"Vom Reden allein werden wir nichts bewegen" – Pokal-Hammer im Halbfinale: CFC lädt Aue zum Bezirksderby
Das Bezirksderby steht an: Der Chemnitzer FC empfängt im Sachsenpokal-Halbfinale den FC Erzgebirge Aue am Mittwoch ab 20.30 Uhr im eins-Stadion – An der Gellertstraße. Alles ist angerichtet für einen emotionalen Flutlichtabend, an dessen Ende der Finaleinzug winkt. Stand Montag, 10.30 Uhr, sind bereits mehr als 14.000 Tickets verkauft, darunter knapp 2.200 Anhänger aus dem Erzgebirge im ausverkauften Gästeblock.
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Gegner
Der FC Erzgebirge Aue steht nach einer unruhigen Saison vor dem Abstieg in die Regionalliga Nordost. Nach 34 Spieltagen rangiert der FCE mit nur 26 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der 3. Liga – zwölf Zähler fehlen bereits zum rettenden Ufer. Bei nur noch vier ausstehenden Partien ist der Klassenerhalt rechnerisch zwar noch möglich, realistisch aber kaum mehr zu erreichen. Rund um das 80-jährige Vereinsjubiläum erlebt der Traditionsklub aus dem Erzgebirge damit eine der sportlich und personell turbulentesten Phasen seiner Geschichte.
Im Zentrum der jüngsten Entwicklungen steht die Entlassung von Cheftrainer Christoph Dabrowski sowie der Rücktritt von Sportchef Michael Tarnat Anfang April. Nach einer 3:5-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim II zog der Verein die Reißleine: Dabrowski, erst im Februar als Hoffnungsträger im Abstiegskampf verpflichtet, blieb in neun Spielen sieglos und holte lediglich zwei Punkte. Co-Trainer Lars Fuchs musste zeitgleich gehen. Tarnat, der erst im Januar als sportlicher Leiter verpflichtet worden war, legte sein Amt ebenfalls nieder – offiziell aufgrund „unterschiedlicher Auffassungen über die sportliche Ausrichtung.“
Das Interimsduo Khvicha Shubitidze (bisher Nachwuchsleiter) und Enrico Kern (ehemaliger Aue-Stürmer und Jugendtrainer) übernahm daraufhin die sportliche Leitung bis zum Saisonende. Für die Kaderplanung der kommenden Spielzeit ist nun Chefscout Steffen Ziffert gemeinsam mit Sportvorstand Jens Haustein zuständig.
Vor diesem Hintergrund steht nun das Bezirksderby gegen den Chemnitzer FC an – ein traditionsreiches Duell, das durch die angespannte Situation des FC Erzgebirge Aue zusätzliche Brisanz erhält. Der CFC, der bislang eine eher durchwachsene Spielzeit in der Regionalliga hinter sich hat, empfängt die Veilchen. Für beide Fanlager ist dieses Pokalderby mehr als nur ein Spiel – es bildet einen emotionalen Höhepunkt im Saisonendspurt.
Die letzten 5 FCE-Partien
3. Liga | 34. Spieltag | VfB Stuttgart II – FC Erzgebirge Aue 2:2 (2:0)
3. Liga | 33. Spieltag | FC Erzgebirge Aue – SC Verl 1:1 (0:1)
3. Liga | 32. Spieltag | SSV Jahn Regensburg – FC Erzgebirge Aue 1:0 (1:0)
3. Liga | 31. Spieltag | FC Erzgebirge Aue – TSG Hoffenheim II 3:5 (1:4)
Sachsenpokal | Viertelfinale | SSV Fortschritt Liechtenstein – FC Erzgebirge Aue 0:10 (0:3)
„Klare Strategie und gute Herangehensweise“
Cheftrainer Benjamin Duda erklärte auf der Spieltags-Pressekonferenz am Mittwoch:
„Es herrscht eine riesige Vorfreude, jeder bei uns weiß um die Bedeutung dieses Spiels für unsere Fans, für den Verein und für die Region. Von daher sind natürlich alle heiß und besonders motiviert. Trotzdem wird es nicht nur über Emotionen gehen – vom Reden allein werden wir nichts bewegen. Wir brauchen eine klare Strategie und eine gute Herangehensweise, um dieses Halbfinale erfolgreich zu gestalten. Unser Ziel ist es, dieses Spiel zu gewinnen und den Schritt ins Pokalfinale zu gehen.“
Auch CFC-Geschäftsführer Tommy Haeder stellte sich auf der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten:
„Wir wollen am Mittwochabend ein friedliches Fußballfest in Chemnitz erleben – mit tollen Bildern von den Rängen und einer Atmosphäre, die auf die Mannschaften übergeht. Dieses Spiel hat für beide Vereine eine enorme Bedeutung, gerade nach einer durchwachsenen Saison. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam den Fokus auf den sportlichen Wettbewerb legen. Ich wünsche mir von beiden Fanlagern maximalen Support für ihre Mannschaften, denn genau das macht die besondere Atmosphäre aus. Gleichzeitig müssen wir alles dafür tun, dass die 22 Spieler auf dem Platz 90 Minuten Fußball spielen können – ohne Unterbrechungen und ohne Dinge, die dem Verein und der Region schaden.“
Personal
Dejan Bozic und Maurizio Grimaldi steigen individuell in die Trainingswoche ein. Beide sind Optionen für das Pokalspiel, ob und wie lange sie zum Einsatz kommen können, steht allerdings noch nicht fest.
Tobias Müller und Niclas Erlbeck fallen weiterhin langfristig aus und verpassen das Bezirksderby.
Bilanz: Ein Duell mit Tradition und Leidenschaft
Die Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften reichen bis in die DDR-Oberliga-Zeiten zurück. Insgesamt haben die Himmelblauen mit 26 Siegen leicht die Nase vorn im direkten Vergleich. Die Erzgebirger konnten 24 der 64 Aufeinandertreffen für sich entscheiden.
Die letzten beiden Spiele haben alle Chemnitzer noch präsent. Zuletzt setze es eine bittere 0:2-Heimniederlage im Sachsenpokal der Vorsaison. In der Spielzeit 2022/23 gewannen die Chemnitzer ihr Spiel gegen den ewigen Rivalen aus dem Erzgebirge im Viertelfinale sensationell zu Hause mit 3:0.
Schiedsrichter: Christopher Gaunitz aus Leipzig
Der 38-Jährige leitete bisher 90 Spiele in der Regionalliga Nordost und 11 im Sachsenpokal. Den CFC pfiff er zuletzt bei einem anderen Bezirksderby. Im Februar 2025 gastierten die Chemnitzer in Zwickau und kassierten in der Nachspielzeit aufgrund eines Hügels im Rasen per Elfmeter durch Max Somnitz das 2:2. Assistieren werden Gaunitz am Mittwoch Benjamin Seidl und Fabien Schlecht. Philipp Jacob steht als 4. Offizieller zwischen den Trainerbänken.
Fan-Info: Allgemeinverfügung, Polizeibrief, Muttizettel und Resttickets
Damit am Spieltag ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden kann, hat die Stadt Chemnitz eine Allgemeinverfügung erlassen. Zudem informiert die Polizeibehörde in einem gesonderten Fanbrief über wichtige Hinweise rund um die Partie.
Für alle Besuchenden unter 16 Jahren gilt: Aufgrund des Spielendes nach 22 Uhr ist der Zutritt nur in Begleitung einer volljährigen Person sowie mit entsprechendem „Muttizettel“ möglich.
Die Stadiontore öffnen bereits zwei Stunden vor Anpfiff um 18.30 Uhr. Ob es eine Tageskasse geben wird, entscheidet sich kurzfristig. Derzeit sind noch knapp 800 Karten verfügbar. Resttickets sind rund um die Uhr im Onlineshop erhältlich.
Übertragung: MDR im Stream – das Medienteam gibt weitere Einblicke
Das Spiel am Mittwoch wird vom MDR in voller Länger via Livestream übertragen, rund um die 70. Spielminute steigt das Medienhaus auch im TV in die Übertragung ein. Außerdem ist wie gewohnt das CFC-Medienteam für euch im eins-Stadion – An der Gellertstraße im Einsatz und nimmt euch direkt mit an den Spielfeldrand – dort erfahrt ihr wie immer alle wichtigen Infos, Hintergründe und Eindrücke vom Spieltag:
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Und bei ClubTV erwartet euch am Donnerstag im Spieltagsreport #WSPHF eine Zusammenfassung mit allen entscheidenden Szenen, Stimmen und Eindrücken von der Partie gegen den FC Erzgebirge Aue.



