"Volles Vertrauen im Zusammenspiel mit der ersten Mannschaft" – U19-Coach Sebastian Kegel im Gespräch vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden
Am Samstag (12 Uhr) tritt die U19 des Chemnitzer FC bei Dynamo Dresden an. Im Vorfeld der Partie haben wir uns mit Cheftrainer Sebastian Kegel getroffen und über den aktuellen Stand unserer ältesten Junioren gesprochen. Nach einem herausfordernden Auftaktprogramm konnte sich das Team zuletzt mit Punkten belohnen – und geht nun mit viel Selbstvertrauen ins Derby.
Wir haben mit dem Coach über den bisherigen Saisonverlauf, die Entwicklung seiner Mannschaft und die Qualität in der Liga gesprochen. Außerdem ging es um die enge Anbindung zur ersten Mannschaft, den regelmäßigen Austausch mit Sportdirektor Chris Löwe und Cheftrainer Benjamin Duda sowie um Perspektivspieler wie Noah Tänzer, Aaron Mensah und einige mehr, die im Laufe der Saison bereits im Profikader standen.
Sebastian, wie würdest du den bisherigen Saisonverlauf beschreiben?
Wie in jedem Jahr im Jugendbereich gab es große Veränderungen im Team. Wir sind vor der Saison zusammengekommen, um gemeinsam zu wachsen und das gelingt aktuell. Die Jungs haben von Anfang an sehr gute Leistungen gezeigt und unsere Ideen hervorragend umgesetzt. Natürlich sind Ergebnisse Teil des Geschäfts, aber für mich zählt vor allem, dass die Entwicklung stimmt – und die ist in nahezu jedem Spiel sichtbar.
Und wie schätzt du eure Rolle in der Gruppe ein?
Wenn man sieht, gegen welche Top-Ausbildungsvereine wir antreten – Dynamo Dresden, Hertha BSC oder Union Berlin – dann ist es völlig normal, nicht als Favorit in die Liga zu gehen. Mit zwei Siegen haben wir uns belohnt, doch unabhängig vom Ergebnis hat die Mannschaft in jeder Partie gezeigt, dass sie auf diesem hohen Niveau mithalten kann.
Zuletzt gab es die Siege gegen Dynamo und Magdeburg, dazu ein gutes Spiel gegen Hertha. Macht das die tägliche Arbeit leichter?
Auf jeden Fall. Siege sind wichtig, weil sie Rückenwind geben und die Jungs in dem bestätigen, was wir im Training erarbeiten. Gleichzeitig weiß ich, dass ein Ergebnis von vielen Faktoren abhängt – Platz, Tagesform und vielem mehr. Deshalb möchte ich mich nicht nur vom Einzelergebnis abhängig machen. Für mich ist entscheidend, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickeln, und das spüren die Jungs auch unabhängig vom Resultat. Wenn wir dann zusätzlich die Punkte holen, ist das natürlich der schönste Lohn.
Ein Spieler, der zuletzt viele Schlagzeilen mit seinem Viererpack im Hinspiel gegen Dresden (4:2) gemacht hat, ist Tyron Lewin. Wie wichtig ist er für euch?
Für einen Stürmer ist es natürlich entscheidend, Tore zu erzielen – und das macht Tyron aktuell sehr zuverlässig. Aber sein Wert liegt nicht nur in den Treffern: Er läuft extrem viel, arbeitet gegen den Ball und macht Bälle fest. Gleichzeitig profitiert er auch von der Stärke der anderen Jungs. Leon Gruschwitz und Frederik Kunstmann geben uns enorme Stabilität in der Innenverteidigung, Aaron Mensah hat schon fünf Vorlagen geliefert – es greift ein Rad ins andere. Am Wochenende wird sehr wahrscheinlich auch Noah Tänzer wieder dabei sein, der unserem Spiel viel Tempo gibt.
Es gibt also viele spannenden Spieler in Kader. Wie eng ist der Austausch mit dem Trainerteam der ersten Mannschaft und mit Sportdirektor Chris Löwe?
Sehr eng – eigentlich sprechen wir täglich miteinander. Erst am Dienstag saßen wir wieder mit Benjamin Duda und Chris Löwe zusammen, um die nächsten Schritte zu besprechen. Es geht um alle Personalien, aber auch um grundsätzliche Dinge. Wir haben ein gemeinsames Ziel: möglichst viele Jungs an den Männerbereich heranzuführen. Dafür gibt es aktuell mehrere Kandidaten, die das Potenzial haben.
Ein Spieler, der zuletzt häufiger im Kader der ersten Mannschaft stand, ist Noah Tänzer. Wie siehst du seine Perspektive?
Noah ist ein sehr talentierter Spieler, dem ich – wie auch einigen anderen – den Sprung in den Männerbereich absolut zutraue. Dafür braucht es nicht nur Qualität, sondern auch das passende Umfeld. Und das spüre ich: Alle Beteiligten wollen den Jungs die Chance geben, sich zu zeigen. Die Zusammenarbeit mit Benni Duda und Chris Löwe macht mir großen Spaß – da herrscht ein tiefes Vertrauen. Für die Spieler ist das eine hervorragende Basis.
Zum Schluss: Was erwartest du für das Spiel am Samstag in Dresden?
Wir wollen mit unserer Art das Spiel bestimmen – mit Tempo, Dynamik, hoher Intensität und Leidenschaft. Dazu kommt ein klarer Plan, mit dem wir unsere Entwicklung bestätigen und unsere Gier zeigen, immer besser zu werden. Wenn uns das gelingt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir das Spiel auch gewinnen.
Vielen Dank, Sebastian und viel Erfolg am Wochenende in Dresden!
Interview: Yannic Gillmeister



