Zwei Tore und eine Punkteteilung: CFC kann Chancenplus gegen Hertha II nicht in Tore ummünzen
Das Heimspiel gegen Hertha BSC II, ursprünglich für Mitte Dezember als Abschluss des Jahres 2024 auf der Fischerwiese angesetzt, fand nach drei Monaten und 27 Tagen sowie zwei gescheiterten Versuchen am Mittwochabend vor 3.546 Zuschauern statt. In einer spannenden, hochklassigen und attraktiven Regionalligapartie können die Chemnitzer ihr leichtes Chancenplus nicht nutzen und spielen Remis gegen spielstarke Berliner.
Cheftrainer Benjamin Duda nahm nach dem 2:0-Heimsieg am Sonntag eine Änderung in der Startelf vor: Artur Mergel ersetzte Fynn Seidel, der auf der Bank Platz nahm. Abgesehen von Niclas Erlbeck, der weiter mit einer Fußverletzung fehlte, konnte der CFC personell aus dem Vollen schöpfen.
Keine Abtastphase: Hoher Druck von beiden Seiten
Beide Mannschaften verzichteten bei angenehmen 12 Grad auf eine Abtastphase und legten sofort ein hohes Tempo vor. Schon in der ersten Spielminute hatte Bozic die erste Gelegenheit, als er frei vor Hertha-Torhüter Goller auftauchte, den Ball jedoch nicht im Tor unterbrachte. Die Berliner kamen ebenfalls zu guten Chancen, insbesondere in der 8. Spielminute, als Aksakal nach einem langen Ball frei vor Adamczyk auftauchte, aber den Ball nicht gefährlich platzieren konnte. Nur wenig später verfehlte der ehemalige Bundesliga-Spieler Änis Ben-Hatira das Tor aus spitzem Winkel (12.).
Defensive Standfestigkeit
Die Defensivreihen beider Teams standen solide, wobei Felix Müller in der 31. Minute das Defensiv-Highlight bot mit einer starken Grätsche gegen Rölke und so eine vielversprechende Gelegenheit für Hertha vereitelte. Die Chemnitzer Abwehr arbeitete gut zusammen, sodass Hertha trotz ihrer kombinationsstarken Angriffsbemühungen keine Tore erzielen konnte.
CFC mit den besseren Chancen – Bozic versucht es spektakulär
Die beste Möglichkeit für den CFC gab es in der 38. Spielminute für Top-Stürmer Dejan Bozic. Nach einem schnellen Umschaltmoment schlug Jong-min Seo einen weiten Ball in den Lauf des CFC-Stürmers. Bozic blockte sich clever den Weg frei, sah sich dann jedoch im Sprintduell mit den beiden letzten Herthanern – Matiebel und Koldzic – im Temponachteil. Da Hertha-Schlussmann Goller weit vor seinem Kasten stand, e ntschied er sich für die spektakuläre Variante: Ein satter Volley aus rund 30 Metern. Der Ball nahm genau Kurs unter die Latte, doch Herthas groß gewachsener Schlussmann konnte das Geschoss in höchster Not noch über das Tor lenken – das wäre ein Treffer für die Galerie gewesen.
Direkt im Anschluss setzte Walther nach der fälligen Ecke ein weiteres Ausrufezeichen: Am langen Pfosten stieg er hoch und köpfte wuchtig Richtung Tor – doch auch diesmal verhinderte das Aluminium die Chemnitzer Führung, der Ball klatschte an die Latte (39.). Nach einem weiteren hohen Ballgewinn spielte Damer im Strafraum eine scharfe Hereingabe auf Seo, der den Ball mit einem einzigen, technisch herausragenden Kontakt am herausstürzenden Goller vorbeilegte – doch das Spielgerät rollte hauchzart am langen Pfosten vorbei (42.).
Trotz weiterer vielversprechender Chancen für beide Teams blieb die erste Halbzeit torlos. Die Schiedsrichterin Miriam Schwermer trug mit ihrer spielbejahenden Linie dazu bei, dass beide Teams ihre Spielfreude ausleben konnten. So ging es mit einem spannenden, aber torlosen Spielstand in die Pause.
Der CFC gibt nach der Pause den Ton an, aber Hertha geht in Führung
Nach der Pause kam der CFC mit frischer Energie aufs Feld zurück und übernahm zunächst die Kontrolle über das Spiel. Die Chemnitzer setzten die Berliner sofort unter Druck. Doch trotz engagierter Bemühungen gelang es den Himmelblauen zunächst nicht, die Berliner Abwehr zu überwinden.
In der 58. Spielminute ging Hertha dann mit 1:0 in Führung. Ensar Aksakal bekam den Ball an der linken Strafraumkante und erzielte mit einem sehenswerten Schuss über Adamczyk hinweg ins lange Angel das 1:0.
Duda wechselt – frischer Wind für den CFC
Im Anschluss reagierte Cheftrainer Benjamin Duda auf den Rückstand und brachte in der 62. Minute drei frische Spieler: Tom Baumgart, Luis Fischer und Nils Lihsek kamen ins Spiel, um neue Impulse zu setzen. Diese Wechsel sorgten dafür, dass der CFC das Spiel weiter intensivierte und zunehmend auf den Ausgleichstreffer drückte.
Auf der anderen Seite hatte Hertha in der 67. Spielminute eine weitere gute Chance, als Wollschläger sich bis zur Grundlinie durchtankte und den Ball auf Ben-Hatira zurücklegte. Dieser schoss jedoch aus zehn Metern über das Tor – das hätte das 2:0 sein müssen.
Bozic erzielt den Ausgleich
Schlussendlich konnte es nur ein Spieler sein, der die Chemnitzer erlöste und ausglich: Dejan Bozic markierte seinen achten Saisontreffer im zehnten Einsatz (77.). Nach einem Doppelpass mit Reutter zog er aus 25 Metern auf das Tor zu und wuchtete den Ball sehenswert über Hertha-Keeper Goller hinweg ins lange Eck. Dieser Treffer ließ das Stadion explodieren und brachte den CFC zurück ins Spiel.
Angetrieben von den Fans entwickelte der CFC in der Schlussphase noch einmal Druck. Fischer fand Damer im Strafraum, dessen Hackenverlängerung aber von Goller pariert wurde (79.). Kurz darauf köpfte Felix Müller nach einer Ecke gefährlich auf das Tor – wieder war Herthas Keeper zur Stelle (82.).
Die Himmelblauen waren bemüht, das Spiel zu kontrollieren, konnten ihre optische Überlegenheit aber nicht in weitere Großchancen ummünzen. Ben-Hatira sorgte mit einem Distanzschuss in der 87. Minute noch einmal für Gefahr, doch der Ball ging knapp drüber. In der Nachspielzeit versuchte es Zickert nach einem Freistoß per Volly, stand jedoch im Abseits (90.+3). Kurz darauf war Schluss.
Weiterhin ungeschlagen in englischer Woche
Die zweite Halbzeit war von einer kämpferischen Leistung des CFC geprägt. Nach dem Rückstand ließ sich die Mannschaft nicht entmutigen und drängte auf den Ausgleich. Bozic sorgte mit seinem spektakulären Tor für den 1:1-Endstand. Das Spiel bot den Zuschauern spannende Szenen und einen packenden Schlagabtausch, der den Einsatz beider Teams widerspiegelte.
Damit bleiben die Chemnitzer ungeschlagen in der englischen Woche. Zum Abschluss dieser geht es am 29. Spieltag beim VFC Plauen am Samstag im Vogtlandstadion um 14 Uhr ran. Die Hertha-Bubis empfangen einen Tag später den FC Carl Zeiss Jena in Berlin.
Chemnitzer FC – Hertha BSC II 1:1 (0:0)
CFC: Adamczyk 1 - Walther 4 (62. Lihsek 8), F. Müller 23, Zickert 21, Reutter 16 - Mergel 10 (62. Fischer 27), Rücker 17 (62. Baumgart 29), Müller 38 (C) - Seo 14 (75. Karimani 18), Bozic 33, Damer 13
BSC: Goller 43 – Kizildemir 8, Koldzic 52 (46. Morgenstern 4), Matiebel 25, Berner 3 – Ogbaidze 5, Michelbrink 6 - Aksakal 7, Ajvazi 27, Ben-Hatira 10 (C) (90. Pereira Mendes) - Rölke 40 (46. Wollschläger 9)
Tore: 0:1 Aksakal (58.), 1:1 Bozic (77.)
Zuschauer: 3.546



