Trainingsstart am Montag: Mit Rückenwind in die neue Saison
Zwischen Rekordniederlagen und Debüt-Dreierpackern mauserte sich der CFC in der abgelaufenen Saison vom Abstiegskandidaten zum sicheren Mittelfeldteam im besten Sinne. Nach dem XXL-Umbruch und einer ungewissen Zeit im vergangenen Sommer brachte die abgelaufene Saison Ruhe in den Club. Nun steigt die Vorfreude auf die neue Saison!
Mit einem 0:0 gegen Titelkandidat FC Carl Zeiss Jena im Stadion – An der Gellertstraße eröffneten die Himmelblauen die Saison und das, obwohl im Sommer ein großer Umbruch stattfand. Neun Abgänge mussten die Himmelblauen verkraften. Darunter Eigengewächs Tim Campulka (FC Energie Cottbus) und Stammkeeper Jakub Jakubov (Greifswalder FC). Im Gegenzug kamen neun Neue, dazu drei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Rückkehrer Dejan Bozic (2018 bis 2020 bereits beim CFC) war einer der größeren Namen, die verpflichtet wurden. Im Tor setzten die Chemnitzer auf die gute Arbeit des NLZ. Mit David Wunsch (20), Stanley Birke (18) und Clemens Boldt (16) stellten die Himmelblauen in er abgelaufenen Saison das jüngste Torwarttrio im gesamten deutschen Profifußball (Quelle: Blick).
Durchwachsene Hinrunde mit Verletzungspech
Nach der Unruhe in der Sommerpause und vielen Transfers stand eine komplett veränderte Mannschaft auf dem Rasen. Die Folge: Der Chemnitzer FC startete nicht als Aufstiegsaspirant in der Regionalliga Nordost, sondern um dem Abstieg in die Oberliga zu verhindern. Wie prekär die Situation war, wurde den himmelblauen Anhängern spätestens am zweiten Spieltag klar. Im Ostseestadion bei Oberliga-Aufsteiger F.C. Hansa Rostock II hagelte es trotz früher Führung durch Leon Ampadu (3.) eine 1:6-Niederlage. Leider sollte es nicht die einzige Niederlage dieser Höhe bleiben.
Auch gegen den Greifswalder FC (1:2, 3. Spieltag), den FC Energie Cottbus (0:2, 4. Spieltag) und die BSG Chemie Leipzig (0:1, 6. Spieltag) setzte es Niederlagen. Gegen den SV Babelsberg 03 reichte ein 0:0 (5. Spieltag) zum zweiten Punkt in der Spielzeit. Nach sechs absolvierten Regionalligapartien standen also zwei Punkte und eine Tordifferenz von 2:11 zu Buche.
Der nächste Gegner war der SV Merkur Oelsnitz in der zweiten Runde des Sachsenpokals. Beim Landesklassenvertreter schossen sich die Himmelblauen den Frust von der Seele. Nach Abpfiff stand ein deutliches 8:0. Einziger Wermutstropfen: Rechtsverteidiger Manuel Reutter verletzte sich schwer am Knöchel und musste monatelang pausieren.
Am Folgewochenende gastierte der 1. FC Lokomotive Leipzig im Stadion – An der Gellertstraße vor über 7.000 Zuschauern. In einer umkämpften Flutlichtbegegnung entlud sich die gesamte angestaute Energie der himmelblauen Anhänger, als Niclas Erlbeck zwei Minuten nach Wiederanpfiff per Volley zum 1:0 traf (47.). Der Rest des Spiels war nicht schön, aber effektiv. Die Chemnitzer verteidigten mit allem, was sie reinwerfen konnten und brachten die Führung über die Zeit. Dieser Sieg setzte Kräfte frei. Auch gegen den Berliner AK (1:0, 8. Spieltag) folgte ein Sieg. Der BFC Dynamo wurde einen Spieltag vor dem Bezirksderby gegen den FSV Zwickau zum Stimmungskiller. Nach frühem Erlbeck-Platzverweis (19.) sorgten der dreifache Rufat Dadashov und Tobias Stockinger für eine 0:4-Pleite an der Gellertstraße.
Mit dieser Niederlage im Gepäck reiste der CFC am 10. Spieltag zum FSV Zwickau. Auch der Drittliga-Absteiger erwischte einen schwachen Start in die Spielzeit. Beide Teams konnten acht Punkte aus neun Spielen vorweisen. Lukas Stagge sorgte für den perfekten Start in die Partie mit dem frühen Führungstreffer (3.). Danach kühlte das Spiel ab. Der FSV übernahm das Ruder und belohnte sich für das gute Anlaufverhalten. Marc-Philipp Zimmermann traf zum verdienten Ausgleich (58.). Als sich die Zuschauer bereits auf ein Remis eingestellt hatten, kamen die Chemnitzer noch einmal über die eingewechselten CFC-Youngster Jannik Wolter und Kingsley Akindele. Nach Anspiel Wolter vollendete Akindele am Zwickauer Schlussmann vorbei ins lange Eck und sorgte für Ekstase vor dem CFC-Block (90.+3).
Doch es fehlte die Konstanz. Auf den Derbysieg folgte das Ausscheiden im Sachsenpokal nach Verlängerung beim Bischofswerdaer FV (2:4). Auch in der Liga wechselten sich Siege und Niederlagen ab. Zu Schaffen machte den Himmelblauen in jener Zeit eine Verletzungsmisere. Nach einem Erfolg gegen Spitzenteam Viktoria Berlin Ende November, setzte es die zweite deutliche Niederlage. Beim FC Rot-Weiß Erfurt (17. Spieltag) gingen die Himmelblauen früh durch Felix Müller (3.) und Leon Ampadu (6.) in Führung. Wer aufmerksam gewesen ist, kann sich an den letzten frühen Ampadu-Treffer in Rostock erinnern. Das Spiel nahm einen ähnlichen Verlauf. Vielleicht sogar noch einen bittereren. Bereits zur Pause führten die Gastgeber verdient mit 3:2. Am Ende dieser kalten, dunklen Fußballnacht in Erfurt stand ein 2:7 und die zweithöchste Niederlage der Chemnitzer Regionalligageschichte. Nur beim 0:6 im Mai 2004 gegen Schalke 04 II (Regionalliga Nord) setzte es eine deutlichere Niederlage.
Diesen erneuten Tiefpunkt steckte die Mannschaft von Christian Tiffert schnell weg. Schon am Wochenende darauf ging es erneut nach Thüringen. Der erste Rückrundenspieltag stand als letztes Duell vor der Winterpause an. Der Gegner aus Jena spielte anstatt einer Aufstiegssaison unter den Erwartungen. Trotzdem kam das Team von Cheftrainer René Klingbeil aus einer Serie von neun ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge (sieben Siege). Auf Bozics Führungstreffer (57.), nach starker Vorarbeit von Tobias Müller, hatte der FCC allerdings keine Antwort. Also gingen die Himmelblauen mit zwanzig Punkten und dem 13. Tabellenplatz in die Winterpause, sieben Punkte vor den möglichen Abstiegsrängen.
Trainingslager schweißt die Mannschaft zusammen
Den Auftakt ins neue Jahr machte das Trainingslager in Belek. Das Umfeld ist bereits aus den Vorjahren bekannt und die Mannschaft hatte Zeit, um zusammenzuwachsen, wie Spieler und Trainer danach erklärten. Ein nicht unwesentlicher Faktor für die deutlich verbesserte Rückserie. In der Türkei testete der CFC gegen den Halleschen FC (1:1) und den späteren Meister der Regionalliga West Allemannia Aachen (2:2). Mit diesem guten Gefühl des Zusammenhalts ging der Flug zurück an die Gellertstraße.
Das Gefühl blieb! Die ersten Spiele nach der Winterpause gewannen die Chemnitzer zu Hause jeweils mit 2:0 gegen den FC Eilenburg und Hansa II. Danach folgte eine starke Leistung, bei der sich vor allem David Wunsch im Chemnitzer Kasten auszeichnete beim Tabellenführer Greifswalder FC (0:0). Auf eine 1:4-Heimpleite gegen den FC Energie Cottbus kamen erneut vier ungeschlagene Spiele in Serie. Jeweils ein 1:1 gegen die beiden Leipziger Teams, ein 2:0-Heimsieg gegen den BAK und eine überragende Leistung bei Aufstiegsaspirant BFC Dynamo. Nach einem 0:1-Rückstand drehten Stephan Mensah (69.) und Leon Damer (76.) das Spiel. Beim Stand von 2:1 parierte der erneut stark aufgelegte David Wunsch einen Elfmeter gegen Rufat Dadshov und Leon Damer setzte der Partie in der Nachspielzeit per Traumlupfer zum 3:1 die Krone auf. Der Abstiegskampf war für die neuntplatzierten Chemnitzer endgültig ad acta gelegt.
Vorfreude auf die neue Saison steigt
Unter der Woche setzte es eine knappe 0:1-Niederlage in Potsdam. Wieder ein Dämpfer vor dem Bezirksderby. Das spielte allerdings keine Rolle. Der Spieltag am Ostersonntag vor über 10.000 Zuschauern stand ganz im Zeichen von Chris Löwes Abschied aus dem aktiven Profifußball. Vor der Südkurve wurde Löwe, der aus der himmelblauen Jugend unter anderem zum BVB, zum 1. FC Kaiserslautern und nach Huddersfield wechselte für seine großartige Karriere geehrt. Die große Überraschung vor Anpfiff: Chris Löwe verkündete über die Videoleinwand sein Engagement als Sportdirektor für den Chemnitzer FC ab August 2024. Angetrieben von der Atmosphäre und dem Löwe-Abschied spielten die Himmelblauen bei perfektem Osterwetter groß auf und entschieden das Spiel schon in Halbzeit eins dank eines Bozic-Doppelpacks (31./ 42.). Chemnitz bleibt Bezirkshauptstadt!
Nach einem Sieg in Luckenwalde (2:1) schoben sich die Himmelblauen zwischenzeitlich auf den 4. Platz der Rückrundentabelle, mit nur zwei Punkten weniger als Tabellenführer Cottbus. Die Mannschaft hatte nach unten nichts mehr zu befürchten. Gleichzeitig war auch kaum mehr als der 9. Platz in der Tabelle möglich. Trotzdem gab es noch Mal ein Highlight im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin. Mit 5:0 schlug der CFC Hertha BSC II und Leon Damer schnürte den ersten Dreierpack seiner Profikarriere. Gleichzeitig war es der letzte Saisonsieg der Himmelblauen. Eine lange und kräftezehrende Saison hinterließ Spuren. Gegen Meuselwitz, Viktoria Berlin und Eilenburg setzte es Niederlagen. Zum Saisonabschluss gastierte der FC Rot-Weiß Erfurt zum Traditionsduell an der Gellertstraße. Vor der Partie wurden neun Spieler verabschiedet, die den Verein nach der Saison verlassen würden. In einem attraktiven Spiel vor mehr als 7.500 Zuschauern trennten sich die Mannschaften mit 2:2. Danach feierten Mannschaft und Fans den Saisonabschluss auf dem Südvorplatz.
In diesem Sommer stehen mit Tom Baumgart, Artur Mergel, Daniel Adamczyk, Luis Fischer, Ephraim Eshele und Anton Rücker bereits sechs Neuzugänge fest. Außerdem stößt Ole Schiebold aus der U19 zur Regionalligamannschaft hinzu. Dazu haben wichtige Spieler verlängert. Bereits früh kam es zur Einigung mit Kapitän Tobias Müller und seinem Vize Robert Zickert und einigen weiteren Stammspielern. In der Sommerpause verlängerte auch Top-Torjäger Leon Damer langfristig.
Trainingsauftakt am 17. Juni
Die Mannschaft steht bereits vor dem Trainingsauftakt am 17. Juni fest und kann sich zum Start in die Vorbereitung bereits voll fokussieren. Die starke Rückrunde und das aktuelle Transferfenster setzten eine gute Grundlage für die kommende Saison. Am Montag, den 17. Juni starten die Spieler von Cheftrainer Christian Tiffert um 14 Uhr im Sportforum in die Trainingsvorbereitung auf die neue Saison. Kommt vorbei und verfolgt die erste Einheit der neuen Spielzeit!



