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06.05.2014 - 10.10 Uhr | 1. Mannschaft

Unser Kapitän im Interview vor dem Spiel gegen den FCO Neugersdorf

Wenn es nach Silvio Bankert geht, so ist die Zielstellung für die beiden verbleibenden Spiele klar - in Neugersdorf soll nach einjähriger Abstinenz endlich wieder der Landespokal nach Chemnitz geholt werden und gegen den VfB Stuttgart II ein erfolgreicher Abschluss in der 3. Liga gefeiert werden. Damit würde dann auch für unseren Kapitän eine im wahrsten Sinne des Wortes „lange Spielzeit" 2013/14 ihr Ende finden. Schließlich gehört er mit 36 Ligaeinsätzen zu den Spielern, die das Prädikat „Dauerbrenner" absolut verdient haben.

Während er vereinsintern vor Philipp Pentke (3.060 Minuten) mit 3.200 Minuten gar die meiste Einsatzzeit verbuchen kann, befindet er sich in der Liga nur lediglich 130 Minuten hinter der Spitzengruppe um Kenneth Kronholm, Jan Zimmermann, Timo Ochs und Philip Heise. Diese vier Spieler haben nämlich überhaupt noch keine einzige Minute verpasst. Doch auch für Silvio Bankert wäre durchaus noch mehr drin gewesen, hätte er zuletzt gegen Holstein Kiel nicht krankheitsbedingt passen müssen. Pünktlich vor der wichtigen Pokalpartie gegen Neugersdorf hat er sich nun wieder fit gemeldet und ist bereits in Elversberg wieder über die volle Distanz zum Einsatz gekommen. Bevor es auch am Mittwoch wieder auf das Grün geht, stand er uns für folgendes Interview zur Verfügung:

Hallo Silvio, die Fans haben in Elversberg mit einem ganz besonderen Outfit auf sich aufmerksam gemacht und im Stile der Blues Brothers für mächtig Stimmung gesorgt. Den Kapitän dürften solche Aktionen doch besonders freuen, denn zusätzlicher Motivation für die Nebenleute bedarf es doch dann kaum mehr?

Silvio Bankert: In der Tat! Die Fans schaffen es immer wieder aufs Neue, uns mit ihrer Kreativität positiv zu überraschen. Wir freuen uns über diese Unterstützung natürlich riesig und für mich als Kapitän gibt es nichts besseres, wenn die Truppe durch solche Aktionen zusätzlich motiviert wird. Überhaupt ist es immer wieder wahnsinnig toll zu sehen, wie zahlreich wir in fremden Stadien unterstützt werden. Das bedeutet uns enorm viel!

Apropos fremde Stadien - in noch keinem hast du diese Saison auf dem Platz gefehlt. Im heimischen Gellertstadion auch nur zuletzt gegen Kiel aufgrund einer Virusinfektion. Mit 36 Einsätzen hast du einen mehr als Anton Fink, der dir in dieser Statistik vereinsintern folgt. Das Prädikat „Dauerbrenner" scheint wie für dich gemacht?

Silvio Bankert: Das Spiel gegen Kiel hätte ich auch gerne noch gemacht, allerdings nicht um die Statistik voll zu bekommen, sondern der Mannschaft mit meiner Leistung helfen zu können. Nur zum Zuschauen verdammt gewesen zu sein, war nicht nur aufgrund meiner Erkrankung schlimm, sondern weil man sich komplett machtlos fühlt und keine Chance hat einzugreifen. Zum Glück war dieses Spiel bisher die Ausnahme!

Nimmt man noch die vier Partien aus dem Landespokal hinzu, kommst du bereits auf 40 Pflichtspiele in dieser Saison. Langsam aber sicher dürftest du die Sommerpause herbeisehnen?

Silvio Bankert: Vor allem die Virusinfektion ist zuletzt ordentlich an die Substanz gegangen, sodass mein Körper langsam aber sicher nach Erholung lechzt. Hinzu kommt der fast die gesamte Spielzeit andauernde Kampf um den Klassenerhalt, der sowohl mental als auch physisch enorm geschlaucht hat. Insofern bin ich schon etwas erleichtert, wenn wir die letzten beiden Pflichtspiele auch noch erfolgreich absolviert haben und dann der Sommerpause entgegen blicken können!

Ein Blick auf die Ligastatistik verrät, dass du bereits 3.200 Spielminuten absolviert hast. Wenn du die bisherige Spielzeit in ein paar kurzen Worten zusammen müsstest, wie würde dann dein Fazit lauten?

Silvio Bankert: Der Saisonstart verlief natürlich alles andere als optimal, weshalb wir in der Liga schnell in ungewünschte Bahnen geraten sind. Negativer Höhepunkt war dann sicherlich der Rücktritt von unserem langjährigen Trainer Gerd Schädlich. In dieser Phase haben wir aber alle auch sehr viel dazugelernt und sind aus dem ganzen meiner Meinung nach gestärkt hervorgegangen! Aus meiner Sicht stellen der Einzug in das Finale des Landespokals und der Heimsieg gegen RasenBallsport Leipzig die emotionalen Höhepunkte der bisherigen Saison dar!

Würdest du die Saison 2013/14 als die schwierigste seit deinem Wechsel zu den Himmelblauen bezeichnen?

Silvio Bankert: Unter dem Strich ist es für alle Beteiligten keine einfache Saison gewesen. An der teils sportlich schwierigen Situation und dem Rücktritt von Gerd Schädlich hat, denke ich, jeder zu knabbern gehabt. Als Kapitän steht man natürlich in einer besonderen Verantwortung und dadurch kamen Dinge auf mich zu, die in ihrer Intensität auch mir neu waren. Trotzdem habe ich immer versucht, mich den Herausforderungen zu stellen und meinem Credo getreu vornweg zu gehen. Dabei haben mich Trainer und Mannschaft immer voll und ganz unterstützt, sodass wir letztlich gemeinsam auch wieder den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden haben!

Das Pokalfinale gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf ist für dich bereits das vierte Endspiel mit dem CFC. Nun soll auch der zweite Sieg her!

Silvio Bankert: Klar soll ein Sieg her, denn es ist unser Ziel, einen versöhnlichen Saisonabschluss zu feiern. Außerdem sind wir gewillt, mit einer guten Leistung unseren Fans etwas für ihre über die gesamte Saison hinweg fortwährende Unterstützung zurückzugeben. Die mit dem Pokalsieg verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal ist da sicherlich noch ein schöner Bonus, den wir unseren Anhängern bieten können!

Bereits aus Magdeburger Zeiten kennst du dich im Pokalgeschäft bestens aus und weißt sicherlich auch, worauf es in einem Endspiel ankommt?

Silvio Bankert: Voraussetzung ist, dass jeder Einzelne um die Aufgabe, die auf ihn zukommen wird, Bescheid weiß und dementsprechend mit vollster Konzentration bei der Sache ist. Der Underdog wird versuchen, uns durch seine Zweikampfführung zu beeindrucken und so ins Spiel zu kommen. Auch werden die Heimfans das ihrige dazutun und ihre Mannschaft von Beginn an lautstark antreiben. Für uns ist es daher wichtig, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

In den Reihen eures kommenden Gegners befinden sich einige erfahrene Spieler. Man denke an Jan Nezmar, der mit Slovan Liberec (Tschechische Republik) oder dem MFK Ruzomberok (Slowakei) bereits dreimal Landesmeister wurde oder an den Ex-Chemnitzer Ralf Marrack. Auch in der NOFV-Oberliga Süd ließ man bereits aufhorchen. Ihr dürftet also vorgewarnt sein?

Silvio Bankert: Die letzten Ergebnisse von Neugersdorf habe ich mit großem Interesse verfolgt und weiß daher, dass uns eine torgefährliche Mannschaft erwarten wird, in deren Reihen Spieler stehen, die mit allen Wassern gewaschen sind. Da dürfen wir uns nicht aus de Reserve locken lassen und geduldig auf unsere Gelegenheiten lauern. Zudem freue ich mich auf das Wiedersehen mit Ralf Marrack, den ich noch aus Cottbusser Zeiten kenne!

Unsere U23 hat in der Oberliga bereits Erfahrung mit Neugersdorf gemacht und nach der Hinspielniederlage zu Beginn der Rückrunde klar gewonnen. Habt ihr euch schon bei U23-Trainer Kay-Uwe Jendrossek Tipps geholt?

Silvio Bankert: Das überlasse ich ganz unserem Trainer. Er wird sicherlich jede verfügbare Quelle nutzen, um uns dann so gut wie möglich auf Neugersdorf vorbereiten zu können.

Die Überraschung war sicherlich groß, als ihr erfahren habt, dass es im Finale nach Neugersdorf geht. Der Sieg gegen Favorit RasenBallsport Leipzig war so nicht zu erwarten?

Silvio Bankert: Es zeigt, dass wir in dieser Saison immer über die volle Distanz gehen müssen und uns nichts einfach so geschenkt wird, denn bei einem Duell mit Leipzig wären wir ja jetzt schon für den DFB-Pokal qualifiziert. Umso mehr muss uns die Tatsache, dass Neugersdorf Leipzig aus dem Wettbewerb geworfen hat, Warnung genug sein! Deshalb müssen wir gemeinsam mit unseren Fans alle Kräfte bündeln, um am Ende auch als Sieger vom Platz gehen zu können.

Schließlich will der Kapitän am Ende den Pokal gen Abendhimmel stemmen und Mannschaftskameraden sowie Fans entgegenrecken!

Silvio Bankert: Ehrlich gesagt bin ich gedanklich noch nicht ganz so weit, denn bis dahin gilt es noch einen langen Weg zu gehen. Egal ob der am Ende 90 oder 120 Minuten lang ist, das Einzige was zählt, ist der Pokal und den wollen wir uns unbedingt holen!

Silvio Bankert, recht herzlichen Dank für dieses Interview und viel Erfolg im Pokalfinale!