Was macht eigentlich Erik Tallig?
Erik Tallig spielte von 2009 bis 2020 beim Chemnitzer FC, wurde Regionalliga-Meister, zweimal Sachsenpokalsieger und kommt auf 48 Profi-Einsätze (10 Tore, 6 Torvorlagen) in himmelblau-weiß. Vom CFC wechselte der 22-jährige Rechtsaußen vor zwei Jahren zum Drittligisten TSV 1860 München und spielt dort eine wichtige Rolle im Aufstiegskampf. Im ClubMagazin erzählt Tallig, was er gerade macht.
Erik, wo hast du das Oktoberfest gefeiert?
Erik Tallig: Natürlich in München. Zweimal waren wir mit der Mannschaft auf der Wiesn. Wir bekommen dafür immer eine einheitliche Tracht gesponsert und gehen mit den Verantwortlichen, Trainern und Sponsoren dahin. Für mich war es das erste Mal und ich hätte nie gedacht, dass da so viele Menschen sind und so viel getrunken wird. (lacht)
Seit über zwei Jahren lebst du in München. Wo fühlst du dich in der Metropole am wohlsten?
Tallig: Ich habe schon sehr viel gesehen, vor allem den Englischen Garten finde ich cool. Mit meiner Freundin gehe ich gern an der Isar spazieren, gern auch allein. Aber auch die ganzen Seen außerhalb Münchens sind schön.
Wie passt man als Mensch in die Stadt München hinein?
Tallig: Man wird als Sechzger auch sehr oft erkannt, sogar außerhalb Münchens. Das zeigt, wie groß dieser Club eigentlich ist. Ich komme aus Chemnitz, da kennen mich auch einige Menschen, aber in München ist es noch etwas extremer. Insgesamt fühle ich mich sehr wohl.
Mit 1860 bist du Jahr für Jahr an der Schwelle zur 2. Bundesliga, gehörst zur erweiterten Stammelf. Wie kommst du sportlich bei 1860 klar?
Tallig: Ich denke ich habe mich sehr entwickelt. Ich durfte auch echt viel spielen.
In zweieinhalb Jahren schon über 90-mal.
Tallig: Genau, da hätte ich vorher nicht unbedingt dran geglaubt. Deshalb bin ich echt zufrieden. Ich denke, dass ich gut reinpasse, weil ich marschieren kann und offensiv wie defensiv verlässlich bin. Ich bin vielleicht nicht der beste Torschütze, aber ich arbeite viel für das Team.
Was ist dein Cheftrainer Michael Köllner für ein Typ?
Tallig: Ich würde ihn als Perfektionist beschreiben. Er will Fußball spielen und viele Tore schießen. Das steckt in der Sechzger-DNA und wird hier von klein auf so gelebt. Er hat viel Ahnung. Unter ihm habe ich mich auch technisch sehr weiterentwickelt. Darauf wird hier im Training sehr viel geachtet.
Und was hat München menschlich mit dir gemacht?
Tallig: Ich bin damals allein nach München gekommen. Die erste Zeit war nicht so leicht. Man muss sich durchsetzen und seinen Weg gehen. Aber mit der Zeit und seitdem ich meine Freundin kennengelernt habe läuft es super.
Was vermisst du an Chemnitz?
Tallig: Meine Familie. Meine Eltern, meine Oma. Sie alle sehe ich ziemlich selten, aber sie freuen sich, wenn ich zum Geburtstag oder zu Weihnachten mal nach Hause komme. Meine Eltern besuchen mich öfters mal.
Zu wem hast du noch Kontakt?
Tallig: Mit 'Campe' treffe ich mich hin und wieder, wenn ich in Chemnitz bin. Beim Spiel gegen Aue habe ich Tom Baumgart wiedergetroffen. Tobi oder Hoheneder schreibe ich ab und zu.
Christian Tiffert dürftest du auch noch kennen. Er hat dich in der Saison 2019/20 als Co-Trainer trainiert. Wie hast du ihn kennengelernt?
Tallig: Er ist zurückhaltend, hat aber viel Ahnung. Ich habe mich gut mit ihm verstanden. Ich weiß noch, dass er sich damals sehr für mich gefreut hat, als ich nach München gewechselt bin. Daher kann ich nichts Schlechtes über ihn sagen.
Was traust du dem CFC unter Tiffert zu?
Tallig: Ich verfolge die sportliche Entwicklung des CFC auf jeden Fall mit. Ich sehe, dass es nicht so rund läuft und sich das Team vielleicht mehr erhofft hat. Aber ich denke man kann da noch oben angreifen, auch wenn es mit Cottbus, Jena und Erfurt gute Teams gibt. Sie müssen versuchen, konstant zu punkten und hinten die Null stehen zu lassen. Vorn machen sie auf jeden Fall immer eins rein.
Dieses Interview erschien im ClubMagazin Nr. 562 am 16. Oktober. Hier klicken zum Lesen.



