Zehn Jahre nach seinem Profidebüt: Was macht eigentlich Christian Mauersberger?
Der Chemnitzer FC hat in den vergangenen zehn Jahren einige Talente hervorgebracht, doch er war sicher eines der vielversprechendsten: vor zehn Jahren unterschrieb Christian Mauersberger seinen ersten Profivertrag bei den Himmelblauen. Wir haben uns gefragt, was er heute eigentlich macht.
Einmal an der Seite von Joshua Kimmich gegen Frankreichs Kingsley Coman, Thomas Lemar und Mike Maignan spielen. Was wie ein Kindheitstraum vieler junger Fußballer klingt, war für Christian Mauersberger Wirklichkeit. Im November 2013 spielte der gebürtige Hesse für Deutschlands U19-Auswahl gegen "Les Blues" und schoss das Tor zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung. Die Farbe Blau sollte Mauersberger später noch lange begleiten.
Von Annaberg, über Chemnitz nach Gelsenkirchen
Beim VfB Annaberg 09 ausgebildet, wechselte er 2007 mit zwölf Jahren ans Chemnitzer Nachwuchsleistungszentrum und entwickelte sich innerhalb von sechs Jahren zu einem der vielversprechendsten Talente Deutschlands. Die DFB-Trainer Frank Engel, Stefan Böger, Horst Hrubesch und Marcus Sorg sahen die Fähigkeiten des 1,70 Meter großen Wirbelwinds und luden ihn zu ihren U-Nationalmannschafts-Lehrgängen ein. Mehr als zehnmal trug Mauersberger das Nationaltrikot. Seine Teamkollegen Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Leon Goretzka und Niklas Süle schafften später den Sprung in die Weltspitze.
Vor zehn Jahren unterschrieb Mauersberger beim CFC seinen ersten Profivertrag. Einige Medien berichteten über angebliche Angebote von Bundesligisten. Mauersberger stand schon als A-Junior bei den Profis im Kader und entschied sich schließlich für Drittliga-Fußball auf der Fischerwiese. Nach nur 32 Pflichtspieleinsätzen und zwei Sachsenpokal-Titeln beendete Mauersberger seine CFC-Karriere und wagte den Schritt Richtung Westen. Beim FC Schalke 04 II lief er fortan in der Regionalliga West auf, um nach nicht einmal zwei Jahren wieder nach Sachsen zum FSV Zwickau zurückzukehren.
Plötzlich Aufstiegsexperte
14-mal lief Mauersberger für die Schwäne auf, bevor er 2018 seine Profi-Karriere im Alter von nur 23 Jahren beendete. "Ich bin jemand, der alles hinterfragt. Im Urlaub am Bodensee hatte ich die besten zwei Wochen meines Lebens und gesehen, dass es Wichtigeres gibt", zitiert ihn später die Bietigheimer Zeitung. Mauersberger findet zu Gott, lässt sich erneut taufen und beginnt ein Praktikum in einer Kirchengemeinde in Konstanz. "Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Seither habe ich einen inneren Frieden gefunden", sagt Mauersberger. Nebenbei kickt er beim baden-württembergischen 1. FC Rielasingen-Arlen in der Verbandsliga und führt das Team in die Oberliga. In Freiberg bei Ludwigsburg wurde man in dieser Zeit aufmerksam auf den gebürtigen Hessen. Beim Sport- und Gesangsverein Freiberg spielt Mauersberger ab 2020, später gesellen sich noch seine früheren CFC-Teamkollegen Marcel Hofrath und Marco Kehl-Gomez dazu. Auch hier gelingt Mauersberger der Aufstieg, diesmal von der Oberliga in die Regionalliga Südwest.
Am vergangenen Mittwoch, den 13. Juni 2023 tauchte Mauersberger nach längerer Zeit mal wieder in den Nachrichten auf. Die Regionalliga-Aufsteiger der Stuttgarter Kickers vermeldeten den Transfer des heute 28-jährigen Mittelfeldspielers. "Ich kann mich noch gut an mein erstes Profijahr 2013 erinnern, als ich mit 18 Jahren zum ersten Mal mit Chemnitz im GAZi-Stadion auf der Waldau gespielt habe. Mir sind die Stimmung und die tolle Kulisse positiv in Erinnerung geblieben", sagte Mauersberger bei der Vertragsunterschrift. Zehn Jahre nach seinem ersten Profivertrag beim CFC und dem Tor im Spiel gegen "Les Blues" geht es für Mauersberger also in blau weiter. Nach Himmelblau, königsblau und blau-weiß nun also in "Kickers-Blau".



