„Wir müssen unserer Favoritenstellung gerecht werden“ – CFC im Sachsenpokal zu Gast in Radebeul
Nach dem souveränen 4:0-Erfolg beim RSV Eintracht wartet am Sonntag eine neue Herausforderung auf die Himmelblauen. In der 3. Runde des Sachsenpokals gastiert der Chemnitzer FC beim Radebeuler BC 08. Anstoß ist um 14 Uhr im Weinbergstadion. Nach dem erfolgreichen September mit drei Auswärtssiegen in Fürstenwalde, Leipzig und Stahnsdorf soll beim Siebtligisten der Einzug ins Achtelfinale folgen. Die Partie wird auf dem Kunstrasenplatz des Weinbergstadions ausgetragen.
Traumstart in die neue Saison
Besser hätte der Radebeuler BC kaum in die neue Spielzeit starten können. Nach sechs Begegnungen in der Sachsenklasse Ost steht die Mannschaft mit der maximalen Ausbeute von 18 Punkten an der Tabellenspitze. 20 eigene Treffer bedeuten gemeinsam mit dem VfL Pirna-Copitz die beste Offensive der Liga, gleichzeitig stellen die Radebeuler mit lediglich zwei Gegentoren die alleinige beste Defensive.
Auch individuell konnten sich bereits mehrere Spieler auszeichnen. Leon Trier führt mit vier Treffern die interne Torjägerliste an, dahinter folgt Steve Deinhart mit drei Toren. Beide waren damit maßgeblich am perfekten Saisonstart beteiligt.
Dritte Saison zurück in der Sachsenklasse
Für den Radebeuler BC ist es mittlerweile die dritte Spielzeit in Folge in der siebthöchsten Spielklasse. Von 2017 bis 2024 hatte der Verein sieben Jahre lang in der Sachsenliga gespielt, ehe der Abstieg in die Landesklasse folgte.
In der ersten Saison nach dem Abstieg belegte Radebeul direkt den zweiten Tabellenplatz. In der vergangenen Spielzeit folgte Rang sieben. Nun deutet der Saisonstart darauf hin, dass der RBC wieder in Richtung Tabellenspitze blicken kann.
Von 1908 bis zum heutigen Radebeuler BC
Die Geschichte des Fußballs in Radebeul reicht weit zurück. Der ursprüngliche Radebeuler BC wurde 1908 gegründet und spielte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem im regionalen Fußball Ostsachsens. Unter anderem gehörte der Verein über mehrere Spielzeiten der damals zweitklassigen Bezirksklasse Dresden-Bautzen an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein aufgelöst und als SG Radebeul-Ost neu gegründet. Über ALCID Radebeul entwickelte sich daraus mit dem Einstieg des Trägerbetriebes VEB Chemische Fabrik von Heyden die BSG Chemie Radebeul. Diese gehörte 1952 zu den Gründungsmitgliedern der Bezirksliga Dresden und nahm in der Saison 1954/55 einmal am FDGB-Pokal teil.
Nach der Wiedervereinigung entstand zunächst der BSV Chemie Radebeul. 1998 fusionierten schließlich die Fußballabteilungen von Chemie Radebeul und Planeta Radebeul zum heutigen Radebeuler BC 08, der sich in der Tradition des historischen Vereins von 1908 sieht.
Nicht nur in der Liga läuft es für die Gastgeber bislang nach Plan. In der zweiten Runde des Sachsenpokals setzte sich der RBC gegen den ebenfalls in der Landesklasse spielenden SV Merkur 06 Oelsnitz durch.
Nach 90 Minuten stand es 1:1, erst in der Verlängerung gelang den Radebeulern der entscheidende Treffer zum 2:1. Damit löste der Siebtligist das Ticket für die dritte Runde und das Heimspiel gegen den Chemnitzer FC.
Die letzten 5 Radebeul-Partien
Sachsenklasse Ost | 6. Spieltag | VfB Weißwasser 1909 – Radebeuler BC 0:3
Sachsenklasse Ost | 5. Spieltag | Radebeuler BC – SV Wesenitztal 3:1
Sachsenklasse Ost | 4. Spieltag | SG Weixdorf – Radebeuler BC 0:4
Sachsenpokal | 2. Runde | Radebeuler BC – SV Merkur 06 Oelsnitz 2:1 n.V.
Sachsenklasse Ost | 3. Spieltag | Radebeuler BC – Post SV Dresden 6:0
„Wir müssen unserer Favoritenstellung gerecht werden“
Cheftrainer Benjamin Duda blickt auf die letzten Einheiten vor dem Spiel, bei denen sich der Fokus auf die Bedingungen im Weinbergstadion richtet: „Wir trainieren noch zweimal auf Kunstrasen, weil das am Sonntag das Setup sein wird. Dieser Untergrund ist uns nicht so vertraut wie der Heimmannschaft. Deshalb geht es darum, einen Rhythmus für Richtungswechsel, Abbremsbewegungen, Starts und Sprints zu bekommen, aber natürlich auch für die Balltechnik und dafür, wie der Ball auf diesem Platz springt.“
Vor dem Gegner warnt Duda trotz des Drei-Klassen-Unterschieds: „Das ist eine Mannschaft mit einem beeindruckenden Saisonstart in der siebten Liga. Sechs Spiele, sechs Siege und nur zwei Gegentore. Man kann durchaus mutmaßen, dass eine solche Mannschaft auch eine Liga höher konkurrenzfähig sein könnte. Die Rollenverteilung ist dennoch eindeutig. Im Rahmen unserer Favoritenstellung ist das natürlich ein Los, das wir besiegen wollen. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung mit dem Kunstrasen und einem euphorischen Gegner voller Selbstvertrauen. Ich erwarte gerade zu Beginn einen sehr gut organisierten Gegner, der mit maximaler Leidenschaft alles versuchen wird.“
„Eine gute Abwechslung zum Fußball“
Innenverteidiger Justin Gröger blickt positiv auf die besondere Trainingswoche und das gemeinsame Bogenschießen zurück:
„Das war eine gute Abwechslung. Wir wussten vorher alle nicht, was auf uns zukommt, und haben uns dann gefreut, dass es zum Bogenschießen ging. Ich denke, für Fußballer ist es auch immer mal gut, etwas anderes zu sehen. Wir hatten alle viel Spaß und eine sehr gelöste Stimmung. Wir haben viel miteinander gelacht, aber trotzdem war auch ein gewisser Wettkampfgedanke dabei. Deshalb war das wirklich eine gute Maßnahme für so eine Woche.“
Personal: Nahezu alle Feldspieler einsatzbereit
Personell hat sich die Situation im Vergleich zur vergangenen Woche weiter entspannt. Martial Ekui fällt weiterhin aus, zudem befindet sich Amadeus Zamora nach wie vor bei der Nationalmannschaft. Darüber hinaus stehen Benjamin Duda alle Feldspieler zur Verfügung.
Eine Besonderheit bringt allerdings das Pokal-Reglement mit sich. Anders als in der Regionalliga dürfen im Sachsenpokal lediglich 16 Feldspieler und zwei Torhüter für den Spieltagskader nominiert werden.
„Das bedeutet natürlich, dass ein paar Jungs zu Hause bleiben müssen. Dabei geht es aktuell überhaupt nicht um Leistungsgründe, weil jeder Vollgas gibt. Es geht vielmehr darum, Spielrhythmus zu berücksichtigen oder vielleicht auch bei der einen oder anderen Blessur einen Spieler schonen zu können. Trotzdem brauchen wir natürlich volle Kapelle und unsere bestmögliche Stärke, um diese Aufgabe zu bewerkstelligen“, so Duda.
Schiedsrichter: Christian Schlömann
Geleitet wird die Partie vom 32-jährigen Christian Schlömann aus Stollberg. Der Unparteiische kommt bislang auf 75 Einsätze in der Oberliga sowie 19 Spiele im Sachsenpokal. Assistieren werden ihm Florian Ordon und Tobias Wickelt.
Keine Live-Übertragung
Eine Live-Übertragung der Partie wird es am Sonntag nicht geben. Wer nicht im Weinbergstadion dabei sein kann, erlebt das Pokalspiel deshalb durch die Augen des CFC-Medienteams.
Dieses begleitet die Himmelblauen wie gewohnt direkt aus Radebeul und versorgt euch mit allen wichtigen Eindrücken und Informationen rund um die Partie:
- Liveticker auf unserer Website.
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Im Anschluss erwartet euch bei ClubTV außerdem wieder der Spieltagsreport mit den entscheidenden Szenen, Stimmen und Eindrücken vom Sachsenpokal-Auswärtsspiel beim Radebeuler BC.



