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06.05.2019 - 18.06 Uhr | Top-News

„Zum Ausruhen ist die Sommerpause da.“

Vor dem Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz trafen wir Pascal Itter. Auf einem Spaziergang mit Hund Kenzo sprach der 24-Jährige unter anderem über seine Kindheit, Tattoos und Bestseller-Auto Sebastian Fitzek.

Hallo Pascal, du wurdest in Schwalmstadt in Hessen geboren. Später ging es für euch quer durch die Republik. Warum diese Umzüge?
Ja, richtig. Ich bin in Hessen geboren, aber mit einem Jahr nach Potsdam gezogen und später in Bayern aufgewachsen bis ich 14 war. Mein Papa ist Bundeswehr-Soldat und dann nach Schierling versetzt worden. Wir sind als Familie immer gemeinsam umgezogen.

Er ist Hauptmann, also Offizier. Das klingt nach einer strengen Kindheit.
Streng ist das falsche Wort. Aber ich habe durch ihn schon viel Ordnung und Disziplin mitbekommen. Pünktlichkeit war immer sehr wichtig.

Du bist früh zu Hause ausgezogen. Bereits mit 14 Jahren ging es für dich ins Internat vom 1. FC Nürnberg. Ein großer Schritt für dich?
Für meine Eltern war es sicher schwieriger, als für mich. (lacht) Ich war als Kind schon immer gern bei Freunden und hatte nie ein Problem damit auch mal auswärts zu schlafen. Meine Stärke ist es, mich immer überall schnell zu integrieren und Anschluss zu finden. Ich wollte diesen Schritt unbedingt.

Von dort aus ging es in die Schalker Knappenschmiede. Eine der besten Adressen in Deutschland, was Nachwuchsarbeit angeht.
Dort hat alles sehr gut gepasst. Ich hatte ein sehr schönes A-Jugend-Jahr mit sehr guten Mitspielern. Ich glaube, von unserer ersten Elf damals sind alle im bezahlten Fußball gelandet – einige davon sogar im sehr gut bezahlten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Du wurdest dann 2014 mit der deutschen U19-Nationalmannschaft Europameister.
Wir hatten eine unfassbar gute Mannschaft. Dabei haben einige Spieler aus unserem Jahrgang, wie Goretzka, Meyer oder Gnabry gar nicht mitgespielt. Wir waren dreieinhalb Wochen aufeinander und alle gerade erst 18 geworden. Es war eine verrückte Zeit.

Du hast auf Schalke an die Tür zur Profi-Mannschaft angeklopft. So richtig sollte der Durchbruch aber nicht gelingen?
Weil der Schritt nach oben Enorm groß war. Schalke war zu dieser Zeit ein Champions League-Klub mit einem stark besetzten Kader. Ich war ursprünglich auf lange Sicht als Backup für Uchida & Co. gesehen. Im Endeffekt hat es aber nicht für den großen Sprung gereicht. Das muss ich mir eingestehen.

Über Österreich und Paderborn bist du dann nach Chemnitz gekommen. Wie gefällts dir hier?
Mir gefällt es wirklich gut in Chemnitz. Das ist nicht nur so dahingesagt. Ich bin mit meiner Freundin nach Chemnitz gekommen. Die Nachbarn sind sehr nett zu uns, wir haben uns gut eingelebt. Durch den Hund sind wir viel draußen und lernen viele Leute kennen. Der sportliche Erfolg macht es natürlich noch einfacher, sich einzugewöhnen.

Zum sportlichen Erfolg hast du maßgeblich beigetragen. Du bist aktuell der Spieler mit den meisten Spielminuten im CFC-Kader. Wie schwer sind die Knochen?
Zum Ausruhen ist die Sommerpause da. Ich bin froh, dass ich so oft spielen darf. Ich hatte davor ein paar Seuchenjahre. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich so durchhalte. Ich muss aber auch gestehen, dass die Sperre nach der 5. Gelben Karte mir ganz gut getan hat, um für den Endspurt wieder fit zu sein.

Beim Thema Tattoos bist du ebenfalls führend im Team.
Paul Milde holt aber langsam auf. (lacht) Für mich ist das eine Kunstform. In der Sommerpause wird sicher nochmal etwas Neues dazu kommen. Ich habe aber keine religiösen Sachen tätowiert. Das ist etwas, was ich lieber in mir trage.

Du hast vor einigen Wochen die Lesung von Bestseller-Auto Sebastian Fitzek im Stadion besucht. Ist lesen ein Hobby von dir?
(lacht) Ich habe vor diesem Besuch gar nicht gelesen. Ich war als Kind schon nicht die Leseratte. Eigentlich habe ich nur meinen Bruder zu Lesung begleitet, weil Sebastian Fitzek sein absoluter Lieblings-Autor ist. Aber diese zwei Stunden Lesung und Talk haben mir richtig gut gefallen. Im Anschluss habe ich mir direkt ein Buch von meinem Bruder geliehen und es innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Das nächste liegt schon bereit.