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30.01.2024 - 09.05 Uhr | 1. Mannschaft

Zehn Jahre CFC-Bau-Cam

Am 30. Januar 2014 wurde im Stadion – An der Gellertstraße die CFC-Bau-Cam aufgebaut. Über diese Kamera konnten die CFC-Fans bis 2016 den Baufortschritt im Stadion – An der Gellertstraße mitverfolgen. Wir haben mit Initiator Stefan Fritzsche gesprochen.

Was ist eigentlich die CFC-Bau-CAM?

Stefan Fritzsche: Rein formal war das ein Angebot der CFC-Website an alle seine User, den Umbau des Stadions interaktiv aus der Ferne, vom PC, Laptop oder Handy zu jeder Zeit mitzuerleben. Praktisch sah das so aus, dass auf der Startseite der CFC-Homepage zu jeder Tag- und Nachtzeit ein aktuelles Foto von der Stadionbaustelle sichtbar war. Diese Bilder wurden minütlich aktualisiert.

Wie hat sich das Installieren der Bau-Cam ergeben?

Fritzsche: Zwei Jahre vor dem Aufbau der CFC-BAU-Cam begannen erste Überlegungen zum Projekt. Ich habe Gespräche mit Unternehmen geführt, die technisch und finanziell Unterstützung geben konnten. Beispiele für Einsatzmöglichkeiten solcher Kameras konnte ich mir bei installierten Webcams von Chemnitz und Baucams von Bundesligisten ansehen. Bei der Technik haben wir uns dann für eine Dome-Kamera entschieden, die auf einem Flutlichtmast montiert wurde und über das WLAN-Netz des Stadions erreichbar war.

Gab es bei diesem Vorhaben auch Herausforderungen?

Fritzsche: Besondere Herausforderungen ergaben sich durch die über 30 Meter Masthöhe. Ein passendes Spezialkabel musste beschafft und durch Besteigen des Masts installiert werden. Bei Kameratests stellte sich dann auch erst im Nachhinein heraus, dass nicht jede für Tag- oder Nachtbetrieb geeignet war. Die damalige Telefonanbindung des Stadions musste dem erhöhten Datenvolumen angepasst werden. Alles in allem hatten wir gut ein Jahr mit Tests und Anpassungen zu tun, ehe es pünktlich zum offiziellen Baustart Livebilder im Minutentakt gab.

Wie trug die Bau-Cam zur Überwachung des Baufortschritts bei und welche Aspekte des Bauvorgangs zeichnete sie auf?

Fritzsche: Durch die freie Sicht der Kamera von oben, montiert unter den Flutlichtlampen in über 30 Meter Höhe konnte jede Phase des Baugeschehens anvisiert und über den gesamten Zeitraum begutachtet werden. Die Kamera war über die Bediensoftware vom Rechner aus steuerbar und somit immer wieder auf die aktuelle Situation anpassbar. Bis zur Fertigstellung des Stadions im Jahre 2016 wurde jede Bauphase dokumentiert. Es kam zu einem Datenbestand von um die 1,3 Mio. Fotos, die von der CFC-BAU-CAM aufgenommen wurden. Im Nachhinein stellte sich das dann als profunder Fundus heraus, aus dem unser CFC-Fan Tino Schlegel in einer Marathonarbeit einen Zeitrafferfilm vom Stadionbau angefertigt hat. Ein Stück unwiederbringliche Vereinsgeschichte.

Nun liegt die Fertigstellung des Stadions fast acht Jahre zurück. Wie schätzt du die Entwicklung des Stadionbaus ein und welche Erkenntnisse hast du gewonnen?

Fritzsche: Die mehrfache Umwidmung von Funktionsräumen des Stadions lässt den Schluss zu, dass die Nutzungspläne den Erfordernissen nicht standgehalten haben. Erschwerend kommt hinzu, dass der Verein nicht Eigentümer ist und so bestimmte Räume immer nur temporär genutzt werden können.

Was scheint für dich und die Fans wohl der größte Vorteil an der Änderung des Stadions zu sein?

Fritzsche: Das Stadion befindet sich auf historischem Grund und erlaubt es uns in diesem Jahr ein 90jähriges Jubiläum zu feiern. Es liegt innenstadtnah, ist zu Fuß zu erreichen und ist ein reines Fußballstadion, bei dem die Zuschauer nah am Geschehen sitzen. Es gibt ordentliche Rahmenbedingungen, um ein Fußballspiel zu sehen.

Wie gefällt dir du das neue Stadion basierend auf die Dekoration und Einrichtung sowie auch von außen betrachtet?

Fritzsche: Das Stadion ist durch den stilisierten umlaufenden Fanschal an der Vorderfront mit Vereinslogo als Blickfang ein moderner Zweckbau. Die Gestaltung des Dachs und der Gegengerade mit dem Chemnitz-Schriftzug geben ihm von außen eine gewisse Individualität. Von innen betrachtet ist es ein kalter und unpersönlicher Betonklotz mit übermäßigen Cateringflächen und Räumlichkeiten, die ihre wirkliche Funktion noch nicht gefunden haben. Im Laufe der Nutzungszeit ist es den Fans zu verdanken, dass sie ihr Heimstadion für sich gestalten und so ihre Stimmung auf den Beton projizieren. Es gibt Beispiele in Deutschland bei denen bereits in die Planungen solche gestalterischen Elemente mit bedacht wurden. Das hätte ich mir auch gewünscht.

Abschließend, wie wirkte und wirkt sich die Bau-Cam auch heute noch auf die Fans und Mitglieder aus

Fritzsche: Die CFC-Bau-Cam wurde nach dem Bauabschluss deaktiviert. Sie hatte keine Funktion mehr.

Eine kleine Chronik zur CFC-Bau-Cam gibt es hier zum Nachlesen!