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16.04.2026 - 22.58 Uhr | Vereinsnachrichten

Vision 2030 im Fokus: Mitgliederversammlung 2026 stellt die Weichen für die Zukunft

Am Donnerstagabend fand die ordentliche Mitgliederversammlung 2026 des Chemnitzer FC e.V. im VIP-Bereich des eins-Stadion – An der Gellertstraße statt. Die Veranstaltung begann planmäßig um 18.00 Uhr und endete um 22.00 Uhr. Insgesamt nahmen 368 Mitglieder an der Versammlung teil, die damit einmal mehr den hohen Stellenwert der Mitbestimmung im Verein unterstrich.

Auch das Regionalliga-Team samt Trainer- und Funktionsteam verfolgte die Mitgliederversammlung über die gesamte Dauer hinweg im Saal – ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt und Nähe innerhalb des Vereins.

Den inhaltlichen und atmosphärischen Rahmen der Mitgliederversammlung setzte Vorstandsvorsitzender Helmut Brunhuber bereits in seiner Eröffnungsrede, als er erklärte: „In den vergangenen drei Jahren ist es uns gemeinsam gelungen, den Chemnitzer FC zu konsolidieren, Strukturen zu festigen und den Verein wieder handlungsfähig zu machen. Dieser Weg war nicht immer einfach und erforderte auch unbequeme Entscheidungen – wie im Fall des Cateringvertrags, bei dem wir konsequent im Sinne des Vereins gehandelt und nun auch juristisch Recht bekommen haben. Unser Anspruch bleibt es, den CFC nachhaltig weiterzuentwickeln – sportlich wie strukturell. Trotz der aktuell nicht zufriedenstellenden Situation in der Regionalliga blicken wir mit klarer Zielsetzung nach vorn und wollen mit unserer Vision 2030 die Grundlage dafür schaffen, wieder höhere Tabellenregionen anzugreifen. Entscheidend ist dabei unser Zusammenhalt – denn eines gilt unverändert: Nur zusammen geht’s. Für den CFC. Für Chemnitz!“

Zentrale Beschlüsse und erste Weichenstellungen

- Satzungsänderungen im Zuge der Vision 2030 mit klarer Mehrheit beschlossen

- Anpassung der Beitragsordnung für aktiv spielende Mitglieder zur besseren Deckung von Ausbildungs- und Betreuungskosten

- Mitgliederkampagne als zentraler Bestandteil der zukünftigen Entwicklung vorgestellt

- Zielmarke von 5.000 Mitgliedern langfristig ausgegeben

Mit der Vorstellung der „Vision 2030“ rückte im weiteren Verlauf der Versammlung die strategische Ausrichtung des Vereins in den Mittelpunkt. Geschäftsführer der Chemnitzer FC Fußball GmbH Tommy Haeder präsentierte erstmals umfassend die mittelfristige Perspektive des Clubs.

Vision 2030: Klarer Plan für die Zukunft

„Wir wollen den Verein nach einem Plan finanziell und sportlich auf gesunde Beine stellen. Nachdem wir vieles neu strukturiert haben, wollen wir nun eine Vision für unseren Club fassen, an der wir uns ausrichten können“, erklärte Haeder bei der Vorstellung.

Zentrale Bausteine sind dabei neben der wirtschaftlichen Stabilisierung insbesondere die stärkere Einbindung der Mitglieder, die Weiterentwicklung des Nachwuchsleistungszentrums sowie eine nachhaltige sportliche Perspektive mit dem klaren Ziel, mittelfristig wieder in höhere Ligen vorzustoßen. Ein konkreter Ansatz: Jährlich soll mindestens ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft schaffen und diese sportlich verstärken.

Mitglieder im Mittelpunkt der Entwicklung

Ein zentrales Element der Vision ist die groß angelegte Mitgliederkampagne. Der Chemnitzer FC will seine Mitgliederzahl perspektivisch auf 5.000 steigern – mehr als eine Verdopplung des aktuellen Niveaus.

Neben klassischen Maßnahmen setzt der Verein dabei auf neue Anreize: exklusive Mitgliederkollektionen im Fanshop, Rabatte bei Partnern, besondere Aktionen für Bestandsmitglieder sowie Belohnungen für erfolgreiche Mitgliederwerbung. Ziel ist es, die Identifikation mit dem Club weiter zu stärken und die Mitgliedschaft spürbar aufzuwerten.

Anpassung der Beitragsordnung

Anschließend übernahm Vorstandsmitglied Sebastian Reichel und trug strukturelle Anpassungen der Beitrage vor, die anschließend auch beschlossen wurden. So werden die Beiträge für aktiv spielende Mitglieder angepasst, um gestiegene Kosten im Bereich Training, medizinische Betreuung und Infrastruktur besser abdecken zu können. Durch diese Maßnahme sollen jährlich zusätzliche Mittel im mittleren fünfstelligen Bereich generiert werden, die direkt in den sportlichen Bereich des Vereins fließen.

Ehrung verdienter Mitglieder vor der Pause

Neben den strategischen Themen wurden auch langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein geehrt. Insgesamt wurden zahlreiche Mitglieder für 20-, 25- und 30-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet – ein emotionaler Moment, der die Verbundenheit innerhalb der himmelblauen Familie eindrucksvoll unterstrich. Anschließend gab es eine rund zwanzigminütige Pause.

Wirtschaftliche Entwicklung und Berichte

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Jahresabschlüsse und Rechenschaftsberichte vorgestellt. Die Spielbetriebs GmbH konnte ihren Umsatz deutlich steigern – von rund 3,2 Millionen Euro auf etwa 4,1 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde das Minus im Vergleich zum Vorjahr spürbar reduziert um rund 103.000 Euro auf nun rund 130.000 Euro.

Beim eingetragenen Verein stand hingegen ein Minus von rund 217.000 Euro zu Buche, das maßgeblich durch gestiegene Kosten im Nachwuchsleistungszentrum begründet ist. Auch für die laufende Saison wird ein negatives Ergebnis erwartet, das durch strukturelle Maßnahmen und die Mitgliederkampagne perspektivisch ausgeglichen werden soll.

In der anschließenden Fragerunde wurde unter anderem die Zukunft des NLZ diskutiert. Geschäftsführer Tommy Haeder machte deutlich, dass der Erhalt des NLZ nicht nur sportlich, sondern auch strukturell sinnvoll ist und langfristig Teil der strategischen Ausrichtung bleibt.

Sportliche Einordnung und Ausblick

Zum Abschluss ging es an den aktuellen Einblick in das Geschehen. Sportdirektor Chris Löwe ordnete in seiner Rede die aktuelle sportliche Situation ein und übernahm Verantwortung für den bisherigen Saisonverlauf:

„Ich übernehme die Verantwortung dafür, dass wir den Schritt, den wir machen wollten, in dieser Saison nicht gemacht haben. Jetzt ist es Zeit, die positive Entwicklung abseits des Platzes auch auf den Platz zu bringen. Bei einem Fußballverein geht es am Ende um Ergebnisse.“

Für die kommende Spielzeit formulierte er ein klares Ziel: eine Platzierung in den Top 5 der Regionalliga.

Prozesse und aktuelle Entwicklungen

Auch abseits des Platzes wurde Transparenz geschaffen. Geschäftsführer Tommy Haeder informierte über abgeschlossene und laufende juristische Verfahren. Dabei wurde unter anderem der aktuelle Stand im Verfahren rund um den ehemaligen Geschäftsführer Marc Arnold sowie im Komplex Catering erläutert. Entstehende Kosten werden dabei durch die Gesellschafter getragen.

Darüber hinaus gab Haeder einen Ausblick auf die anstehende Entscheidung zur Aufstiegsreform, bei der in den kommenden zwei Wochen eine Mehrheitsentscheidung für das Kompass-Modell erwartet wird.

Zum Abschluss seiner Rede kündigte er zwei große Testspiele an: "Wir werden am 11. Juli hier in Chemnitz einen Bundesligisten empfangen und für den Winter liegt eine fast verbindliche Zusage eines Champions-League-Teilnehmers vor."

Nachwuchsleistungszentrum im Fokus

Zum Abschluss der inhaltlichen Beiträge richtete sich der Blick noch einmal auf die Entwicklung des Nachwuchsleistungszentrums. NLZ-Leiter Pierre Knechtel gab dabei einen offenen Einblick in den aktuellen Stand und die Zielsetzung: „Wir mussten stark investieren, um eine einheitliche Philosophie zu entwickeln und die Forderungen des DFB für ein Kategorie-2-NLZ zu erfüllen. Auf dem Papier war das bei der Übernahme im Sommer 2025 alles gegeben – in der Praxis allerdings nicht. Daran arbeiten wir intensiv und werden zeitnah wieder die Kategorie 2 erreichen.“

Trotz begrenzter finanzieller Mittel wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. „Wir haben versucht, ohne große finanzielle Ressourcen über unser Netzwerk neue Angebote für unsere Nachwuchsspieler zu schaffen – von Athletiktraining über Körperscans bis hin zu Stoffwechselanalysen“, so Knechtel weiter. Im Anschluss stellte er die einzelnen Jugendteams vor und ordnete deren sportliche Entwicklung im laufenden Wettbewerb ein.

Danach wurde der Abend von Versammlungsleiter Mario Langtat beendet.

Gemeinsam in die Zukunft

Die Mitgliederversammlung 2026 setzte damit ein klares Zeichen: Der Chemnitzer FC richtet den Blick nach vorn – mit einem klaren Plan, einer wachsenden Gemeinschaft und dem festen Willen, den Verein nachhaltig weiterzuentwickeln.

Ein Abend, der zeigt: Die Grundlage ist gelegt – jetzt gilt es, den Weg gemeinsam weiterzugehen. Für unsere Mitglieder. Für den CFC. Für Chemnitz.