir teilnehmen, auch gewinnen! Diese Siegermentalität möchten wir den Jungs vermitteln. Wo wir am Ende in der Tabelle stehen, wird sich zeigen.

Bedeutet das, euer Ziel ist es, unter die Top Drei zu kommen und die Liga A der deutschen Nachwuchs-Elite zu erreichen? 

Wappler: Wenn wir es schaffen, werden wir uns nicht dagegen wehren, aber es ist nicht das oberste Ziel. Für uns steht an erster Stelle, dass wir in jeder Woche eine Herausforderung haben, und das ist in dieser Liga gegeben. Wir wollen uns mit den besten Nachwuchsspielern des Landes messen und am Ende so viele Spiele wie möglich gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit deinem Team, Torsten.

Interview: Yannic Gillmeister